Hepatitis C Therapie: DGVS Leitlinie
Hintergrund
Die Hepatitis-C-Virus-Infektion (HCV) ist eine virale Lebererkrankung, die chronifizieren und zu schweren Leberschäden führen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Bundesregierung verfolgen das Ziel, die Hepatitis C bis zum Jahr 2030 zu eliminieren.
Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Identifikation bisher unerkannter Infektionen essenziell. Die rasche Weiterentwicklung der direkt antiviralen Medikamente (DAA) hat die Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren revolutioniert und ermöglicht sehr hohe Heilungsraten.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Addendum zur S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) aus dem Jahr 2020.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung der Hepatitis C:
Screening und Indikation
Um das Ziel der HCV-Elimination zu erreichen, wird ein umfassendes Screening empfohlen. Dieses sollte Risikogruppen wie Drogengebrauchende, Gefängnisinsassen und homosexuelle Männer umfassen, aber auch die Allgemeinbevölkerung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge einschließen.
Sobald eine replikative HCV-Infektion diagnostiziert ist, besteht eine generelle Therapieindikation. Eine antivirale Therapie sollte unabhängig vom Stadium (akut oder chronisch) und der Risikogruppenzugehörigkeit angeboten werden.
Primärtherapie
Für DAA-naive Personen mit oder ohne kompensierte Zirrhose (ohne fortgeschrittene Niereninsuffizienz) werden primär pangenotypische Therapieregime empfohlen:
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Glecaprevir/Pibrentasvir
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Velpatasvir/Sofosbuvir
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Bei Genotyp-1b-Infektionen: Grazoprevir/Elbasvir
Die Therapiedauer beträgt in der Regel 8 bis 12 Wochen. Vor Therapiebeginn wird eine sorgfältige Prüfung auf Medikamenteninteraktionen über entsprechende Internetportale empfohlen.
Therapie bei Versagen
Bei einem Therapieversagen nach einer DAA-Kombinationstherapie steht eine Multi-Target-Re-Therapie zur Verfügung. Hierfür wird die Dreifachkombination aus Sofosbuvir, Velpatasvir und Voxilaprevir für über 12 Wochen eingesetzt.
Vor dem Einsatz dieser Kombination kann eine Resistenzanalyse durchgeführt werden. Dies dient der optimalen Auswahl der Re-Therapie in Rücksprache mit Experten.
Monitoring und Nachsorge
Eine HCV-RNA-Messung 4 bis 8 Wochen unter laufender Therapie ist optional zur Überprüfung der Adhärenz möglich, aber nicht obligatorisch. Ein fehlendes virologisches Ansprechen wird laut Leitlinie praktisch nicht beobachtet.
Zur Überprüfung des Therapieerfolgs (SVR) wird ein negativer Virusnachweis (HCV-RNA) frühestens 12 Wochen nach Therapieende als Goldstandard empfohlen.
Bei Vorliegen einer initial fortgeschrittenen Fibrose oder Zirrhose muss die Surveillance bezüglich eines hepatozellulären Karzinoms auch nach erfolgreicher Therapie dauerhaft fortgesetzt werden.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist eine minimale Restvirämie (unter 25 IU/ml) im Verlauf oder am Ende der Therapie typischerweise nicht mit einem Therapieversagen assoziiert. Es wird betont, dass dieser Befund nicht zu einem Therapieabbruch oder einer Verlängerung der Behandlung führen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt ein umfassendes Screening für Risikogruppen wie Drogengebrauchende, Gefängnisinsassen und homosexuelle Männer. Zudem wird ein Screening in der Allgemeinbevölkerung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge angestrebt.
Nach der Diagnose einer replikativen HCV-Infektion besteht laut Leitlinie für alle betroffenen Personen eine Therapieindikation. Dies gilt unabhängig davon, ob die Infektion akut oder chronisch ist und welcher Risikogruppe die Person angehört.
Die pangenotypischen direkt antiviralen Therapien (DAA) haben in der Regel eine Behandlungsdauer von 8 bis 12 Wochen. Damit werden Heilungsraten von über 95 Prozent erreicht.
Als Goldstandard zur Überprüfung des Therapieerfolgs gilt der negative Virusnachweis (HCV-RNA). Dieser sollte frühestens 12 Wochen nach dem Ende der antiviralen Therapie erfolgen.
Bei Personen, die initial eine fortgeschrittene Fibrose oder Zirrhose aufwiesen, muss die Surveillance fortgeführt werden. Die Leitlinie betont, dass die Überwachung zur Früherkennung eines hepatozellulären Karzinoms dauerhaft erfolgen muss.
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Quelle: DGVS: Hepatitis C (DGVS, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.