CochraneIa2023

GVHD-Prophylaxe mit ATG: Indikation und Prognose

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die allogene Stammzelltransplantation ist eine etablierte Behandlung für viele hämatologische Erkrankungen. Eine häufige Komplikation ist die Graft-versus-Host-Reaktion (GVHD), bei der Immunzellen des Spenders das Gewebe des Empfängers angreifen.

Antithymozytenglobuline (ATG) sind polyklonale Antikörper, die zur Prävention der GVHD eingesetzt werden. Sie richten sich gegen verschiedene Immunzellen und führen zu einer Immunsuppression.

Dieser Artikel fasst die Ergebnisse eines systematischen Reviews zusammen. Untersucht wurde die Wirkung von ATG als Zusatz zur Standard-GVHD-Prophylaxe auf das Überleben, die GVHD-Inzidenz und Nebenwirkungen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2023) analysiert die Evidenz zur prophylaktischen Gabe von Antithymozytenglobulinen (ATG) bei allogener Stammzelltransplantation.

Überleben und Mortalität

Laut Review hat die zusätzliche Gabe von ATG wahrscheinlich wenig oder keinen Einfluss auf das Gesamtüberleben (moderate Evidenz). Die nicht-rezidivbedingte Mortalität wird durch die Intervention wahrscheinlich ebenfalls nur geringfügig oder gar nicht beeinflusst.

Graft-versus-Host-Reaktion (GVHD)

Die Auswertung zeigt einen deutlichen Nutzen bei der Prävention der GVHD. Es werden folgende Effekte beschrieben:

  • Reduktion der Inzidenz und Schwere der akuten GVHD der Grade II bis IV (hohe Evidenz).

  • Reduktion der Inzidenz der chronischen GVHD (hohe Evidenz).

Rezidivrisiko und Transplantatversagen

Der Review weist darauf hin, dass die Inzidenz von Rezidiven durch die ATG-Prophylaxe wahrscheinlich leicht erhöht wird (moderate Evidenz). Das Risiko für ein Transplantatversagen wird durch ATG möglicherweise nicht erhöht (niedrige Evidenz).

Unerwünschte Ereignisse

Aufgrund der heterogenen Berichterstattung in den Primärstudien war eine gepoolte Analyse der unerwünschten Ereignisse nicht möglich. Die Autoren betonen die Notwendigkeit einer standardisierten Erfassung von Nebenwirkungen und der Lebensqualität in zukünftigen Studien.

Dosierung

Der Review listet verschiedene in den Studien verwendete ATG-Präparate und Dosierungsschemata auf. Die Dosierungen variieren je nach Präparat und Studienprotokoll erheblich.

PräparatWirtstierTypische Gesamtdosis (Studienbeispiele)
Thymoglobulin (Genzyme/Sanofi)Kaninchen2,5 bis 15 mg/kg (aufgeteilt auf Tage vor Transplantation)
ATG-F / ATLG (Fresenius/Neovii)Kaninchen30 bis 60 mg/kg (aufgeteilt auf Tage vor Transplantation)
ATGAM (Pharmacia Upjohn)PferdKeine spezifischen Dosierungen im Review-Fokus
Lymphoglobulin (Genzyme)PferdKeine spezifischen Dosierungen im Review-Fokus

Kontraindikationen

Der Review nennt folgende bekannte unerwünschte Wirkungen und Risiken der ATG-Gabe:

  • Frühe Nebenwirkungen wie Fieber, Hautausschlag, kardiovaskuläre und gastrointestinale Dysfunktion, Serumkrankheit, Hämolyse und Thrombozytopenie.

  • Verlängerte schwere Lymphopenie.

  • Erhöhtes Risiko für Infektionen, insbesondere Virusreaktivierungen (Epstein-Barr-Virus, Zytomegalievirus) und Pilzinfektionen.

  • Posttransplantations-lymphoproliferative Erkrankungen (PTLD).

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass die Reduktion der GVHD-Inzidenz durch ATG mit einem leicht erhöhten Rezidivrisiko einhergeht. Da das Gesamtüberleben nicht signifikant verbessert wird, wird eine individuelle Abwägung des ATG-Einsatzes gegenüber neueren, alternativen Therapieoptionen zur GVHD-Prophylaxe nahegelegt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review hat die prophylaktische Gabe von ATG wahrscheinlich wenig oder keinen Einfluss auf das Gesamtüberleben der Behandelten.

Die Auswertung zeigt, dass ATG die Inzidenz und den Schweregrad sowohl der akuten (Grad II-IV) als auch der chronischen GVHD signifikant reduziert.

Der Review weist darauf hin, dass die Inzidenz von Rezidiven durch die Anwendung von ATG wahrscheinlich leicht erhöht wird.

Durch die induzierte schwere Lymphopenie besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Dazu zählen insbesondere Virusreaktivierungen wie Zytomegalievirus und Epstein-Barr-Virus sowie Pilzinfektionen.

Die Präparate unterscheiden sich im Wirtstier (Kaninchen oder Pferd) und in den verwendeten Antigenen. Der Review merkt an, dass sie aufgrund unterschiedlicher Zielstrukturen als eigenständige Medikamente betrachtet werden sollten.

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Quelle: Cochrane Review: Polyclonal anti-thymocyte globulins for the prophylaxis of graft-versus-host disease after allogeneic stem cell or bone marrow transplantation in adults (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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