IQWiG2024

Gesundheitsuntersuchung (aGU): Ansprache Risikogruppen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der aktuelle IQWiG-Bericht untersucht die Inanspruchnahme der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung (aGU) bei gesetzlich Versicherten in Deutschland. Der Fokus liegt dabei auf der Altersgruppe der 18- bis 50-Jährigen.

Obwohl die aGU in Deutschland opportunistisch und ohne systematisches Einladungsverfahren angeboten wird, liegt die Nutzungsrate bei etwa 44 bis 50 Prozent. Dies entspricht der Größenordnung von Ländern mit organisierten Einladungsprogrammen wie Großbritannien oder Österreich.

Der Bericht zeigt jedoch, dass das Angebot vor allem von Personen genutzt wird, die ohnehin häufig ärztlichen Kontakt haben. Menschen mit höheren gesundheitlichen Risiken nehmen die Untersuchung hingegen deutlich seltener in Anspruch.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Kernempfehlungen zur Weiterentwicklung der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung:

Zielgruppenfokussierung

Laut Bericht wird empfohlen, Maßnahmen zur Steigerung der Inanspruchnahme gezielt auf bestimmte Personengruppen auszurichten. Eine unspezifische Steigerung der Teilnahme für die Gesamtbevölkerung wird aufgrund der unklaren Evidenzlage zum gesundheitlichen Nutzen nicht empfohlen.

Folgende Gruppen nutzen die aGU seltener und sollten fokussiert angesprochen werden:

  • Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status

  • Personen mit gesundheitlichen Risikofaktoren (Rauchen, Bewegungsmangel, schlechte Ernährung)

  • Menschen mit Zuwanderungserfahrung

  • Männer im Allgemeinen sowie jüngere Erwachsene

Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme

Der Bericht identifiziert verschiedene soziodemografische Faktoren, die mit der Wahrscheinlichkeit einer Teilnahme korrelieren:

FaktorEinfluss auf Inanspruchnahme
Hohes AlterHäufigere Nutzung
Männliches GeschlechtSeltenere Nutzung
Niedriger sozioökonomischer StatusSeltenere Nutzung
ZuwanderungserfahrungSeltenere Nutzung
Rauchen und BewegungsmangelSeltenere Nutzung

Anpassung der Informationsmaterialien

Es wird empfohlen, Informationsangebote zielgruppenspezifisch auszubauen und an die Nutzungsgewohnheiten anzupassen. Die Materialien sollten in verschiedenen Sprachen und Formaten zur Verfügung stehen.

Der Bericht betont, dass Informationen transparent über den möglichen Nutzen und Schaden der Untersuchung aufklären müssen. Auch der Umgang mit auffälligen Ergebnissen und die Freiwilligkeit der Teilnahme sollten klar kommuniziert werden.

Abbau von Zugangsbarrieren

Zur Erleichterung des Zugangs empfiehlt der Bericht eine flexiblere Terminvergabe, insbesondere für Berufstätige außerhalb der regulären Arbeitszeiten.

Zudem wird angeregt, alternative wohnortnahe Untersuchungsorte außerhalb von Arztpraxen zu prüfen. Für Menschen mit Sprachbarrieren wird die Bereitstellung von Übersetzungsleistungen empfohlen.

Evaluation und Anpassung des Untersuchungskatalogs

Der Bericht rät zu einer wissenschaftlichen Überprüfung der in der aGU enthaltenen Einzeluntersuchungen. Eine Fokussierung auf Kernindikationen könnte die Kommunikation erleichtern und den Nutzen schärfen.

Alle neuen Maßnahmen zur Steigerung der Bekanntheit sollten von einer dauerhaften Evaluation begleitet werden. Diese muss auch die tatsächlichen gesundheitlichen Auswirkungen des Angebotes erfassen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass eine unspezifische Steigerung der aGU-Teilnahmeraten nicht zielführend ist, da der gesundheitliche Nutzen der Untersuchung auf Bevölkerungsebene unklar bleibt. Es wird stattdessen empfohlen, gezielt Personen mit hohem Risikoprofil und geringer Inanspruchnahme des Gesundheitssystems anzusprechen. Zudem wird betont, dass Patienten transparent über mögliche Überdiagnosen und fehlende Konsequenzen aufgeklärt werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Richtlinien haben gesetzlich Versicherte zwischen 18 und 34 Jahren einmalig Anspruch auf die allgemeine Gesundheitsuntersuchung. Ab dem 35. Lebensjahr kann die Untersuchung alle drei Jahre in Anspruch genommen werden.

Der IQWiG-Bericht nennt als Barrieren unter anderem fehlendes Wissen über die Untersuchung, Sprachprobleme und organisatorische Hürden wie unflexible Terminvergaben. Auch die Angst vor schlechten Ergebnissen oder die Annahme, als gesunder Mensch keine Untersuchung zu benötigen, spielen eine Rolle.

Es wird empfohlen, Informationsmaterialien zielgruppengerecht, verständlich und mehrsprachig anzubieten. Der Bericht betont, dass dabei nicht nur die Vorteile, sondern auch mögliche Nachteile und Unsicherheiten der Untersuchung transparent dargestellt werden müssen.

Der Bericht zeigt, dass die Nutzungsraten in Deutschland ohne Einladungssystem ähnlich hoch sind wie in Ländern mit organisierten Einladungsverfahren. Ein pauschales Einladungssystem wird daher ohne vorherige Evaluation und Anpassung an Risikogruppen nicht empfohlen.

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Quelle: IQWiG P23-01: Zielgruppenspezifische Ansprache von Versicherten bei Gesundheitsuntersuchungen (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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