Daclatasvir (Hepatitis C): G-BA Nutzenbewertung
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat ein Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Daclatasvir (Handelsname Daklinza) durchgeführt. Das Verfahren wurde im Februar 2015 abgeschlossen und regelt den Einsatz des Medikaments in der vertragsärztlichen Versorgung.
Daclatasvir wird zur Behandlung der chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) bei Erwachsenen angewendet. Der Wirkstoff wird dabei grundsätzlich nicht als Monotherapie, sondern immer in Kombination mit anderen Arzneimitteln eingesetzt.
Die Wahl des genauen Behandlungsregimes und die Dauer der Therapie hängen maßgeblich vom vorliegenden HCV-Genotyp ab. Zudem spielen Faktoren wie das Vorliegen einer Zirrhose und eventuelle Vorbehandlungen eine entscheidende Rolle für die Therapieplanung.
Empfehlungen
Der G-BA-Beschluss definiert spezifische Vorgaben für die Kombinationstherapie mit Daclatasvir. Die Therapieentscheidung richtet sich nach dem Genotyp und dem Krankheitsstadium.
Anpassungen bei Genotyp 1 und 4
Bei Patienten mit Genotyp 1 oder 4 ohne Zirrhose wird primär eine 12-wöchige Therapie empfohlen. Wenn diese Patienten jedoch bereits mit einem NS3/4A-Proteaseinhibitor vorbehandelt wurden, ist laut Beschluss eine Verlängerung der Behandlung auf 24 Wochen zu erwägen.
Liegt bei Genotyp 1 oder 4 eine kompensierte Zirrhose vor, beträgt die Standarddauer 24 Wochen. Bei therapienaiven Patienten mit positiven Prognosefaktoren (wie IL28B-CC-Genotyp oder niedrige Ausgangsvirenlast) kann eine Verkürzung auf 12 Wochen erwogen werden.
Einsatz von Ribavirin
Die zusätzliche Gabe von Ribavirin kann bei Patienten mit weit fortgeschrittener Lebererkrankung erwogen werden. Dies gilt laut Dokument auch bei Vorliegen anderer negativer Prognosefaktoren, wie beispielsweise einer Vorbehandlung.
Virologisches Ansprechen und Therapiedauer
Bei der Kombination von Daclatasvir mit Peginterferon alfa und Ribavirin ist das virologische Ansprechen entscheidend für die Therapiedauer:
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Bei nicht-nachweisbaren HCV-RNA-Titern in Woche 4 und Woche 12 werden alle drei Komponenten für insgesamt 24 Wochen angewendet.
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Wird die Virusfreiheit erreicht, jedoch nicht in Woche 4 und 12, wird Daclatasvir nach 24 Wochen abgesetzt.
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In diesem Fall wird die Therapie mit Peginterferon alfa und Ribavirin bis zu einer Gesamtdauer von 48 Wochen fortgeführt.
Datenlage zu den Regimen
Das Dokument weist auf Einschränkungen bei der Datenlage hin. Für das 12-wöchige Regime mit Sofosbuvir liegen ausschließlich Daten für therapienaive Patienten mit Genotyp-1-Infektion vor.
Die Anwendung bei Genotyp-4-Infektionen beruht auf einer Extrapolation der Daten von Genotyp-1-Patienten.
Dosierung
Die Fachinformation gibt folgende Empfehlungen zu Behandlungsregimen und zur Behandlungsdauer in Abhängigkeit von der Patientenpopulation:
| HCV-Genotyp und Population | Behandlungskombination | Behandlungsdauer |
|---|---|---|
| Genotyp 1 oder 4 ohne Zirrhose | Daclatasvir + Sofosbuvir | 12 Wochen (Verlängerung auf 24 Wochen bei Vorbehandlung mit NS3/4A-Proteaseinhibitor erwägen) |
| Genotyp 1 oder 4 mit kompensierter Zirrhose | Daclatasvir + Sofosbuvir | 24 Wochen (Verkürzung auf 12 Wochen bei positiven Prognosefaktoren möglich; ggf. + Ribavirin bei negativen Faktoren) |
| Genotyp 3 mit kompensierter Zirrhose und/oder behandlungserfahren | Daclatasvir + Sofosbuvir + Ribavirin | 24 Wochen |
| Genotyp 4 | Daclatasvir + Peginterferon alfa + Ribavirin | 24 Wochen |
| Genotyp 4 (abhängig vom Ansprechen) | Daclatasvir + Peginterferon alfa + Ribavirin | 24 bis 48 Wochen (Daclatasvir max. 24 Wochen, siehe Empfehlungen zum virologischen Ansprechen) |
💡Praxis-Tipp
Bei der Kombinationstherapie mit Peginterferon alfa und Ribavirin ist ein striktes Monitoring der HCV-RNA-Titer in den Wochen 4 und 12 erforderlich. Wird die Virusfreiheit zu diesen Zeitpunkten nicht erreicht, sieht das Schema ein Absetzen von Daclatasvir nach 24 Wochen vor, während die Basistherapie auf 48 Wochen verlängert wird.
Häufig gestellte Fragen
Die Standardbehandlungsdauer in Kombination mit Sofosbuvir beträgt 12 Wochen. Wenn zuvor bereits eine Therapie mit einem NS3/4A-Proteaseinhibitor stattfand, wird laut Beschluss eine Verlängerung auf 24 Wochen erwogen.
Bei therapienaiven Patienten mit Genotyp 1 oder 4 und kompensierter Zirrhose kann die 24-wöchige Therapie auf 12 Wochen verkürzt werden. Voraussetzung hierfür sind positive Prognosefaktoren wie ein IL28B-CC-Genotyp oder eine niedrige Ausgangsvirenlast.
Bei Patienten mit Genotyp 3, die eine kompensierte Zirrhose aufweisen oder bereits behandlungserfahren sind, wird ein Dreifach-Regime empfohlen. Dieses besteht aus Daclatasvir, Sofosbuvir und Ribavirin über einen Zeitraum von 24 Wochen.
Die empfohlene Anwendung von Daclatasvir und Sofosbuvir bei einer Genotyp-4-Infektion beruht nicht auf direkten Studiendaten. Laut Dokument handelt es sich hierbei um eine Extrapolation der Daten, die für Genotyp-1-Patienten erhoben wurden.
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Quelle: G-BA Nutzenbewertung: Daclatasvir (Chronische Hepatitis C) (G-BA, 2014). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.