Chronische Hepatitis C (Viekirax): G-BA Nutzenbewertung
Hintergrund
Dieser Artikel fasst die Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus dem Jahr 2015 zum Wirkstoff Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir (Handelsname Viekirax) zusammen.
Das Medikament wird zur Behandlung der chronischen Hepatitis C (CHC) bei erwachsenen Patienten eingesetzt. Es handelt sich um ein Kombinationspräparat, das im Rahmen einer antiviralen Therapie verabreicht wird.
Laut G-BA-Beschluss erfolgt die Anwendung stets in Kombination mit anderen Arzneimitteln. Die genaue Zusammensetzung der Therapie richtet sich nach dem vorliegenden Hepatitis-C-Virus-Genotyp sowie dem Vorhandensein einer Leberzirrhose.
Empfehlungen
Der G-BA-Beschluss formuliert spezifische Vorgaben für den Einsatz von Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir.
Allgemeine Anwendung
Das Präparat wird zur Behandlung der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen angewendet. Die Therapie erfolgt immer als Kombinationstherapie mit weiteren antiviralen Wirkstoffen.
Spezifische Patientengruppen
Für besondere klinische Konstellationen gibt das Dokument folgende Hinweise:
-
Unbekannter Genotyp-1-Subtyp oder gemischte Genotyp-1-Infektion: Es wird empfohlen, die Dosierungsvorgaben für den Genotyp 1a zu befolgen.
-
HIV-1-Koinfektion: Für diese Gruppe gelten die regulären Dosierungsempfehlungen der Standardtabelle.
-
Lebertransplantierte Patienten (Genotyp 1): Es wird eine 24-wöchige Therapie mit Viekirax, Dasabuvir und Ribavirin empfohlen.
-
Lebertransplantierte Patienten (Genotyp 4): Hier wird die Kombination aus Viekirax und Ribavirin empfohlen.
Bei lebertransplantierten Patienten kann initial eine niedrigere Ribavirindosis angezeigt sein. In Studien erhielten die meisten dieser Patienten eine individuelle Dosis von 600 bis 800 mg pro Tag.
Dosierung
Die empfohlene Behandlungsdauer und die Kombinationspartner richten sich nach der Patientenpopulation:
| Patientenpopulation | Kombinationspartner zu Viekirax | Behandlungsdauer |
|---|---|---|
| Genotyp 1b ohne Zirrhose | Dasabuvir | 12 Wochen |
| Genotyp 1b mit kompensierter Zirrhose | Dasabuvir | 12 Wochen |
| Genotyp 1a ohne Zirrhose | Dasabuvir + Ribavirin | 12 Wochen |
| Genotyp 1a mit kompensierter Zirrhose | Dasabuvir + Ribavirin | 24 Wochen |
| Genotyp 4 ohne Zirrhose | Ribavirin | 12 Wochen |
| Genotyp 4 mit kompensierter Zirrhose | Ribavirin | 24 Wochen |
💡Praxis-Tipp
Bei Patienten mit einer Genotyp-1-Infektion, bei denen der genaue Subtyp unbekannt ist oder eine gemischte Infektion vorliegt, ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Das Dokument rät in diesen Fällen dazu, sich an den Dosierungsempfehlungen für den Genotyp 1a zu orientieren. Dies bedeutet in der Praxis häufig die zusätzliche Gabe von Ribavirin.
Häufig gestellte Fragen
Laut G-BA-Dokument beträgt die Behandlungsdauer bei Genotyp 1b in der Regel 12 Wochen. Dies gilt sowohl für Patienten mit als auch ohne kompensierte Zirrhose.
Nein, die Notwendigkeit von Ribavirin hängt vom Genotyp ab. Das Dokument empfiehlt Ribavirin beispielsweise bei Genotyp 1a und Genotyp 4, während bei Genotyp 1b häufig nur Dasabuvir ergänzt wird.
Bei lebertransplantierten Patienten mit Genotyp 1 wird eine 24-wöchige Kombinationstherapie mit Dasabuvir und Ribavirin empfohlen. Die Ribavirindosis wird dabei individuell angepasst und liegt laut Studien meist bei 600 bis 800 mg täglich.
Bei einer HIV-1-Koinfektion gelten laut Dokument die gleichen Dosierungsempfehlungen wie für Patienten ohne HIV. Die Therapie richtet sich auch hier nach dem Hepatitis-C-Genotyp und dem Vorliegen einer Zirrhose.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: G-BA Nutzenbewertung: Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir (Chronische Hepatitis C) (G-BA, 2015). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.