IQWiG2024

Femtosekundenlaser-Katarakt-OP: Evidenz & Zusatznutzen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Graue Star (Katarakt) ist eine Trübung der Augenlinse, die unbehandelt zu einem fortschreitenden Sehverlust führt. Die einzige wirksame Behandlungsmöglichkeit ist der operative Austausch der trüben Linse gegen eine Kunstlinse.

In Deutschland ist die manuelle Phakoemulsifikation mit Ultraschall das Standardverfahren. Als Alternative wird zunehmend die femtosekundenlaser-unterstützte Kataraktchirurgie (FLACS) als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten.

Der vorliegende HTA-Bericht des IQWiG aus dem Jahr 2024 untersucht, ob das laserunterstützte Verfahren für Betroffene Vorteile hinsichtlich Wirksamkeit, Sicherheit oder Lebensqualität bietet.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Auswertung von 35 randomisierten kontrollierten Studien folgende Kernaussagen zur Katarakt-Operation.

Wirksamkeit und Sicherheit

Laut Bericht sind sowohl das Standardverfahren als auch die laserunterstützte Operation (FLACS) sichere und wirksame Methoden. Die Sehkraft der Behandelten liegt nach ein bis zwölf Monaten meist wieder im Normalbereich.

Es wird jedoch betont, dass sich aus den Studiendaten kein Zusatznutzen für den Femtosekundenlaser ableiten lässt. Der Bericht zeigt im direkten Vergleich der Verfahren folgende Ergebnisse:

EndpunktStandard-KataraktoperationFemtosekundenlaser (FLACS)Unterschied
Fernvisus (korrigiert/unkorrigiert)Normalisierung nach 1-12 MonatenNormalisierung nach 1-12 MonatenKein relevanter Zusatznutzen
Refraktive TreffsicherheitHochHochKein relevanter Zusatznutzen
Lebensqualität (sehkraftbezogen)Signifikante VerbesserungSignifikante VerbesserungKein relevanter Zusatznutzen
Intraoperative KomplikationenSelten (z.B. Kapselruptur)SeltenKein Unterschied
Postoperative KomplikationenSelten (z.B. Makulaödem)SeltenKein Unterschied
Kosten (Schätzung)900 - 1000 Euro700 - 2100 Euro (+ Sachkosten)FLACS deutlich teurer

Gesundheitsökonomie und Kosten

Der Bericht stellt fest, dass die FLACS-Methode mit geschätzten 700 bis 2100 Euro (zuzüglich Sachkosten) bis zu doppelt so teuer ist wie die Standard-Operation. Da kein Zusatznutzen belegt ist, wird das Laserverfahren als nicht kosteneffektiv eingestuft.

Während die Standard-Operation von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird, müssen Betroffene die Mehrkosten für den Laser meist selbst tragen.

Aufklärung und ärztliche Praxis

Aufgrund der fehlenden Überlegenheit und der privaten Kostenbelastung wird eine objektive und transparente ärztliche Aufklärung der Betroffenen gefordert.

Zudem warnt der Bericht vor einem möglichen Kompetenzverlust ("Downskilling") bei operierenden Personen. Es muss sichergestellt werden, dass die manuellen Fähigkeiten für das Standardverfahren erhalten bleiben, da der Laser nicht bei allen anatomischen Gegebenheiten anwendbar ist.

Kontraindikationen

Laut HTA-Bericht ist die femtosekundenlaser-unterstützte Kataraktoperation (FLACS) bei bestimmten anatomischen Gegebenheiten oder Erkrankungen nicht anwendbar.

Als mögliche Kontraindikationen oder erschwerende Faktoren werden im Dokument genannt:

  • Tief liegende Augen oder eine kleine Lidspalte

  • Vorstehende Nase oder Stirn

  • Fehlende Fähigkeit der betroffenen Person, ruhig in Rückenlage zu liegen

  • Bestimmte neurologische oder psychiatrische Erkrankungen (z. B. Klaustrophobie, Restless-Legs-Syndrom)

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht betont die Wichtigkeit einer objektiven Aufklärung, da die oft beworbene Überlegenheit des Femtosekundenlasers wissenschaftlich nicht belegt ist. Zudem wird darauf hingewiesen, dass laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs die Abrechnung des Lasereinsatzes als selbstständige ärztliche Leistung (GOÄ-Ziffer 5855) ohne eigenständige medizinische Indikation unzulässig ist. Stattdessen darf lediglich der günstigere Laserzuschlag (GOÄ-Ziffer 441) abgerechnet werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht bietet die laserunterstützte Operation keinen Zusatznutzen gegenüber dem manuellen Standardverfahren. Beide Methoden sind gleichermaßen sicher und führen zu vergleichbaren Ergebnissen bei der Sehkraft.

Die Kosten für die Standard-Operation werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die Mehrkosten für den Einsatz des Femtosekundenlasers müssen laut Bericht in der Regel von den Betroffenen selbst getragen werden.

Der HTA-Bericht zeigt, dass es keinen signifikanten Unterschied bei den Komplikationsraten gibt. Intra- und postoperative Ereignisse wie Kapselrupturen oder Hornhautödeme treten bei beiden Operationsmethoden ähnlich selten auf.

Der Bericht schätzt die Kosten für die laserunterstützte Operation auf etwa 700 bis 2100 Euro, zuzüglich weiterer Sachkosten für Einmalprodukte. Damit ist das Verfahren bis zu doppelt so teuer wie die Standard-Operation.

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Quelle: IQWiG HT22-04 : Grauer Star: Bietet die Operation mit dem Femtosekundenlaser für die Betroffenen Vorteile gegenüber anderen Verfahren? (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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