IQWiG2022

Evolocumab bei Kindern: Dosierung und Therapie-Evidenz

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A21-171 bewertet den Zusatznutzen von Evolocumab bei Kindern und Jugendlichen ab 10 Jahren mit familiärer Hypercholesterinämie. Die Bewertung erfolgt gemäß § 35a SGB V im Rahmen der frühen Nutzenbewertung.

Evolocumab ist indiziert bei heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HeFH) im Alter von 10 bis 17 Jahren sowie bei homozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HoFH) im Alter von 10 und 11 Jahren. Es wird zusätzlich zu einer diätetischen Therapie und in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien eingesetzt.

Voraussetzung für die Anwendung bei HeFH ist laut Zulassung, dass die LDL-C-Ziele unter einer maximal tolerierbaren Statindosis nicht erreicht werden. Alternativ kann der Wirkstoff bei einer Statinintoleranz oder -kontraindikation verabreicht werden.

Empfehlungen

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Evolocumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie für keine der untersuchten pädiatrischen Patientengruppen belegt.

Für Kinder und Jugendliche mit HeFH wurde die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegte HAUSER-RCT-Studie als ungeeignet eingestuft. Der Bericht nennt hierfür folgende Gründe:

  • Zu kurze Studiendauer von 24 Wochen (gefordert sind mindestens 12 Monate)

  • Fehlende Sicherstellung einer Vortherapie mit der maximal tolerierbaren Statindosis

  • Keine Anpassung der lipidsenkenden Therapie bei Nichterreichen der LDL-C-Zielwerte im Studienverlauf

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

Für Kinder mit HoFH im Alter von 10 und 11 Jahren wird ebenfalls kein Zusatznutzen festgestellt.

Die vorgelegte einarmige HAUSER-OLE-Studie ermöglicht laut Bericht keinen Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) definiert als zweckmäßige Vergleichstherapie bei nicht ausgeschöpften medikamentösen Optionen:

  • Eine maximal tolerierte medikamentöse Therapie nach ärztlicher Maßgabe

  • Berücksichtigung von Statinen, Cholesterinresorptionshemmern und Anionenaustauschern

Bei ausgeschöpften Optionen wird eine LDL-Apherese, gegebenenfalls mit begleitender medikamentöser lipidsenkender Therapie, als Vergleichstherapie herangezogen.

Dosierung

Der Bericht zitiert folgende Dosierungsempfehlungen aus der Fachinformation für die subkutane Anwendung:

IndikationEmpfohlene DosisDosisanpassung
HeFH (10-17 Jahre)140 mg alle 2 Wochen ODER 420 mg einmal monatlichKeine spezifische Anpassung genannt
HoFH (10-11 Jahre)420 mg einmal monatlich (Anfangsdosis)Steigerung auf 420 mg alle 2 Wochen nach 12 Wochen möglich
HoFH mit Apherese420 mg alle 2 WochenAnpassung an den Apherese-Zeitplan

Es wird darauf hingewiesen, dass bei älteren Personen sowie bei leichten Nieren- oder Leberfunktionsstörungen keine Dosisanpassung erforderlich ist.

Kontraindikationen

Laut Bericht ist die Behandlung bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile kontraindiziert.

Es wird zur Vorsicht bei der Anwendung bei Personen mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) geraten, da diese Gruppe nicht untersucht wurde.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Nadelschutzkappe des Fertigpens aus getrocknetem Naturkautschuk (Latexderivat) besteht, was schwere Allergien verursachen kann.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht betont, dass eine Therapie mit Evolocumab bei HeFH erst indiziert ist, wenn die LDL-C-Zielwerte unter einer maximal tolerierbaren Statindosis nicht erreicht werden. Es wird darauf hingewiesen, dass die Fortführung einer unzureichenden Statin-Therapie ohne Dosisanpassung nicht der geforderten Therapieeskalation entspricht. Vor Behandlungsbeginn müssen zudem sekundäre Ursachen einer Hyperlipidämie ausgeschlossen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut den im Bericht zitierten europäischen Leitlinien wird für Kinder über 10 Jahre ein LDL-C-Wert von unter 135 mg/dl empfohlen. Die nationale S2k-Leitlinie definiert ein Therapieziel von kleiner oder gleich 130 mg/dl.

Der Bericht gibt an, dass Evolocumab subkutan in das Abdomen, den Oberschenkel oder den Oberarmbereich injiziert wird. Die Injektionsstellen sollten regelmäßig gewechselt werden.

Ja, laut Bericht ist die Kombination mit Statinen vorgesehen und es sind keine Anpassungen der Statin-Dosis erforderlich. Es wird beschrieben, dass Statine die Clearance von Evolocumab leicht erhöhen, was die lipidsenkende Wirkung jedoch nicht ungünstig beeinflusst.

Das IQWiG bemängelt unter anderem die zu kurze Studiendauer von 24 Wochen in der Zulassungsstudie. Zudem wurde laut Bericht die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht umgesetzt, da keine Therapieeskalation bei Nichterreichen der Zielwerte stattfand.

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Quelle: IQWiG A21-171: Evolocumab (Hypercholesterinämie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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