IQWiG2024

Evinacumab bei HoFH: Indikation und Zusatznutzen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine Nutzenbewertung für den Wirkstoff Evinacumab durchgeführt. Das Anwendungsgebiet umfasst die adjuvante Therapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HoFH).

Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen und Patienten, bei denen diätetische und medikamentöse Optionen zur Lipidsenkung bereits ausgeschöpft worden sind. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Evolocumab und/oder eine LDL-Apherese festgelegt.

Ziel der Therapie ist die dauerhafte Senkung des LDL-Cholesterins, um das Risiko für kardiovaskuläre Folgeerkrankungen und Mortalität zu verringern. Die vorliegende Bewertung prüft, ob Evinacumab in diesem Setting einen belegbaren Zusatznutzen bietet.

Empfehlungen

Die IQWiG-Dossierbewertung kommt zu dem Ergebnis, dass ein Zusatznutzen von Evinacumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt ist.

Bewertung der Studiendaten

Laut IQWiG legte der pharmazeutische Unternehmer keine geeigneten Daten für die Nutzenbewertung vor. Die eingereichte randomisierte kontrollierte Studie (ELIPSE-HoFH) wurde aus folgenden Gründen als ungeeignet eingestuft:

  • Die vergleichende Studiendauer von 24 Wochen ist zu kurz, da für die Indikation Hypercholesterinämie eine Mindestdauer von 12 Monaten gefordert wird.

  • Es blieb unklar, ob bei einem relevanten Anteil der Studienpopulation die medikamentösen Optionen zur Lipidsenkung tatsächlich ausgeschöpft waren.

  • Die zweckmäßige Vergleichstherapie wurde nicht adäquat umgesetzt, da mindestens 36,3 % der Patienten im Vergleichsarm weder Evolocumab noch eine LDL-Apherese erhielten.

Therapeutische Einordnung

Der Bericht betont, dass die LDL-Apherese zur Behandlung der HoFH von grundlegender Bedeutung ist. Es wird darauf hingewiesen, dass in der vorgelegten Studie bei vielen Patienten eine Optimierung der lipidsenkenden Therapie, insbesondere der Beginn oder die Anpassung einer LDL-Apherese, angezeigt gewesen wäre.

Dosierung

Laut Fachinformation wird folgende Dosierung für Evinacumab empfohlen:

WirkstoffDosierungIndikationAnwendung
Evinacumab15 mg/kg KörpergewichtHomozygote familiäre Hypercholesterinämie (ab 12 Jahren)Intravenöse Infusion alle 4 Wochen

Es wird darauf hingewiesen, dass die Infusion über einen Zeitraum von 60 Minuten erfolgen soll. Gemäß den Herstellerangaben ist bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Laut Produktinformation bestehen folgende Gegenanzeigen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

  • Risiko von Überempfindlichkeits- und Infusionsreaktionen (z. B. Anaphylaxie). Bei schweren Reaktionen muss die Behandlung abgebrochen werden.

  • Evinacumab kann fötale Schädigungen hervorrufen. Gebärfähige Frauen müssen während der Behandlung und bis mindestens 5 Monate nach der letzten Dosis eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass bei der Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie die Ausschöpfung aller Vortherapien essenziell ist. Es wird betont, dass insbesondere die LDL-Apherese eine grundlegende Bedeutung hat und vor der Eskalation auf neue Wirkstoffe adäquat eingesetzt und in ihrer Frequenz optimiert werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Fachinformation wird Evinacumab in einer Dosis von 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht. Die Gabe erfolgt alle 4 Wochen als intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 60 Minuten.

Gemäß den Herstellerangaben ist bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich. Gleiches gilt laut Fachinformation für Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder für ältere Patienten.

Das IQWiG bemängelt unter anderem die zu kurze Studiendauer von 24 Wochen in der Zulassungsstudie. Zudem wurde die vom G-BA geforderte zweckmäßige Vergleichstherapie, bestehend aus Evolocumab und/oder LDL-Apherese, im Kontrollarm nicht ausreichend umgesetzt.

Die Produktinformation warnt vor potenziellen fötalen Schädigungen durch Evinacumab. Eine Anwendung in der Schwangerschaft wird nur empfohlen, wenn der erwartete Nutzen für die Patientin das potenzielle Risiko für den Fötus überwiegt.

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Quelle: IQWiG A24-05: Evinacumab (homozygote familiäre Hypercholesterinämie; Erwachsene und Jugendliche = 12 Jahre) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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