CochraneIa2020

Erstpsychose: Therapiedauer und Remissionsraten

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Eine Psychose in der frühen Phase ist eine kritische Zeit, in der eine intensive Behandlung den Langzeitverlauf maßgeblich beeinflussen kann. Spezialisierte Frühinterventionsteams (SEI) bieten hierfür eine multimodale, assertive Betreuung an.

Standardmäßig ist diese SEI-Behandlung auf zwei bis drei Jahre befristet, woraufhin die Betreuung durch reguläre psychiatrische Dienste übernommen wird. Es besteht jedoch die Sorge, dass nach Beendigung der SEI-Maßnahmen die anfänglichen Therapieerfolge oft nicht aufrechterhalten werden.

Der vorliegende Cochrane Review untersucht, ob eine Verlängerung der spezialisierten Frühintervention auf bis zu fünf Jahre klinische Vorteile bringt. Dabei wird die verlängerte SEI mit der Standard-SEI gefolgt von der üblichen Regelversorgung (TAU) verglichen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz aus drei randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 780 Teilnehmenden zusammen. Es ergeben sich folgende zentrale Erkenntnisse zur verlängerten Frühintervention:

Therapieabbruch und Bindung an das Hilfesystem

Laut Meta-Analyse führt eine verlängerte spezialisierte Frühintervention (SEI) zu einer geringeren Rate an Therapieabbrüchen. Es wird berichtet, dass signifikant weniger Betroffene den Kontakt zu psychiatrischen Diensten abbrechen (Evidenzgrad: niedrig).

Remission und Symptomkontrolle

Bezüglich der klinischen Remission zeigt der Review keinen eindeutigen statistischen Unterschied zwischen verlängerter SEI und der Standardbehandlung. Die Evidenz hierfür wird als sehr niedrig eingestuft.

Es gibt sehr unsichere Hinweise darauf, dass die verlängerte Betreuung zu einer leichten Reduktion der globalen psychotischen Symptome führen könnte. Eine signifikante Verbesserung des allgemeinen Funktionsniveaus konnte nicht nachgewiesen werden.

Hospitalisierung und Mortalität

Die Auswertung zeigt keinen signifikanten Unterschied bei der Rate der psychiatrischen Krankenhauseinweisungen. Auch die Anzahl der im Krankenhaus verbrachten Tage unterscheidet sich laut Review nicht eindeutig.

Bezüglich der Gesamtmortalität lassen die Daten keine sicheren Schlüsse zu. In den eingeschlossenen Studien wurden insgesamt nur sehr wenige Todesfälle verzeichnet.

Übersicht der klinischen Endpunkte

Klinischer EndpunktEffekt der verlängerten SEI vs. Standard-SEI + TAUVertrauenswürdigkeit der Evidenz (GRADE)
Therapieabbruch (Disengagement)Signifikant reduziert (RR 0,45)Niedrig
Klinische RemissionKein eindeutiger Unterschied (RR 1,13)Sehr niedrig
Psychiatrische HospitalisierungKein eindeutiger Unterschied (RR 1,55)Niedrig
Globale psychotische SymptomeMögliche leichte ReduktionSehr niedrig
GesamtmortalitätKein eindeutiger UnterschiedNiedrig
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review verdeutlicht, dass der primäre und am besten belegte Nutzen einer über drei Jahre hinausgehenden spezialisierten Frühintervention in der besseren Haltekraft (Retention) liegt. Da die Evidenz für eine verbesserte Symptomremission oder geringere Hospitalisierungsraten sehr schwach ist, wird nahegelegt, den Fokus bei der Indikationsstellung für verlängerte Programme auf Personen mit hohem Risiko für einen Therapieabbruch zu legen.

Häufig gestellte Fragen

Die Standardbehandlung durch spezialisierte Frühinterventionsteams ist in der Regel auf zwei bis drei Jahre zeitlich befristet. Danach erfolgt laut Cochrane Review meist die Überweisung in die psychiatrische Regelversorgung.

Der Review fand keine eindeutige Evidenz dafür, dass eine auf bis zu fünf Jahre verlängerte Frühintervention die Rate an Hospitalisierungen signifikant senkt. Auch die Dauer der Krankenhausaufenthalte unterschied sich nicht eindeutig von der Standardbehandlung.

Der am besten belegte Vorteil ist eine signifikante Reduktion der Therapieabbrüche. Die Meta-Analyse zeigt, dass Betroffene durch die verlängerte spezialisierte Betreuung besser an das psychiatrische Hilfesystem gebunden werden.

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Quelle: Cochrane Review: Specialised early intervention teams (extended time) for recent-onset psychosis (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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