Erstpsychose: Frühintervention, Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Eine Psychose ist durch Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Verhaltensänderungen gekennzeichnet. Die erste psychotische Episode tritt häufig im späten Jugend- oder frühen Erwachsenenalter auf. Eine frühzeitige und intensive Behandlung zielt darauf ab, die Genesungschancen zu erhöhen und den langfristigen Behandlungsbedarf zu senken.
Spezialisierte Frühinterventionsteams (SEI) sind multidisziplinäre, gemeindenahe Einheiten, die sich auf die Behandlung von Personen in der frühen Phase einer Psychose konzentrieren. Sie bieten ein zeitlich begrenztes, intensives Behandlungspaket, das unter anderem Pharmakotherapie, Psychotherapie, Psychoedukation sowie Unterstützung bei Ausbildung und Beruf umfasst.
Dieser Cochrane-Review untersucht die Wirksamkeit von spezialisierten Frühinterventionsteams im Vergleich zur psychiatrischen Standardversorgung (Treatment as Usual, TAU) bei Personen mit neu aufgetretener Psychose. Die Auswertung basiert auf randomisierten kontrollierten Studien aus einkommensstarken Ländern.
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane-Review hebt hervor, dass spezialisierte Frühinterventionsteams Therapieabbrüche bei Erstpsychosen effektiv reduzieren können. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass diese positiven Effekte primär während der aktiven, meist zwei- bis dreijährigen Behandlungsphase messbar sind. Ein strukturierter Übergang in die Standardversorgung nach Behandlungsende ist daher von besonderer Bedeutung.
Häufig gestellte Fragen
Laut Review handelt es sich um multidisziplinäre, gemeindenahe Teams, die Personen mit einer kürzlich aufgetretenen Erstpsychose behandeln. Sie bieten ein intensives, zeitlich begrenztes Behandlungspaket aus Medikamenten, Psychotherapie und sozialer Unterstützung.
Der Cochrane-Review zeigt, dass die Behandlung durch diese Teams im Vergleich zur Standardversorgung möglicherweise zu weniger Krankenhauseinweisungen führt. Zudem gibt es Hinweise auf eine verkürzte Aufenthaltsdauer in der Klinik.
Die in den Studien untersuchten Behandlungen sind in der Regel zeitlich begrenzt. Der Review beschreibt eine typische Behandlungsdauer von zwei bis drei Jahren, nach der die Betroffenen in die Standardversorgung übergeben werden.
Die aktuelle Evidenzlage hierzu ist laut Review unzureichend. Es ist unklar, ob die positiven Effekte der Frühintervention nach dem Wechsel in die Standardversorgung langfristig erhalten bleiben.
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Quelle: Cochrane Review: Specialised early intervention teams for recent-onset psychosis (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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