Epikutantest: Indikation, Ablauf und Ablesezeitpunkte

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-S3-Leitlinie behandelt die standardisierte Durchführung des Epikutantests zur Diagnostik von Kontaktallergien und verzögerten Arzneimittelreaktionen. Der Test dient dem Nachweis einer spezifischen T-Zell-vermittelten Sensibilisierung (Typ-IV-Reaktion).

Eine sorgfältige Anamnese und Aufklärung sind zwingende Voraussetzungen für die Diagnostik. Die Auswahl der Testallergene erfolgt anamnesegeleitet, wobei zusätzlich regelhaft die Testung der Standardreihe empfohlen wird.

Der Epikutantest ist nicht geeignet zur Abklärung von soforttypallergischen, vegetativen oder internistischen Beschwerden. Auch eine prädiktive Testung zur Vorhersage einer zukünftigen Sensibilisierung ohne anamnestische Symptome wird nicht empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt vor falsch-negativen Testergebnissen durch systemische und topische Immunsuppression. Es wird dringend empfohlen, systemische Glukokortikoide (ab 20 mg/Tag Prednisolonäquivalent) sowie topische Kortikosteroide im Testareal mindestens eine Woche vor der Testung abzusetzen. Auch H1-Antihistaminika sollten nach Möglichkeit vor Testbeginn pausiert werden, wobei eine Latenz von 5 Halbwertszeiten als ausreichend gilt.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine Expositionsdauer von 48 Stunden (2 Tagen), um eine hohe Sensitivität zu gewährleisten. Bei Kindern bis 12 Jahre kann erwogen werden, die Applikationsdauer auf 24 Stunden zu begrenzen, um irritative Reaktionen zu reduzieren.

Nach der Erstablesung (meist nach 48 Stunden) wird eine zweite Ablesung an Tag 3 oder 4 zwingend empfohlen. Bei bestimmten Allergenen wie Kortikosteroiden, PPD oder Metallen wird zusätzlich eine Spätablesung nach 7 bis 10 Tagen empfohlen.

Laut Leitlinie kann eine Testung unter Azathioprin durchgeführt werden, da die Reaktivität nicht beeinflusst wird. Bei Ciclosporin oder systemischen Kortikosteroiden (ab 20 mg/d Prednisolonäquivalent) besteht hingegen die Gefahr falsch-negativer Ergebnisse, weshalb diese nach Möglichkeit pausiert werden sollten.

Bei dieser Modifikation wird die Hornschicht vor der Allergenapplikation durch definierte Klebebandabrisse (Tape-Stripping) ausgedünnt. Die Leitlinie empfiehlt dieses Vorgehen bei fortbestehendem Allergieverdacht und initial negativem Test, um die Penetration der Testsubstanzen zu verbessern.

Der Epikutantest dient der Diagnostik von T-Zell-vermittelten Spättypreaktionen. Falls anamnestisch eine Soforttyp-Reaktion (IgE-vermittelt) auf Beta-Laktam-Antibiotika nicht sicher auszuschließen ist, wird vor dem Epikutantest zwingend eine Abklärung mittels Prick- oder Intrakutantest empfohlen.

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Quelle: Durchführung des Epikutantests mit Kontaktallergenen und Arzneimitteln (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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