IQWiG2024Onkologie

Epcoritamab (r/r FL): Dosierung, Therapie & Indikation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das IQWiG mit der Nutzenbewertung von Epcoritamab. Das Anwendungsgebiet umfasst die Monotherapie bei erwachsenen Personen mit rezidivierendem oder refraktärem follikulären Lymphom (FL) nach mindestens zwei Linien einer systemischen Therapie.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der G-BA eine patientenindividuelle Therapie fest. Diese umfasst unter anderem Optionen wie Bendamustin plus Obinutuzumab, Lenalidomid plus Rituximab oder Mosunetuzumab.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte Daten der einarmigen Studie GCT3013-01 ein. Da diese keinen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie ermöglichen, wurde formal kein Zusatznutzen abgeleitet.

Empfehlungen

Die IQWiG-Dossierbewertung und die zugrundeliegende Fachinformation formulieren folgende Kernaussagen:

Zusatznutzen

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Epcoritamab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer legte keine geeigneten Daten für einen direkten Vergleich vor.

Die eingereichte einarmige Studie GCT3013-01 lässt gemäß den methodischen Vorgaben keine vergleichende Bewertung zu.

Therapieplanung und Überwachung

Die Fachinformation fordert eine Anwendung unter Aufsicht eines in der Krebstherapie erfahrenen Arztes. Es wird eine engmaschige Überwachung auf Anzeichen eines Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS) und eines immunzellassoziierten Neurotoxizitätssyndroms (ICANS) verlangt.

Vor der ersten Gabe in Zyklus 1 muss zwingend mindestens eine Dosis Tocilizumab zur Behandlung eines möglichen CRS verfügbar sein.

Begleitmedikation und Prophylaxe

Zur Minderung des CRS-Risikos wird eine prophylaktische Gabe von Corticosteroiden empfohlen. Bei erhöhtem Risiko für ein Tumorlysesyndrom (TLS) wird eine vorbeugende Behandlung mit harnsäuresenkenden Mitteln angeraten.

Zudem wird eine Prophylaxe gegen Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie und Herpes-Virus-Infektionen dringend empfohlen, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von Steroiden.

Dosierung

Die Anwendung erfolgt als subkutane Injektion in 28-tägigen Zyklen. Die Fachinformation gibt folgendes dreistufiges Aufdosierungsschema vor:

Behandlungszyklus (je 28 Tage)Tag der AnwendungDosis (subkutan)
Zyklus 1Tag 10,16 mg
Zyklus 1Tag 80,8 mg
Zyklus 1Tag 15 und 2248 mg
Zyklus 2 bis 3Tag 1, 8, 15 und 2248 mg
Zyklus 4 bis 9Tag 1 und 1548 mg
Ab Zyklus 10Tag 148 mg

Die Therapie wird bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder dem Auftreten einer inakzeptablen Toxizität fortgeführt.

Kontraindikationen

Die Fachinformation nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile

  • Gleichzeitige Verabreichung von Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen

  • Schwangerschaft und Stillzeit (aufgrund potenzieller Schädigung des Fötus)

Zusätzliche Warnhinweise bestehen für das Auftreten von schweren oder tödlichen Infektionen, Tumorlysesyndrom (TLS) und Tumor-Flare-Reaktionen. Bei klinisch bedeutsamen aktiven systemischen Infektionen ist die Anwendung zu vermeiden.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der sicheren Anwendung ist das strikte Hydratationsprotokoll im ersten Therapiezyklus. Laut Fachinformation wird eine Flüssigkeitsaufnahme von 2 bis 3 Litern in den 24 Stunden vor und nach der Verabreichung dringend empfohlen, ergänzt durch 500 ml isotonische intravenöse Flüssigkeit am Tag der Gabe. Zudem wird ein Absetzen blutdrucksenkender Medikamente für 24 Stunden vor jeder Anwendung im ersten Zyklus angeraten.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen nicht belegt. Der Grund hierfür ist das Fehlen von vergleichenden Studiendaten gegenüber der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Die Fachinformation empfiehlt eine Prämedikation zur Prophylaxe eines Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS). Diese umfasst in der Regel Corticosteroide, Antihistaminika und Antipyretika vor den ersten Gaben.

Es wird zwingend gefordert, dass vor der ersten Epcoritamab-Gabe mindestens eine Dosis Tocilizumab zur Behandlung eines potenziellen CRS verfügbar ist. Eine weitere Dosis sollte innerhalb von 8 Stunden bereitstehen.

Das Medikament wird ausschließlich als subkutane Injektion verabreicht. Es wird empfohlen, die Injektionsstelle (Bauchbereich oder Oberschenkel) regelmäßig zu wechseln.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A24-95: Epcoritamab (follikuläres Lymphom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.