Endometriose: Medikamentöse Therapie vs. Hysterektomie
Hintergrund
Die Endometriose ist definiert durch die Ansiedlung von Gebärmutterschleimhaut innerhalb der Uteruswand oder extrauterin. Dies führt klassischerweise zu besonders schmerzhaften Regelblutungen, krampfartigen Unterleibsschmerzen und einer reduzierten Fertilität.
Die Symptomatik ist hormonabhängig. Nach der Menopause klingen die Beschwerden in der Regel ab.
Die Therapiewahl erfordert eine individuelle Abwägung. Relevante Faktoren sind die Symptomlast, das Alter, der Kinderwunsch, die Lokalisation der Herde sowie Begleiterkrankungen.
Empfehlungen
Die IQWiG-Entscheidungshilfe beschreibt verschiedene konservative und operative Behandlungsansätze. Es wird betont, dass die Therapieentscheidung individuell und ohne Zeitdruck getroffen werden sollte.
Medikamentöse Therapie
Es stehen verschiedene medikamentöse Ansätze zur Symptomkontrolle zur Verfügung. Für alternative Methoden wie Akupunktur, Entspannungstechniken oder pflanzliche Arzneimittel liegt kein Wirksamkeitsnachweis vor.
| Medikamentenklasse | Anwendung | Wirkung bei Endometriose | Mögliche Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| NSAR (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) | Bei Bedarf | Oft nur sehr begrenzte Linderung | Magenbeschwerden, Übelkeit |
| Antibabypille | Täglich (mit Pause oder im Langzyklus) | Linderung der Beschwerden | Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen, Brustspannen, erhöhtes Thromboserisiko |
| GnRH-Analoga | Injektion alle 1 bis 3 Monate | Abnahme der Beschwerden | Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Scheidenentzündungen |
| Gestagene (Tabletten oder Hormonspirale) | Täglich (Tabletten) oder für 3 bis 5 Jahre (Spirale) | Abnahme der Beschwerden | Zwischenblutungen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Akne |
Operative Verfahren
Bei unzureichendem Ansprechen auf Medikamente stehen operative Interventionen zur Verfügung. Ein stufenweises Vorgehen von medikamentöser zu operativer Therapie wird als sinnvoll erachtet.
| Operationsverfahren | Indikation und Wirkung | Komplikationen und Rezidivrisiko |
|---|---|---|
| Laparoskopische Herdentfernung | Linderung bei leichter bis mittelschwerer Endometriose, Erhalt der Fertilität | Komplikationsrate ca. 1 %, Rezidivrisiko ca. 20 % innerhalb von 5 Jahren |
| Hysterektomie (ggf. mit Adnexexstirpation) | Bei abgeschlossener Familienplanung und Herden in der Uteruswand, Schmerzreduktion | Komplikationsrate ca. 5 %, Rezidivrisiko weiterhin vorhanden, sofortige Menopause bei beidseitiger Adnexexstirpation |
Entscheidungsfindung
Es wird empfohlen, offene Fragen im Arztgespräch detailliert zu klären. Bei Unsicherheiten bezüglich der Therapiewahl sollte eine ärztliche Zweitmeinung eingeholt werden.
Kontraindikationen
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NSAR sind nicht zur dauerhaften Behandlung geeignet.
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GnRH-Analoga sind aufgrund des Nebenwirkungsprofils auf eine kurzfristige Anwendung von maximal 6 Monaten beschränkt.
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Eine Hysterektomie schließt eine zukünftige Schwangerschaft aus und ist bei bestehendem Kinderwunsch kontraindiziert.
💡Praxis-Tipp
Bei der Aufklärung über eine Hysterektomie sollte explizit darauf hingewiesen werden, dass auch nach vollständiger Gebärmutterentfernung Endometriose-Herde nachwachsen können und eine absolute Schmerzfreiheit nicht garantiert ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Entscheidungshilfe bilden sich bei etwa 20 von 100 behandelten Frauen innerhalb von fünf Jahren neue Endometriose-Herde.
Die Anwendung von GnRH-Analoga ist aufgrund des Nebenwirkungsprofils auf eine kurzfristige Behandlung von maximal sechs Monaten beschränkt.
Bei der lokalen Herdentfernung treten bei etwa 1 von 100 Eingriffen Organverletzungen oder andere Komplikationen auf. Bei einer Hysterektomie liegt diese Rate bei etwa 5 von 100 Eingriffen.
NSAR können starke Regelschmerzen lindern, zeigen bei spezifischen Endometriose-Beschwerden jedoch oft nur eine sehr begrenzte Wirksamkeit. Zudem sind sie nicht für eine Dauertherapie geeignet.
Werden im Rahmen der Operation beide Eierstöcke entfernt, tritt unmittelbar nach dem Eingriff die Menopause ein.
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Quelle: IQWiG P18-01: Erstellung einer Entscheidungshilfe zu Gebärmutterentfernungen (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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