ClariMedClariMed

Endometriose: Diagnostik und Therapie (AWMF-Leitlinie)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Therapie der Endometriose erfordert ein multimodales Konzept aus hormonellen, operativen, schmerztherapeutischen und psychosomatischen Ansätzen.
  • Zur klinischen und intraoperativen Klassifikation werden Systeme wie die #Enzian-Klassifikation, der rASRM-Score und der Endometriosis Fertility Index herangezogen.
  • Bei Endometriose und Kinderwunsch können primäre Kinderwunschbehandlungen oder fertilitätsprotektive Maßnahmen (Eizell-/Ovar-Kryokonservierung) angeboten werden.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Endometriose ist eine der häufigsten Erkrankungen der Frau im reproduktiven Alter. Sie führt neben individuellen Einschränkungen und Belastungen oft zu Arbeitszeitreduzierungen oder zyklisch wiederkehrenden Krankmeldungen. Die S2k-Leitlinie (Stand März 2025) zielt darauf ab, eine strukturierte und standardisierte Diagnostik und Therapie zu ermöglichen.

Versorgungsbereiche

Die Leitlinie deckt ein breites Spektrum der Patientinnenversorgung ab:

VersorgungsbereichBemerkung
SektorenStationär, teilstationär und ambulant
Klinische PhasenPrävention, Früherkennung, Diagnostik, Therapie
NachsorgeRehabilitation und Reha-Nachsorge
SpezialisierungPrimär ärztliche, spezialisierte Versorgung

Klassifikation der Endometriose

Die Leitlinie unterteilt die Klassifikation in klinische/intraoperative und histologische Systeme. Folgende klinische Klassifikationssysteme werden angewendet:

KlassifikationssystemTyp
#Enzian-KlassifikationKlinisch/intraoperativ
rASRM-ScoreKlinisch/intraoperativ
AAGL-KlassifikationKlinisch/intraoperativ
Endometriosis Fertility IndexKlinisch/intraoperativ

Diagnostik und Therapie

Die Therapie der Endometriose wird als chronische, hormonabhängige Erkrankung verstanden und erfordert ein multimodales und langfristiges Konzept.

Grundprinzipien der Therapie

Die multimodale Therapie umfasst folgende Säulen:

  • Hormonelle Therapie
  • Schmerztherapie
  • Operative Therapie
  • Psychosomatische Therapie
  • Komplementäre und weitere Therapiemöglichkeiten

Lokalisationen

Die Diagnostik und Therapie richtet sich nach der spezifischen Lokalisation (gemäß ICD-10):

  • Uterus (N80.0)
  • Ovar und Tube (N80.1, N80.2)
  • Beckenperitoneum (N80.3)
  • Septum rectovaginale und Vagina (N80.4)
  • Darm (N80.5)
  • Hautnarbe (N80.6)
  • Harnblase und Ureter (N80.8)
  • Seltene extragenitale/extraabdominelle Lokalisationen

Spezielle Situationen und Kinderwunsch

Die Leitlinie adressiert besondere Lebenssituationen wie Adoleszenz, Schwangerschaft, Geburt und Malignität.

Für Patientinnen mit Kinderwunsch gibt es eine spezifische konsensbasierte Empfehlung (7.E63):

  • Kann-Empfehlung: Bei Frauen mit Endometriose und Kinderwunsch kann unter Berücksichtigung der Nutzen-Risiko-Situation eine primäre Kinderwunschbehandlung oder fertilitätsprotektive Maßnahme im Sinne einer Eizell-Kryokonservierung oder Ovar-Kryokonservierung angeboten werden.

Versorgungsstrukturen

Gemäß einem Addendum der OEGGG/SGGG kann die symptomorientierte Diagnostik (z. B. diagnostische operative Laparoskopie) neben zertifizierten Endometriose-Sprechstunden und -Einheiten auch von Fachärztinnen und -ärzten für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt operative Gynäkologie durchgeführt werden.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie zur Anamneseerhebung und Verlaufskontrolle validierte Praxiswerkzeuge wie den Basisfragebogen Endometriose der AGEM oder den Kurzschmerzfragebogen (BPI).

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie nennt zur klinischen/intraoperativen Klassifikation unter anderem die #Enzian-Klassifikation, den rASRM-Score, die AAGL-Klassifikation und den Endometriosis Fertility Index.
Das multimodale Konzept umfasst hormonelle Therapie, Schmerztherapie, operative Therapie, psychosomatische Therapie sowie komplementäre Verfahren.
Es kann eine primäre Kinderwunschbehandlung oder eine fertilitätsprotektive Maßnahme (Eizell- oder Ovar-Kryokonservierung) unter Berücksichtigung der Nutzen-Risiko-Situation angeboten werden.
Neben zertifizierten Endometriose-Einrichtungen kann dies auch durch Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt operative Gynäkologie erfolgen.

Verwandte Leitlinien