Infliximab in Schwangerschaft & Stillzeit: Embryotox

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Embryotox (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Infliximab ist ein chimärer monoklonaler Antikörper aus der Gruppe der IgG1-Antikörper und wirkt als TNF-α-Blocker. Das Biologikum wird unter anderem bei rheumatoider Arthritis, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Psoriasis eingesetzt.

Laut Embryotox liegt für die Anwendung in der Schwangerschaft ein hoher Erfahrungsumfang vor. Es wurden bereits über 1000 Schwangerschaften unter Infliximab-Exposition evaluiert, wobei sich kein Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergab.

Aufgrund der großen Molekülmasse ist ein nennenswerter plazentarer Übergang während der Embryogenese im ersten Trimenon unwahrscheinlich. Ab der 20. Schwangerschaftswoche gelangt der Wirkstoff jedoch über den Fc-Rezeptor in der Plazenta zum Feten.

Empfehlungen

Therapieplanung und Schwangerschaft

Eine vor der Schwangerschaft begonnene Therapie mit Infliximab darf laut Quelle fortgesetzt werden, sofern dies klinisch erforderlich ist. Eine effektive Krankheitskontrolle mit niedriger Krankheitsaktivität gilt als wichtige Voraussetzung.

Für die Therapie in der späteren Schwangerschaft formuliert die Leitlinie folgende Kernpunkte:

  • Ein Einsatz nach der 30. Schwangerschaftswoche sollte wohlbegründeten Indikationen vorbehalten bleiben.

  • Es wird eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung unter Berücksichtigung der Krankheitsaktivität empfohlen.

  • Eine gute interdisziplinäre Betreuung der Schwangeren sollte stets gewährleistet sein.

Neugeborenen-Monitoring und Impfungen

Beim Neugeborenen können therapeutische Wirkstoffkonzentrationen gemessen werden, die teilweise deutlich über denen der Mutter liegen. Die mittlere kindliche Clearancezeit beträgt etwa 7,3 Monate.

Bezüglich Impfungen des Säuglings gibt die Quelle folgende Empfehlungen vor:

  • Der Hersteller rät von Lebendimpfungen in den ersten 12 Lebensmonaten ab.

  • Die von der STIKO empfohlenen Lebendimpfungen (Masern, Mumps, Röteln, Windpocken) können im Alter von 12 Monaten durchgeführt werden.

  • Totimpfstoffe führen bei der Mehrheit der intrauterin exponierten Kinder zu einer guten Immunantwort.

Anwendung in der Stillzeit

Das Stillen unter einer mütterlichen Infliximab-Therapie ist laut Embryotox möglich. Der Wirkstoff geht nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über und erreicht maximal 5 Prozent der mütterlichen Serumkonzentration.

Bisher wurden keine Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen beschrieben. Wenn die Therapie erst in der Stillzeit begonnen wird, stellen Lebendimpfungen für das gestillte Kind keine Gefahr dar.

Kontraindikationen

Der Hersteller rät von Lebendimpfungen (z. B. BCG-Impfstoff) bei Säuglingen in den ersten 12 Lebensmonaten ab, wenn diese intrauterin gegenüber Infliximab exponiert waren. Es liegt ein Fallbericht über eine tödlich verlaufende disseminierte BCG-Infektion nach Impfung im dritten Lebensmonat vor.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine mütterliche Kombinationstherapie aus einem TNF-α-Inhibitor und einem Thiopurin (z. B. Azathioprin) mit einem höheren Risiko für kindliche Infektionen einhergehen kann.

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💡Praxis-Tipp

Es wird dringend darauf hingewiesen, bei intrauterin exponierten Säuglingen im ersten Lebensjahr auf Lebendimpfungen zu verzichten, da Infliximab bis zu 12 Monate im kindlichen Blut nachweisbar sein kann. Die regulären STIKO-Lebendimpfungen wie MMR und Varizellen können ab dem 12. Lebensmonat sicher verabreicht werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Embryotox darf eine vor der Schwangerschaft begonnene Therapie fortgesetzt werden, wenn dies klinisch erforderlich ist. Eine gute Krankheitskontrolle ist dabei essenziell für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf.

Im ersten Trimenon ist ein Übergang aufgrund der Molekülgröße unwahrscheinlich. Ab der 20. Schwangerschaftswoche gelangt der Antikörper jedoch über die Plazenta zum Feten und kann beim Neugeborenen zu hohen Serumspiegeln führen.

Die mittlere kindliche Clearancezeit beträgt laut Quelle etwa 7,3 Monate. In Einzelfällen kann der Wirkstoff bis zum Alter von 12 Monaten im kindlichen Blut nachgewiesen werden.

Totimpfstoffe können regulär verabreicht werden und erzeugen meist eine gute Immunantwort. Von Lebendimpfungen in den ersten 12 Lebensmonaten wird jedoch aufgrund des Infektionsrisikos abgeraten.

Ja, das Stillen unter Infliximab ist möglich. Der Wirkstoff geht nur in Spuren in die Muttermilch über, und aufgrund der geringen oralen Bioverfügbarkeit sind Nebenwirkungen beim Säugling unwahrscheinlich.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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