Certolizumab in der Schwangerschaft: Embryotox

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Embryotox (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Certolizumab pegol (CZP) ist ein pegyliertes Fab-Fragment eines rekombinanten humanisierten monoklonalen TNF-α-Inhibitors. Es wird zur Behandlung von rheumatoider Arthritis, axialer Spondyloarthritis, Psoriasis-Arthritis und Plaque-Psoriasis eingesetzt.

Laut Embryotox liegt für den Wirkstoff ein hoher Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft vor. Aufgrund der fehlenden Fc-Region bindet das Molekül nicht an den humanen Fc-Rezeptor in der Plazenta.

Dies führt zu einem sehr geringen plazentaren Übergang auf den Feten. Eine effektive Krankheitskontrolle mit niedriger Entzündungsaktivität gilt als wichtige Voraussetzung für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für den Einsatz von Certolizumab pegol:

Therapieplanung und Schwangerschaft

Eine vor der Konzeption begonnene Therapie mit Certolizumab pegol darf in der Schwangerschaft fortgesetzt werden, sofern dies klinisch erforderlich ist. Ziel ist eine effektive Krankheitskontrolle mit niedriger Krankheitsaktivität.

Es wird nicht empfohlen, Schwangere, die gut auf Adalimumab, Etanercept oder Infliximab eingestellt sind, auf Certolizumab pegol umzustellen.

Sollte eine TNF-α-Blocker-Therapie in der Schwangerschaft oder bei Kinderwunsch neu begonnen werden, kommt laut Leitlinie neben Etanercept vor allem Certolizumab pegol infrage. Dies wird mit dem geringsten plazentaren Übergang begründet.

Überwachung und Geburt

Es wird eine interdisziplinäre Betreuung der Schwangeren empfohlen. Weiterführende Ultraschalluntersuchungen können dabei laut Quelle hilfreich sein.

Die Fortführung der Therapie bis zur 38. Schwangerschaftswoche zeigte in Studien kein erhöhtes Risiko für Frühgeburtlichkeit oder Kinder, die zu klein für das Gestationsalter sind (Small for Gestational Age).

Impfungen beim Säugling

Hinsichtlich Lebendimpfungen beim Säugling nach intrauteriner Exposition formuliert der Hersteller folgende Hinweise:

  • Es sollte mindestens fünf Monate nach der letzten Applikation in der Schwangerschaft mit einer Lebendimpfung gewartet werden.

  • Eine Ausnahme besteht, wenn der Nutzen der Impfung das theoretische Risiko übersteigt.

  • Die Impfung mit dem Lebendimpfstoff gegen Rotaviren kann erwogen werden.

  • Die BCG-Impfung wird in diesem Kontext kritisch gesehen.

Stillzeit

Das Stillen unter Certolizumab pegol wird als akzeptabel eingestuft.

Aufgrund der geringen oralen Bioverfügbarkeit und der hohen molaren Masse gelten Nebenwirkungen beim gestillten Säugling als unwahrscheinlich. In der Muttermilch konnten nur sehr niedrige Konzentrationen nachgewiesen werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Hinweis der Leitlinie betrifft den Umgang mit Lebendimpfungen beim Säugling nach intrauteriner Exposition. Es wird vom Hersteller geraten, Lebendimpfungen erst fünf Monate nach der letzten mütterlichen Certolizumab-Gabe durchzuführen, sofern der Nutzen das Risiko nicht eindeutig übersteigt. Eine Ausnahme stellt die Rotavirus-Impfung dar, welche laut Erfahrungswerten erwogen werden kann und meist gut vertragen wird.

Häufig gestellte Fragen

Ja, laut Embryotox darf eine begonnene Therapie in der Schwangerschaft fortgesetzt werden, wenn dies klinisch erforderlich ist. Eine niedrige Krankheitsaktivität ist für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf essenziell.

Die Leitlinie stellt klar, dass eine gut eingestellte Therapie mit Adalimumab, Etanercept oder Infliximab nicht zwingend auf Certolizumab pegol umgestellt werden muss. Lediglich bei einer Neuansetzung wird Certolizumab bevorzugt.

Der plazentare Übergang ist sehr gering, da dem Molekül die Fc-Region fehlt und es nicht an den plazentaren Rezeptor bindet. In Studien konnte der Wirkstoff im Nabelschnurblut nur selten und in sehr geringen Konzentrationen nachgewiesen werden.

Das Stillen unter Certolizumab pegol wird von der Leitlinie als akzeptabel eingestuft. Der Übergang in die Muttermilch ist minimal und Nebenwirkungen beim Säugling gelten als unwahrscheinlich.

Totimpfstoffe können regulär verabreicht werden und zeigen meist eine gute Immunantwort. Bei Lebendimpfungen wird laut Hersteller ein Abstand von fünf Monaten zur letzten mütterlichen Dosis empfohlen, wobei die Rotavirus-Impfung nach individueller Abwägung möglich ist.

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Quelle: Embryotox: Certolizumab pegol in der Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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