Adalimumab in Schwangerschaft & Stillzeit: Embryotox

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Embryotox (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Adalimumab ist ein humaner monoklonaler IgG1-Antikörper und TNF-alpha-Inhibitor aus der Gruppe der Biologika. Zu den Hauptindikationen zählen unter anderem die rheumatoide Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Psoriasis.

Aufgrund der großen Molekülmasse findet während der Embryogenese im ersten Trimenon kaum ein plazentarer Übergang statt. Ab der 20. Schwangerschaftswoche gelangt der Wirkstoff jedoch über Fc-Rezeptoren zum Feten, wobei die maximale Transferrate um die 37. Woche erreicht wird.

Beim Feten können dadurch therapeutische Wirkstoffkonzentrationen erreicht werden. Nach der Geburt sinken diese Spiegel kontinuierlich ab, wobei die mittlere kindliche Clearancezeit etwa vier Monate beträgt.

Empfehlungen

Die Empfehlungen von Embryotox umfassen folgende Aspekte zur Anwendung von Adalimumab:

Therapieplanung in der Schwangerschaft

Eine vor der Konzeption begonnene Therapie mit Adalimumab darf laut Leitlinie in der Schwangerschaft fortgesetzt werden, sofern dies klinisch erforderlich ist. Es wird betont, dass eine effektive Krankheitskontrolle mit niedriger Krankheitsaktivität eine wichtige Voraussetzung für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf darstellt.

Ob ein Absetzen von Adalimumab in der späteren Schwangerschaft, beispielsweise nach der 30. Schwangerschaftswoche, sinnvoll ist, erfordert eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung. Dabei sollte die mütterliche Krankheitsaktivität das entscheidende Kriterium sein.

Überwachung und Entbindung

Für Schwangere unter Adalimumab-Therapie wird eine gute interdisziplinäre Betreuung empfohlen. Weiterführende Ultraschalluntersuchungen können im Verlauf der Schwangerschaft hilfreich sein.

Bisherige Daten aus über 1000 evaluierten Schwangerschaften zeigen keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Ob die Exposition gegenüber TNF-alpha-Inhibitoren das Risiko für Frühgeburten oder Kaiserschnitte erhöht, wird derzeit noch diskutiert.

Impfungen des Neugeborenen

Die Leitlinie formuliert wichtige Vorsichtsmaßnahmen bezüglich der Immunisierung von intrauterin exponierten Kindern:

  • Lebendimpfungen sollten erst 5 Monate nach der letzten intrauterinen Adalimumab-Gabe erfolgen.

  • Hintergrund ist ein beschriebener Todesfall nach einer BCG-Impfung unter einem anderen TNF-alpha-Inhibitor.

  • Totimpfstoffe (wie Tetanus, Diphtherie, Hepatitis B) können regulär verabreicht werden, da die meisten Kinder eine adäquate Immunantwort entwickeln.

Stillzeit und paternale Anwendung

Wenn Adalimumab nach Prüfung möglicher Alternativen das geeignetste Medikament darstellt, ist das Stillen unter der Therapie akzeptabel. Der Wirkstoff geht nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über und wird vom Säugling oral kaum resorbiert.

Eine väterliche Therapie mit TNF-alpha-Inhibitoren hat keinen negativen Einfluss auf die Spermienqualität. Es gibt zudem keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko durch eine paternale Anwendung.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor der Gabe von Lebendimpfstoffen bei Neugeborenen, die in der zweiten Schwangerschaftshälfte intrauterin gegenüber Adalimumab exponiert waren. Diese Impfungen dürfen aus Vorsichtsgründen erst 5 Monate nach der letzten mütterlichen Dosis verabreicht werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Aspekt in der pädiatrischen Nachsorge ist die Verzögerung von Lebendimpfungen beim Neugeborenen. Da Adalimumab ab der 20. Schwangerschaftswoche plazentagängig ist und die kindliche Clearance etwa vier Monate beträgt, wird dringend empfohlen, Lebendimpfstoffe erst fünf Monate nach der letzten intrauterinen Exposition zu verabreichen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Embryotox darf eine begonnene Therapie fortgesetzt werden, wenn dies klinisch erforderlich ist. Eine gute Krankheitskontrolle ist für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf essenziell.

Bisherige Daten aus über 1000 Schwangerschaften zeigen keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Im ersten Trimenon findet aufgrund der Molekülgröße ohnehin kaum ein plazentarer Übergang statt.

Ein Absetzen in der Spätschwangerschaft, beispielsweise nach der 30. Woche, erfordert eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung. Die mütterliche Krankheitsaktivität spielt dabei die wichtigste Rolle.

Das Stillen unter Adalimumab gilt als akzeptabel, wenn das Medikament die beste therapeutische Option darstellt. Der Wirkstoff geht nur in minimalen Mengen in die Muttermilch über und wird oral kaum resorbiert.

Studien zeigen keine Verschlechterung der Spermienqualität unter TNF-alpha-Inhibitoren. Es gibt auch kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko nach einer väterlichen Therapie.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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