Azathioprin in Schwangerschaft & Stillzeit (Embryotox)
📋Auf einen Blick
- •Azathioprin ist in Schwangerschaft und Stillzeit als 'ACCEPTABLE' eingestuft.
- •Bei stabiler Grunderkrankung (z.B. CED, Autoimmunerkrankungen) sollte die Therapie fortgeführt werden.
- •Es besteht kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, jedoch ein leicht erhöhtes Risiko für Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht.
- •Vor Therapiebeginn ist der TPMT-Status zu prüfen, die Maximaldosis liegt bei 2-2,5 mg/kg/Tag.
Hintergrund
Azathioprin ist ein Immunsuppressivum, dessen Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit laut Embryotox als ACCEPTABLE eingestuft wird. Es kommt unter anderem bei Autoimmunerkrankungen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und nach Transplantationen zum Einsatz.
Schwangerschaft
Die Therapie mit Azathioprin kann in der Schwangerschaft fortgeführt werden. Es besteht kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beim Menschen. Das Risiko für eine Frühgeburt sowie ein niedriges Geburtsgewicht ist jedoch leicht erhöht.
| Phase | Empfehlung | Begründung / Indikation |
|---|---|---|
| 1. Trimenon | Bei stabiler Grunderkrankung fortführen | Der Fetus kann 6-Mercaptopurin (6-MP) nicht zu toxischen Metaboliten umwandeln |
| 2. und 3. Trimenon | Fortführen | Indiziert bei Autoimmunerkrankungen, CED und nach Transplantation |
Stillzeit
Die Anwendung von Azathioprin in der Stillzeit ist wahrscheinlich kompatibel. Es findet nur ein minimaler Transfer der aktiven Metaboliten in die Muttermilch statt.
Dosierung und Monitoring
Vor und während der Therapie sind spezifische Kontrollen erforderlich:
- Vor Therapiebeginn: Zwingende Prüfung des TPMT-Status
- Maximaldosis: 2 bis 2,5 mg/kg/Tag
- Verlaufskontrollen (Monitoring):
- Blutbild
- Leberwerte
- Fetales Wachstum
💡Praxis-Tipp
Prüfen Sie vor Therapiebeginn zwingend den TPMT-Status und überwachen Sie im Verlauf regelmäßig das mütterliche Blutbild, die Leberwerte sowie das fetale Wachstum.