Glukosemanagement bei Typ-1-Diabetes und Sport mit CGM/isCGM

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf EASD Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Körperliche Aktivität ist essenziell bei Typ-1-Diabetes, birgt jedoch ein erhöhtes Risiko für Dysglykämien, insbesondere Hypoglykämien, deren Richtung von Intensität und Dauer abhängt.
  • Kontinuierliche Glukosemesssysteme (CGM) und intermittierend gescannte CGM (isCGM) erleichtern das Glukosemanagement, erfordern aber aufgrund ihrer Komplexität und Messverzögerung eine sorgfältige Interpretation der Daten.
  • Das Positionspapier aktualisiert die Leitlinien für Erwachsene, Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes, inklusive spezifischer Glukoseziele und Kohlenhydratempfehlungen vor, während und nach dem Sport, basierend auf individuellen Risikoprofilen.
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Einführung

Das Positionspapier der EASD und ISPAD von 2020 bietet aktualisierte Leitlinien für das Glukosemanagement bei körperlicher Aktivität für Menschen mit Typ-1-Diabetes, die CGM- und isCGM-Systeme nutzen. Ziel ist es, das Potenzial dieser Technologien zur Vermeidung von Dysglykämien vor, während und nach dem Sport zu maximieren.

Vorteile und Einschränkungen von CGM/isCGM

CGM-Systeme verbessern die Zeit im Zielbereich (Euglykämie) und reduzieren Hypoglykämien sowie den HbA1c-Wert. isCGM reduziert die Zeit in Hypoglykämie und senkt ebenfalls den HbA1c. Einschränkungen umfassen Hautreizungen, Unbehagen, Informationsüberflutung und eine Messverzögerung (Lag Time) zwischen interstitieller und Blutglukose, die bei schnellen Glukoseänderungen oder während des Sports bis zu 12–24 Minuten betragen kann. Die Genauigkeit (MARD) der Geräte während des Sports liegt im Durchschnitt bei etwa 13,63%.

Individualisierte Empfehlungen

Das Management muss individuell angepasst werden, basierend auf Alter (Kinder/Adoleszente, Erwachsene, ältere/gebrechliche Erwachsene), Trainingsroutine (minimal, moderat, intensiv) und dem individuellen Hypoglykämierisiko. Ein Entscheidungsbaum hilft bei der Risikobewertung.

Vor dem Sport

Es wird empfohlen, Hypoglykämie-Alarme auf höhere Schwellenwerte (z.B. 5.6 mmol/l) und Hyperglykämie-Alarme auf 10.0 mmol/l oder höher einzustellen. Trendpfeile für Glukoseänderungen sollten für frühzeitige Maßnahmen genutzt werden. 30–60 Minuten vor längerem Sport können kohlenhydratarme Kohlenhydrate konsumiert werden, um die Zielglukosewerte zu erreichen.

Während des Sports

Der Zielbereich für die Sensorglukose sollte zwischen 5.0 und 10.0 mmol/l (ideal 7.0–10.0 mmol/l für längere aerobe Übungen) liegen. Bei Werten unter 3.9 mmol/l sollte der Sport unterbrochen und Kohlenhydrate eingenommen werden. Bei erwartetem Glukoseanstieg (z.B. bei HIIT, Krafttraining) kann eine Insulin-Korrektur (50% des üblichen Korrekturfaktors) erfolgen. Regelmäßiges Scannen/Ablesen (alle 15–30 Minuten) ist wichtig. Die Kohlenhydratzufuhr richtet sich nach dem Glukosewert und den Trendpfeilen (z.B. 10–35 g bei fallenden Werten).

Nach dem Sport

In den ersten 90 Minuten nach dem Sport wird ein Bereich von 4.4–10.0 mmol/l angestrebt, bei erhöhtem Risiko auch höhere Untergrenzen (z.B. 5.0 oder 5.6 mmol/l). Hypoglykämie-Alarme sollten entsprechend eingestellt werden. Bei schnell steigenden Werten kann eine Insulin-Korrektur (50%) erwogen werden. Bei sinkenden Werten sind Kohlenhydrate (z.B. 10–15 g) zu konsumieren.

Nächtliche Phase nach dem Sport

Nach abendlichem oder intensivem Sport besteht ein erhöhtes Risiko für nächtliche Hypoglykämien. CGM-Nutzer sollten Alarme auf 4.4 mmol/l oder höher einstellen. isCGM-Nutzer sollten mindestens einmal zwischen Mitternacht und 3 Uhr morgens scannen und bei Bedarf Kohlenhydrate zuführen.

💡Praxis-Tipp

Interpretieren Sie CGM/isCGM-Glukosewerte immer in Verbindung mit den Trendpfeilen und berücksichtigen Sie individuelle Risikofaktoren sowie die Art und Intensität des Sports, um Insulin und Kohlenhydrate präzise anzupassen.

Häufig gestellte Fragen

Die Genauigkeit kann aufgrund der erhöhten Messverzögerung (Lag Time) zwischen interstitieller und Blutglukose sowie physiologischer Veränderungen wie Blutflussrate, Körpertemperatur und Azidität während des Sports beeinträchtigt sein.
Während des Sports sollte der Sensorglukosebereich idealerweise zwischen 5.0 und 10.0 mmol/l (90–180 mg/dl) liegen, für längere aerobe Übungen sogar zwischen 7.0 und 10.0 mmol/l (126–180 mg/dl). Bei erhöhtem Hypoglykämierisiko können höhere Untergrenzen empfohlen werden.

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