Hormonelle Kontrazeptiva: Depression und Suizidalität
Hintergrund
Depressive Verstimmungen und Depressionen sind bereits als mögliche Nebenwirkungen von hormonellen Kontrazeptiva bekannt. Da diese psychiatrischen Erkrankungen wesentliche Risikofaktoren für suizidales Verhalten darstellen, hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ein Signalverfahren durchgeführt.
Grundlage für die Neubewertung war eine prospektive dänische Kohortenstudie, in der die Daten aus Gesundheitsregistern von über 475.000 Frauen ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Assoziation zwischen der Anwendung hormoneller Verhütungsmittel und einem erhöhten Risiko für Suizidversuche sowie vollendete Suizide.
Obwohl die vorliegenden Daten keinen definitiven Kausalzusammenhang belegen, wurde aufgrund der klinischen Relevanz ein Rote-Hand-Brief durch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) veröffentlicht. Dieser informiert über die Aufnahme eines neuen Warnhinweises in die Produktinformationen.
💡Praxis-Tipp
Laut Rote-Hand-Brief ist das Risiko für Suizidalität unter hormonellen Kontrazeptiva besonders bei jungen Frauen (15 bis 19 Jahre) und bereits im ersten Anwendungsmonat erhöht. Es wird empfohlen, Anwenderinnen bei der Verschreibung proaktiv über das Risiko depressiver Verstimmungen aufzuklären. Zudem sollten sie angewiesen werden, sich bei Stimmungsschwankungen umgehend ärztlich vorzustellen.
Häufig gestellte Fragen
Laut einer dänischen Kohortenstudie haben Anwenderinnen ein relatives Risiko von 1,97 für einen erstmaligen Suizidversuch und von 3,08 für einen vollendeten Suizid im Vergleich zu Nicht-Anwenderinnen.
Die Studiendaten zeigen, dass das Risiko für Suizidalität in der Gruppe der 15- bis 19-jährigen Anwenderinnen höher ist als bei älteren Frauen.
Das Risiko ist laut Rote-Hand-Brief bereits im ersten Monat der Anwendung von hormonellen Kontrazeptiva erhöht. Im weiteren Verlauf der Einnahme nimmt es leicht ab.
Ein direkter Kausalzusammenhang lässt sich anhand der Registerdaten nicht abschließend belegen. Da jedoch Depressionen als bekannte Nebenwirkung auftreten und diese ein Risikofaktor für Suizide sind, wurde der Warnhinweis vorsorglich aufgenommen.
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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu hormonellen Kontrazeptiva: Neuer (AkdÄ, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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