AkdÄ2018

Fluorchinolone: AkdÄ-Warnung zu schweren Nebenwirkungen

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Drug Safety Mail 2018-66 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert über schwerwiegende Risiken von Fluorchinolonen. Diese Breitbandantibiotika wirken gegen verschiedene grampositive und gramnegative Bakterien.

Laut der Information werden Fluorchinolone mit potenziell irreversiblen und langanhaltenden Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Diese betreffen vor allem das Muskel-Skelett-System sowie das zentrale und periphere Nervensystem.

Zu den berichteten Schäden zählen unter anderem Sehnenentzündungen, Sehnenrisse, Arthralgien und Gangstörungen. Zudem wird vor Neuropathien, Depressionen, Fatigue sowie Beeinträchtigungen der Sinnesorgane (Hören, Sehen, Schmecken, Riechen) gewarnt.

Empfehlungen

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat weitreichende Anwendungseinschränkungen für systemisch und inhalativ angewandte Fluorchinolone formuliert.

Eingeschränkte Indikationen

Es wird empfohlen, Fluorchinolone in folgenden Situationen nicht mehr einzusetzen:

  • Bei Infektionen, die auch ohne Behandlung abklingen oder als nicht schwerwiegend eingestuft werden

  • Bei nichtbakteriell verursachten Infektionen

  • Zur Vorbeugung von Reisediarrhoe

  • Zur Prophylaxe von rezidivierenden Infektionen der unteren Harnwege

  • Als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung leichter und mittelschwerer Infektionen

Therapieabbruch

Laut der Warnung muss die Behandlung bei den ersten Anzeichen von Nebenwirkungen an Muskeln, Sehnen, Gelenken oder dem Nervensystem beendet werden. Es wird in diesen Fällen eine sofortige ärztliche Vorstellung empfohlen.

Kontraindikationen

Die Information benennt klare Kontraindikationen und Risikogruppen für die Therapie mit Fluorchinolonen.

Absolute Kontraindikation

Bei Personen, die in der Vergangenheit bereits schwerwiegende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Chinolonen oder Fluorchinolonen erlitten haben, dürfen diese Antibiotika nicht angewendet werden.

Erhöhtes Risiko für Sehnenschäden

Folgende Personengruppen weisen laut AkdÄ ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Sehnenschäden auf:

  • Ältere Menschen

  • Personen mit Nierenfunktionsstörungen

  • Personen nach einer soliden Organtransplantation

  • Personen unter laufender Therapie mit Kortikosteroiden

Die gleichzeitige Behandlung mit Fluorchinolonen und Kortikosteroiden sollte aufgrund des erhöhten Risikos grundsätzlich vermieden werden.

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💡Praxis-Tipp

Die AkdÄ warnt ausdrücklich vor der Kombination von Fluorchinolonen mit Kortikosteroiden, da dies das Risiko für Sehnenschäden signifikant erhöht. Es wird empfohlen, bei leichten bis mittelschweren Infektionen konsequent auf andere Antibiotikaklassen auszuweichen und Fluorchinolone nicht als Erstlinientherapie einzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ können schwerwiegende und potenziell irreversible Nebenwirkungen an Muskeln, Gelenken und dem Nervensystem auftreten. Dazu gehören Sehnenrisse, Neuropathien, Depressionen sowie Beeinträchtigungen von Gehör, Sehkraft, Geruchs- und Geschmackssinn.

Die Information rät davon ab, Fluorchinolone zur Vorbeugung von rezidivierenden Infektionen der unteren Harnwege zu verwenden. Auch bei leichten bis mittelschweren Infektionen sollen sie nicht als Mittel der ersten Wahl dienen.

Ein erhöhtes Risiko für Sehnenschäden besteht bei älteren Menschen, bei Vorliegen einer Nierenfunktionsstörung sowie nach einer Organtransplantation. Zudem wird die gleichzeitige Einnahme von Kortikosteroiden als starker Risikofaktor genannt.

Es wird empfohlen, die Behandlung mit dem Fluorchinolon bei den ersten Anzeichen von Nebenwirkungen an Muskeln, Sehnen, Gelenken oder dem Nervensystem sofort zu beenden. Betroffene sollten umgehend ärztlich vorstellig werden.

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Quelle: AkdÄ: Information des BfArM zu Fluorchinolonen: Schwere und (AkdÄ, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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