AkdÄ2023

Fluorchinolone Anwendungsbeschränkung: AkdÄ Warnung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Drug Safety Mail der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2023 erinnert an die strengen Anwendungsbeschränkungen für systemisch und inhalativ angewendete Fluorchinolone. Hintergrund sind aktuelle Studiendaten, die darauf hindeuten, dass diese Antibiotika weiterhin häufig außerhalb der zugelassenen Indikationen verschrieben werden.

Diese Antibiotikaklasse wird mit sehr seltenen, aber schwerwiegenden und potenziell irreversiblen Nebenwirkungen assoziiert. Diese können die Lebensqualität der Betroffenen über Monate oder Jahre hinweg massiv beeinträchtigen.

Zu den betroffenen Wirkstoffen gehören Ciprofloxacin, Delafloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin. Die Warnung basiert auf Überprüfungen der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), die bereits 2019 zu signifikanten Einschränkungen in der Anwendung führten.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert klare Einschränkungen für die Verordnung von Fluorchinolonen. Diese basieren auf der Notwendigkeit, das Risiko schwerer Nebenwirkungen zu minimieren.

Eingeschränkte Indikationen

Laut Warnung dürfen systemische und inhalative Fluorchinolone in vielen alltäglichen klinischen Situationen nicht mehr routinemäßig verschrieben werden. Die Mitteilung definiert folgende Einschränkungen:

IndikationstypBeispieleEmpfehlung zum Einsatz
Nicht schwere oder selbstlimitierende InfektionenPharyngitis, Tonsillitis, akute BronchitisEinsatz nicht empfohlen
Leichte bis mittelschwere InfektionenUnkomplizierte Zystitis, COPD-Exazerbation, Otitis mediaNur wenn Standardantibiotika ungeeignet sind
Nichtbakterielle InfektionenChronische abakterielle ProstatitisEinsatz nicht empfohlen
ProphylaxeReisediarrhö, rezidivierende HarnwegsinfekteEinsatz nicht empfohlen

Patientenaufklärung

Es wird empfohlen, Patientinnen und Patienten über das Risiko und die potenziell lang anhaltende Natur der Nebenwirkungen aufzuklären. Betroffene sollen angewiesen werden, bei den ersten Anzeichen schwerwiegender Nebenwirkungen umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor die Behandlung fortgesetzt wird.

Besondere Risikogruppen

Die Mitteilung betont, dass bei bestimmten Patientengruppen ein erhöhtes Risiko für eine fluorchinoloninduzierte Tendinitis und Sehnenruptur besteht. Hierzu zählen ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion, Organtransplantierte sowie Patienten unter gleichzeitiger Kortikosteroidtherapie.

Zudem wird eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung bei Patienten mit einem Risiko für Aortenaneurysmen, Aortendissektionen oder Herzklappeninsuffizienzen gefordert. Bei diesen Gruppen sollten alternative Therapieoptionen bevorzugt berücksichtigt werden.

Kontraindikationen

Gemäß der Sicherheitswarnung besteht eine absolute Kontraindikation für die erneute Gabe bei Personen, die bereits in der Vergangenheit schwerwiegende Nebenwirkungen durch ein Chinolon- oder Fluorchinolon-Antibiotikum erlitten haben.

Zu den warnenden, potenziell irreversiblen Nebenwirkungen zählen:

  • Muskuloskelettale Beschwerden: Tendinitis, Sehnenruptur (insbesondere der Achillessehne), Arthralgie und Schmerzen in den Extremitäten

  • Neuropsychiatrische Symptome: Gangstörungen, Neuropathien mit Parästhesien, Depressionen, Fatigue und Gedächtnisstörungen

  • Psychiatrische Reaktionen: Halluzinationen, Psychosen und Schlafstörungen

  • Sensorische Beeinträchtigungen: Störungen von Hören, Sehen, Schmecken und Riechen

Die Warnung hebt hervor, dass Sehnenschäden bereits innerhalb von 48 Stunden nach Therapiebeginn auftreten können. Ebenso ist ein verzögertes Auftreten bis zu einigen Monaten nach Beendigung der Behandlung möglich.

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💡Praxis-Tipp

Die AkdÄ warnt eindringlich davor, Fluorchinolone bei unkomplizierten Infekten wie einer Zystitis oder akuten Bronchitis als Erstlinientherapie einzusetzen. Es wird betont, dass Sehnenschäden, insbesondere der Achillessehne, auch noch Monate nach dem Absetzen des Antibiotikums auftreten können, was bei der Anamnese unklarer Gelenk- oder Sehnenbeschwerden zwingend bedacht werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut der Sicherheitswarnung umfassen die in Deutschland zugelassenen systemischen und inhalativen Fluorchinolone die Wirkstoffe Ciprofloxacin, Delafloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin.

Die AkdÄ gibt an, dass Fluorchinolone bei einer unkomplizierten Zystitis nur dann eingesetzt werden dürfen, wenn andere üblicherweise empfohlene Antibiotika als ungeeignet erachtet werden. Sie stellen keine Therapie der ersten Wahl dar.

Ein erhöhtes Risiko für Tendinitiden und Sehnenrupturen besteht laut Warnung bei älteren Patienten, bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei Organtransplantierten. Zudem wird eine gleichzeitige Behandlung mit Kortikosteroiden als starker Risikofaktor genannt.

Die Mitteilung warnt davor, dass Sehnenschäden nicht nur innerhalb der ersten 48 Stunden nach Therapiebeginn auftreten können. Sie können sich auch mit einer Zeitverzögerung von einigen Monaten nach Beendigung der Behandlung manifestieren.

Nein, die Warnung stellt klar, dass systemisch und inhalativ angewendete Fluorchinolone nicht zur Prävention einer Reisediarrhö verschrieben werden sollen.

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Quelle: AkdÄ: „UAW-News International“: Anwendungsbeschränkung von Fluorchinolonen (AkdÄ, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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