Fluorchinolone: AkdÄ warnt vor Suizidalität
Hintergrund
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert in einer aktuellen Drug Safety Mail über das Risiko schwerer psychiatrischer Reaktionen durch Fluorchinolon-haltige Antibiotika. Diese Warnung stützt sich unter anderem auf Mitteilungen der britischen Arzneimittelbehörde (MHRA).
Zu den möglichen psychiatrischen Nebenwirkungen zählen Depressionen und psychotische Reaktionen, die in Suizidgedanken und Suizidversuchen münden können. Auch eine Exazerbation bereits bestehender psychiatrischer Symptome ist laut AkdÄ möglich.
Bereits in der Vergangenheit wurden Fälle von Suizidalität im Zusammenhang mit Fluorchinolonen dokumentiert. Dies betraf auch Personen, die zuvor keine Suizidversuche in der Vorgeschichte aufwiesen.
Empfehlungen
Die AkdÄ formuliert folgende Sicherheitshinweise und Empfehlungen für den klinischen Alltag:
Aufklärung und Überwachung
Da Betroffene Veränderungen von Stimmung und Verhalten oft nicht selbst als Medikamentenwirkung wahrnehmen, wird eine nachdrückliche Aufklärung empfohlen. Es wird dazu geraten, dass Patienten auch ihr soziales Umfeld (Freunde und Familie) über die Anwendung und mögliche psychiatrische Nebenwirkungen informieren.
Zu den möglichen Symptomen, auf die geachtet werden sollte, gehören:
-
Verwirrtheit und Desorientiertheit
-
Angst und Depression
-
Suizidgedanken und Suizidversuche
Klinisches Management
Laut Fachinformationen können psychiatrische Symptome bereits nach der ersten Anwendung auftreten.
Wenn derartige Symptome beobachtet werden, wird empfohlen:
-
Das Fluorchinolon sofort abzusetzen
-
Umgehend ärztlichen Rat einzuholen
Allgemeine Anwendungsbeschränkungen
Die AkdÄ erinnert zudem an die generellen Anwendungsbeschränkungen für systemische Fluorchinolone. Aufgrund des Risikos schwerwiegender, langanhaltender muskuloskelettaler und neuropsychiatrischer Nebenwirkungen gelten folgende Grundsätze:
-
Keine Anwendung bei nicht schweren und selbstlimitierenden Infektionen
-
Einsatz in zahlreichen Indikationen nur als Mittel der letzten Wahl
Kontraindikationen
Laut AkdÄ ist bei der Verordnung von Fluorchinolonen bei Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen in der Vorgeschichte besondere Vorsicht angezeigt.
Zudem wird betont, dass diese Antibiotika nicht zur Behandlung von nicht schweren und selbstlimitierenden Infektionen angewendet werden dürfen. In vielen Indikationen sind sie nur noch als Mittel der letzten Wahl zugelassen.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Warnhinweis der AkdÄ ist, dass schwere psychiatrische Reaktionen wie Suizidalität bereits nach der ersten Dosis eines Fluorchinolons auftreten können, auch bei Personen ohne psychiatrische Vorerkrankungen. Da Patienten diese Wesensveränderungen oft nicht selbst bemerken oder nicht mit dem Antibiotikum in Verbindung bringen, wird eine proaktive Einbindung und Aufklärung des sozialen Umfelds dringend empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut den Fachinformationen können psychiatrische Symptome wie Depressionen oder Psychosen bereits nach der ersten Anwendung des Antibiotikums auftreten.
Die AkdÄ empfiehlt, das Fluorchinolon bei Auftreten psychiatrischer Symptome umgehend abzusetzen. Es wird angeraten, dass Betroffene sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Es wird ausdrücklich davor gewarnt, systemische Fluorchinolone bei nicht schweren und selbstlimitierenden Infektionen einzusetzen. In vielen Indikationen sind sie aufgrund des Risikos langanhaltender Nebenwirkungen nur noch als Mittel der letzten Wahl zugelassen.
Zu den berichteten Symptomen zählen Verwirrtheit, Desorientiertheit, Angstzustände und Depressionen. In schweren Fällen kann es zu Suizidgedanken und Suizidversuchen kommen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ: Information zu Fluorchinolonen: suizidale Gedanken und suizidales Verhalten (AkdÄ, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.