DGPS2K2025Pneumologie

Husten bei Erwachsenen: DGP S2k-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGP (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) klassifiziert Husten primär nach seiner Dauer. Akuter Husten besteht bis zu drei Wochen, subakuter Husten drei bis acht Wochen und chronischer Husten länger als acht Wochen.

Zusätzlich wird eine Einteilung nach Auswurf in produktiven Husten und trockenen Reizhusten vorgenommen. Akuter Husten wird meist durch virale Erkältungsinfekte verursacht und heilt oft spontan ab. Subakuter Husten entsteht häufig postinfektiös, beispielsweise nach Infektionen mit Bordetella pertussis, Mykoplasmen oder SARS-CoV-2.

Chronischer Husten erfordert zwingend eine diagnostische Abklärung. Wenn trotz leitliniengerechter Diagnostik und Therapie keine Ursache gefunden wird oder der Husten persistiert, wird dies als chronisch idiopathischer (UCC) oder chronisch refraktärer Husten (RCC) bezeichnet. Diese Formen werden laut Leitlinie als eigenständige Erkrankungen mit einer Hypersensitivität des Hustenreflexes verstanden.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:

Akuter und subakuter Husten

Bei akutem und subakutem Husten wird primär nur eine Anamnese und körperliche Untersuchung empfohlen. Eine weiterführende Diagnostik soll laut Leitlinie nur bei Vorliegen von Alarmzeichen (Red Flags) erfolgen.

Chronischer Husten: Basisdiagnostik

Die Leitlinie empfiehlt bei jedem Patienten mit chronischem Husten eine Basisdiagnostik:

  • Ausführliche Anamnese inklusive Medikamentenanamnese (insbesondere ACE-Hemmer)

  • Körperliche Untersuchung

  • Röntgenaufnahme des Thoraxes in zwei Ebenen

  • Lungenfunktionsprüfung (falls möglich mit FeNO-Messung)

Personalisierte Diagnostik

Bei unauffälliger Basisdiagnostik wird ein personalisiertes Vorgehen nach klinischem Verdacht empfohlen:

  • HNO-ärztliche Abklärung bei Verdacht auf Erkrankungen der oberen Atemwege (z. B. chronische Rhinosinusitis).

  • Gastroenterologische Diagnostik bei typischen Refluxbeschwerden.

  • Probatorische inhalative Kortikosteroid-Therapie (ICS) bei Verdacht auf Husten als Asthmaäquivalent.

  • CT-Thorax oder Bronchoskopie bei Verdacht auf seltene Ursachen oder chronische Infektionen.

Therapie

Die Therapie richtet sich primär nach der identifizierten Grunderkrankung:

  • Bei akutem Husten wird von einer routinemäßigen Antibiotikagabe abgeraten.

  • Bei ACE-Hemmer-induziertem Husten wird ein Wechsel der Substanzklasse empfohlen.

  • Bei produktivem Husten wird eine Atemphysiotherapie mit sekretmobilisierenden Techniken empfohlen.

  • Bei laryngealer Hypersensitivität wird eine logopädische Behandlung empfohlen.

  • Für chronisch refraktären Husten (RCC) können Neuromodulatoren oder niedrig dosiertes retardiertes Morphin im Off-Label-Use erwogen werden.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungen für den medikamentösen Einsatz bei chronisch refraktärem oder idiopathischem Husten (RCC/UCC):

WirkstoffDosierungIndikation / Anmerkung
Gefapixant2-mal 45 mg täglichZugelassen für RCC/UCC, aber in Deutschland derzeit nicht vertrieben
Pregabalin300 mg täglichNeuromodulator (Off-Label)
Gabapentinbis zu 1800 mg täglich (üblich bis 900 mg)Neuromodulator (Off-Label)
Morphin retard2-mal 10 mg täglichNiedrig dosiert (Off-Label für RCC/UCC, regulär zugelassen für Palliativmedizin)

Kontraindikationen

Die Leitlinie formuliert folgende Warnhinweise:

  • Antibiotika: Bei akutem Husten infolge einer Erkältung sind Antibiotika in der Regel nicht indiziert, da meist virale Erreger vorliegen.

  • ACE-Hemmer: Diese Medikamentenklasse ist eine häufige Ursache für chronischen Husten und sollte bei betroffenen Patienten abgesetzt beziehungsweise ersetzt werden.

  • Antitussiva/Sekretolytika: Diese sind für eine Langzeitanwendung bei chronischem Husten nicht zugelassen.

  • Dihydrocodein: Von der Verwendung wird abgeraten, da es im Körper zu einem unberechenbaren Anteil zu Morphin metabolisiert wird.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass bei chronischem Husten stets die Medikamentenanamnese überprüft werden sollte, da ACE-Hemmer eine häufige und oft übersehene Ursache darstellen. Bei Betroffenen unter ACE-Hemmer-Therapie mit chronischem Husten wird ein Wechsel auf eine andere Substanzklasse empfohlen, bevor eine aufwendige apparative Diagnostik eingeleitet wird.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie gelten Hämoptysen, Ruhedyspnoe, Zyanose, Stridor und ein neu aufgetretener Abfall der Sauerstoffsättigung als Alarmzeichen. In diesen Fällen wird eine unverzügliche Diagnostik entsprechend der klinischen Situation empfohlen.

Ein chronisch idiopathischer Husten liegt vor, wenn der Husten länger als acht Wochen besteht und trotz umfassender Basis- und personalisierter Diagnostik keine zugrunde liegende Ursache gefunden wird. Die Leitlinie stuft dies als eigenständige Erkrankung ein.

Ein postinfektiöser Husten, beispielsweise nach einer viralen Atemwegsinfektion oder Pertussis, kann als subakuter Husten bis zu acht Wochen andauern. Die Leitlinie gibt an, dass dieser meist spontan ausheilt.

Gastroösophagealer Reflux kann chronischen Husten verursachen. Die Leitlinie empfiehlt eine probatorische hochdosierte Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) jedoch nur, wenn gleichzeitig typische Refluxbeschwerden wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen vorliegen.

Bei Verdacht auf ein Asthmaäquivalent (Cough-variant-Asthma) oder eine nicht-asthmatische eosinophile Bronchitis (NAEB) wird eine probatorische Therapie empfohlen. Laut Leitlinie erfolgt dies durch die Gabe von inhalativen Kortikosteroiden (ICS) über vier Wochen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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