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DEGAM S3-Leitlinie Husten: Diagnostik & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DEGAM Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Akuter Husten (<8 Wochen) ist meist viral bedingt und erfordert in der Regel keine Antibiotika.
  • Bei chronischem Husten (>8 Wochen) ist eine strukturierte Abklärung zwingend erforderlich.
  • Ein Röntgen-Thorax ist indiziert, wenn der Husten länger als 3 Wochen ohne Besserung besteht.
  • Antitussiva sollten nur kurzzeitig und symptomatisch bei quälendem Reizhusten eingesetzt werden.
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Hintergrund

Die DEGAM S3-Leitlinie (Stand 2021) behandelt die strukturierte Diagnostik und Therapie von akutem und chronischem Husten in der Hausarztpraxis. Die klinische Herangehensweise richtet sich primär nach der Dauer der Symptomatik und dem Vorhandensein von Warnzeichen.

Klassifikation und Ursachen

Die Einteilung des Hustens erfolgt anhand der Dauer. Bei chronischen Verläufen müssen spezifische Grunderkrankungen ausgeschlossen werden.

DauerKlassifikationHäufige Ursachen / Bemerkung
< 8 WochenAkuter HustenMeist viral bedingt, keine Antibiotika nötig
> 8 WochenChronischer HustenAsthma, GERD (Reflux), Upper Airway Cough Syndrome

Diagnostik und Red Flags

Ein Röntgen-Thorax ist indiziert bei Husten, der länger als 3 Wochen ohne Besserungstendenz besteht.

Folgende Red Flags (Warnzeichen) erfordern eine sofortige weiterführende Diagnostik:

  • Hämoptysen
  • Gewichtsverlust >10% innerhalb von 6 Monaten
  • Heiserkeit >3 Wochen
  • Dyspnoe in Ruhe
  • Thoraxschmerz
  • Fieber >38.5°C über mehr als 5 Tage

First-Line Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Art des Hustens. Antibiotika sind bei unkomplizierten Verläufen obsolet.

HustenartTherapieempfehlungBemerkung
Akuter viraler HustenSymptomatischZ.B. Honig, Inhalation
Produktiver HustenKeine AntitussivaAbhusten nicht unterdrücken
ReizhustenDextromethorphan oder CodeinNur kurzzeitig bei quälendem Husten
Bakterielle BronchitisAntibiotikaNur bei Vorliegen von Risikofaktoren

Überweisungsindikationen

Eine Überweisung zur fachärztlichen Mitbeurteilung ist in folgenden klinischen Situationen indiziert:

  • Verdacht auf Malignom (insbesondere bei Rauchern >40 Jahre mit neu aufgetretenem Husten)
  • Rezidivierende Pneumonien
  • Therapierefraktärer Husten >8 Wochen trotz strukturierter Abklärung
  • Verdacht auf Tuberkulose

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei akutem Husten (<8 Wochen) auf eine routinemäßige Antibiotikagabe, da die Ursache meist viral ist. Denken Sie stattdessen konsequent an den Röntgen-Thorax, wenn die Symptomatik länger als 3 Wochen ohne Besserung anhält.

Häufig gestellte Fragen

Von einem chronischen Husten spricht man ab einer Dauer von mehr als 8 Wochen.
Ein Röntgen-Thorax wird empfohlen, wenn der Husten länger als 3 Wochen ohne Besserung besteht.
Die häufigsten Ursachen sind Asthma, die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) und das Upper Airway Cough Syndrome.
Antitussiva wie Dextromethorphan oder Codein sollten nur kurzzeitig und rein symptomatisch bei quälendem Reizhusten eingesetzt werden. Bei produktivem Husten sind sie nicht indiziert.

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