CT-Qualitätssicherung: Leitlinie der Bundesärztekammer
📋Auf einen Blick
- •Die Schichtdicke bei der Akquisition sollte zur Erzeugung isotroper Voxel ≤ 1 mm betragen.
- •Zur Dosisbewertung werden der Volumen-CT-Dosisindex (CTDIvol) und das Dosislängenprodukt (DLP) herangezogen.
- •Der Einsatz von Strahlenschutzmitteln richtet sich nach der Untersuchungsregion und aktuellen SSK-Empfehlungen.
- •Für die Befundung wird eine lückenlose oder überlappende Schichtrekonstruktion (Inkrement 70-80 % der Schichtdicke) empfohlen.
Hintergrund
Die Qualität der Diagnostik mittels Computertomographie (CT) wird durch die klinische Fragestellung, die rechtfertigende Indikation und die optimierte Durchführung bestimmt. Die Leitlinie der Bundesärztekammer definiert medizinische Standards für die Bildakquisition, Strahlenexposition und Befundung.
Aufnahmetechnische Parameter
Für eine optimale Bildqualität bei minimaler Strahlenexposition gelten folgende Grundsätze:
- Aufnahmespannung: Typischerweise 80 bis 120 kV, anzupassen an Körperdimensionen und Fragestellung.
- Schichtdicke (Akquisition): Möglichst ≤ 1 mm zur Erzeugung isotroper Voxel und Reduktion von Partialvolumeneffekten.
- Schichtdicke (Rekonstruktion): Lückenlos oder mit Überlappung (Rekonstruktionsinkrement bei 70–80 % der Schichtdicke).
- Pitch: Bei Spiralakquisition meist ≥ 1. Zur Artefaktreduzierung kann ein Pitch ≤ 1 vorteilhaft sein (mAs-Anpassung beachten).
Strahlenexposition und Dosimetrie
Zur Beschreibung der Strahlenexposition werden zwei Hauptgrößen verwendet:
- CTDIvol (Volumen-CT Dosisindex): Bezieht sich auf ein PMMA-Phantom (16 cm für Kopf, 32 cm für Körper).
- DLP (Dosislängenprodukt): Berücksichtigt zusätzlich die Scanlänge.
Wichtig: Der CTDIvol einer Scanserie wird als mittlerer Wert angegeben und darf für den Vergleich mit diagnostischen Referenzwerten (DRW) nicht über mehrere Serien addiert werden.
Strahlenschutzmittel
Der Einsatz von Strahlenschutzmitteln orientiert sich an den Empfehlungen der Strahlenschutzkommission (SSK):
| Untersuchungsart | Empfohlene Strahlenschutzmittel |
|---|---|
| CT Hirnschädel | Sektorielle Röhrenstrom-Absenkung ODER Augenlinsenschutz (falls Gantrykippung nicht möglich); Schilddrüsenschutz |
| CT Gesichtsschädel / NNH | Sektorielle Röhrenstrom-Absenkung ODER Schilddrüsen- und Augenlinsenschutz |
| CT Thorax | Umschließende Bleiabdeckung des Abdomens bei Schwangeren |
| CT Becken/Abdomen | Umschließender Hodenschutz bei Männern (wenn Dosisautomatik nicht beeinflusst wird) |
Spezifische Untersuchungsprotokolle (Kopf/Hals)
Die Leitlinie definiert detaillierte Vorgaben für verschiedene Körperregionen. Hier ein Auszug für die Kopf-Hals-Diagnostik:
| Region | Scanbereich | Rekonstruktion | Fensterung (Weichteil / Knochen) |
|---|---|---|---|
| Hirnschädel | Schädelbasis bis Kalotte | 3–5 mm | W: 70–100 HE / K: 1800–4000 HE |
| Gesichtsschädel / NNH | Kinn/Oberkiefer bis Oberrand Stirnhöhle | ≤ 1,2 mm | W: 100–600 HE / K: 1800–4000 HE |
| Felsenbeine | Unterhalb Mastoid bis oberhalb Tegmen tympani | ≤ 1,2 mm (UHR: ≤ 0,5 mm) | K: 4000 HE (Lage +600 bis +800) |
| Schädelbasis | Unterhalb Mastoid bis Oberrand Stirnhöhle | ≤ 1,2 mm | Wie Gesichtsschädel |
Bei Kontrastmittelgabe (z. B. Hirnschädel) wird eine Verzögerung von 80–100 s und eine gewichtsadaptierte Dosis von 0,3–0,4 g Jod/kg Körpergewicht empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Nutzen Sie bei CT-Untersuchungen des Schädels bevorzugt die sektorielle Röhrenstrom-Absenkung oder eine Gantrykippung, um die Augenlinsen aus dem direkten Strahlengang zu halten, bevor Sie physische Protektoren einsetzen.