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Radiologische Diagnostik Kopf-Hals: Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • CT und DVT eignen sich primär für knöcherne und kalkhaltige Strukturen.
  • Die MRT ist das Verfahren der Wahl für Weichgewebe und Knochenmark.
  • Ultraschall ist die Primäruntersuchung bei Speicheldrüsenerkrankungen und zur Lymphknotenbeurteilung.
  • Bei schädelbasisnahen Läsionen sind oft CT und MRT in Kombination notwendig.
  • Die DVT kann bei vergleichbarer Bildqualität und Dosis alternativ zur CT eingesetzt werden.
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Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie bietet eine Entscheidungshilfe für den indikationsgerechten Einsatz bildgebender Verfahren im Kopf-Hals-Bereich. Bei der Wahl des Verfahrens muss stets die Strahlenexposition (insbesondere bei Kindern) gegen den Aufwand und die Invasivität (z.B. MRT in Narkose) abgewogen werden.

Grundsätzlich gilt:

  • CT und DVT stellen knöcherne und kalkhaltige Strukturen gut dar.
  • MRT deckt pathologische Prozesse in Weichgeweben und im Knochenmark besser auf.
  • DVT kann alternativ zur CT eingesetzt werden (analog zur Low-Dose-CT), vergleichbare Bildqualität vorausgesetzt.

Die Wertigkeit der Verfahren wird wie folgt klassifiziert:

  • P: indiziert, Primäruntersuchung
  • W: indiziert, weiterführende Untersuchung
  • S: indiziert, Spezialverfahren
  • N: nicht indiziert
  • KI: Kontraindikation

Schläfenbein

IndikationPrimäruntersuchung (P)Weiterführend (W)
Entzündung / CholesteatomCT (bei V.a. Komplikationen), DVTMRT (bei intrakranieller Ausbreitung)
SchwerhörigkeitDVT/CT (Schall-Leitung), MRT (Schall-Empfindung)MRT (kombiniert)
TumorCT (Meatus acusticus ext.), MRT (Innenohr, Kleinhirnbrückenwinkel)CT (Meatus acusticus int.)
TraumaCT (Frakturklassifikation, OP-Planung)MRT (intralabyrinthäres Hämatom)
Fazialisparese (peripher)MRT (Läsion im Kleinhirnbrückenwinkel)MRT (Läsion in Parotis/Mastoid)

Orbita

IndikationPrimäruntersuchung (P)Weiterführend (W)
Entzündung / PhlegmoneMRT (bevorzugt bei Kindern), CT-
Endokrine OrbitopathieMRT (Aktivität, Verlauf)CT (vor Dekompressions-OP)
TraumaCT (Fraktur, Fremdkörper)MRT (N. opticus Läsion)
TumorMRT (Ausbreitung), CT (Knochenstatus)-

Dento-maxillo-fazialer Komplex & Kiefergelenk

IndikationPrimäruntersuchung (P)Weiterführend (W)
Zahn-/ParodontiumRöntgen (OPTG, Tubus)DVT, CT (Dental-CT)
Raumforderung (Kiefer)CT (Low-Dose für Zysten, Standard für andere)MRT (Malignom-Verdacht, Weichgewebe)
Trauma (Kiefer)Röntgen (OPTG), CT/DVT (OP-Planung)MRT (disko-ligamentäres Trauma)
Kiefergelenk-DysfunktionRöntgen (OPTG)MRT (Diskusdarstellung)

Speicheldrüsen

IndikationPrimäruntersuchung (P)Weiterführend (W)
Schwellung / EntzündungUltraschall (Differenzierung, Konkremente)CT (Abszess), MRT (Sjögren, Gangstenose)
TumorUltraschall, MRT (Staging)CT (Knocheninfiltration)

Gesichtsschädel und Mittelgesicht

IndikationPrimäruntersuchung (P)Weiterführend (W)
Entzündung (chronisch)DVT, CT (OP-Planung)MRT (Tumorausschluss, Rezidiv)
Tumor / OsteomyelitisCT (OP-Planung, Staging), MRTUltraschall (Lymphknoten)
TraumaCT (Staging, OP-Planung)DVT, MRT (intrakranielle Verletzung)
EpistaxisCT (Ursachenklärung, Gefäßdarstellung)DSA (Primärtherapie)

Pharynx, Mundhöhle und Larynx

IndikationPrimäruntersuchung (P)Weiterführend (W)
SchluckstörungRöntgen (Breischluck, Videokinematographie)CT, MRT (Tumorverdacht)
Tumor (Mundhöhle/Oropharynx)MRT, CT (Alternative bei Implantaten)Ultraschall (Lymphknoten)
Tumor (Hypopharynx/Larynx)CT (bei Atem-/Schluckbeschwerden), MRTUltraschall (Lymphknoten)
TraumaCT (Staging, OP-Planung)MRT (intrakranielle Verletzung)

💡Praxis-Tipp

Bei der Abklärung von Speicheldrüsenerkrankungen ist der Ultraschall immer das primäre Verfahren der Wahl. Eine konventionelle Sialographie ist laut Leitlinie strikt kontraindiziert (KI).

Häufig gestellte Fragen

Die DVT kann bei vergleichbarer Bildqualität und Dosis alternativ zur CT eingesetzt werden, insbesondere zur Darstellung knöcherner Strukturen im Gesichtsschädel und Schläfenbein.
Bei protrahiertem Beginn oder Persistenz über 6 Wochen ist die MRT die Primäruntersuchung zur Beurteilung des Kleinhirnbrückenwinkels und Meatus acusticus internus.
Das Verfahren der ersten Wahl ist der Ultraschall zur Differenzierung von Entzündung, Tumor und Konkrementen.
Die MRT ist die Primäruntersuchung zur Erfassung der entzündlichen Aktivität und für Verlaufskontrollen. Eine CT wird vor einer geplanten Dekompressions-OP empfohlen.
Die MRT ist primär nicht indiziert, kann aber als Spezialverfahren bei Verdacht auf maligne Raumforderungen zur Weichgewebebeurteilung oder bei Kiefergelenksdysfunktionen (Diskusdarstellung) eingesetzt werden.

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