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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Ambulante Herzgruppen: Leitlinie zur Betreuung (DGK/DGPR)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Aufgrund des Ärztemangels und gesunkener Komplikationsraten ist eine ständige ärztliche Anwesenheit nicht mehr in allen Herzgruppen zwingend erforderlich.
  • Die Einteilung der Patienten erfolgt nach einer neuen Risikostratifizierung in drei Gruppen: Standardherzgruppe, Herzgruppe mit erhöhtem Betreuungsbedarf und Herzinsuffizienzgruppe.
  • In der Standardherzgruppe (ca. 50 % der Patienten) ist keine ärztliche Anwesenheit nötig; ein qualifizierter Übungsleiter, ein AED und eine Notrufmöglichkeit genügen.
  • Die Zuordnung zu den Risikokategorien muss durch einen Facharzt für Innere Medizin oder eine kardiologische Rehabilitationseinrichtung erfolgen.
  • Eine Reevaluation der Risikoeinstufung sollte in der Regel nach einem Jahr durchgeführt werden.
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Hintergrund

Ambulante Herzgruppen sind ein essenzieller Bestandteil der kardiovaskulären Langzeitprävention und Nachsorge (Phase-III-Rehabilitation). Bisher war die ständige Anwesenheit eines Arztes in diesen Gruppen verpflichtend. Durch den zunehmenden ärztlichen Fachkräftemangel drohen jedoch Versorgungsengpässe und Wartezeiten für Patienten.

Da das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse während der Bewegungstherapie dank medizinischer Fortschritte (Revaskularisationsstrategien, medikamentöse Therapie) in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken ist, empfehlen die DGK und DGPR eine risikoadaptierte ärztliche Betreuung.

Risikostratifizierung und Betreuungsmodelle

Die Leitlinie sieht eine Einteilung der Patienten in drei verschiedene Gruppentypen vor:

GruppentypÄrztliche AnwesenheitZielgruppe / KriterienVoraussetzungen
StandardherzgruppeNicht erforderlichStabile, gut belastbare Patienten (z. B. LVEF ≥50 %)Qualifizierter Leiter, AED vor Ort, Notrufmöglichkeit
Herzgruppe mit erhöhtem BetreuungsbedarfPermanent erforderlichPatienten mit Risikokriterien (z. B. LVEF <50 %, NYHA ≤II, eingeschränkte Belastbarkeit)Arzt anwesend
HerzinsuffizienzgruppePermanent erforderlichHochrisikopatienten (siehe separate Tabelle)Speziell ausgebildete Ärzte und Herzgruppenleiter

Indikationen für die Herzinsuffizienzgruppe

Für Patienten mit hohem kardiovaskulärem Ereignisrisiko wurden spezielle Herzinsuffizienzgruppen geschaffen. Folgende Indikationen rechtfertigen die Zuordnung:

IndikationsgebietSpezifische Kriterien
Schwere HerzinsuffizienzNYHA III bei mittelgradig bis schwer eingeschränkter Pumpfunktion (HFrEF = LVEF < 40 %)
Schwere Rechtsherzinsuffizienzz. B. bei thrombembolisch pulmonaler Hypertonie (CTEPH) oder primärer pulmonalarterieller Hypertonie (PAH)
Rhythmusstörungen / Z.n. ReanimationRezidivierende ventrikuläre Herzrhythmusstörungen, 1. Jahr nach überlebtem plötzlichem Herztod mit ICD
KardiomyopathienHypertrophe (obstruktive) Kardiomyopathie (HOCM/HCM) mit/ohne ICD
KlappenvitienMittelschwere symptomatische Herzklappenvitien
Schwere IschämieSchwere Herzinsuffizienz und intraktable Angina pectoris bei Ischämie oder Dyspnoe bei Training unter 6 MET

Zuweisung und Reevaluation

Die Einteilung in die Risikokategorien ist eine verantwortungsvolle ärztliche Aufgabe:

  • Zuweisung: Darf nur durch einen Facharzt für Innere Medizin (idealerweise mit Schwerpunkt Kardiologie/Sportmedizin) oder eine kardiologische Rehabilitationseinrichtung erfolgen.
  • Diagnostik: Klinische Anamnese und aktuelle kardiologische Befunde (Echokardiographie, Ergometrie) sind zwingend erforderlich.
  • Reevaluation: Da sich Befunde nach akuten Ereignissen ändern können, sollte nach einem Jahr eine Reevaluation durch einen Facharzt erfolgen. Bei einer Änderung der klinischen Symptomatik ist eine sofortige Reevaluation indiziert.

Anforderungen an die Herzgruppenleiter

Jede Herzgruppe wird durch einen speziell ausgebildeten, nichtärztlichen Herzgruppenleiter (z. B. "Herzgruppenleiter der DGPR") angeleitet. Zu den Kernaufgaben gehören:

  • Notfallmanagement: Geübter Umgang mit kardiovaskulären Notfällen.
  • Sicherheit: Kenntnis der Kontraindikationen für körperliches Training (z. B. akute Infektionen, kardiale Dekompensation) und entsprechende Aufklärung der Teilnehmer.
  • Prävention: Vermittlung präventivmedizinischer Aspekte jenseits des Trainings (z. B. Gesundheitsaufklärung, Ernährung, Raucherentwöhnung).
  • Trainingssteuerung: Umsetzung eines kombinierten Ausdauer- und dynamischen Krafttrainings, welches sich als besonders effektiv erwiesen hat.

💡Praxis-Tipp

Weisen Sie stabile Patienten (z. B. LVEF ≥50 %, keine Ischämie) gezielt der Standardherzgruppe zu. Dies entlastet die ärztlichen Ressourcen erheblich, da für diese Gruppe (ca. 50 % aller Patienten) keine permanente ärztliche Anwesenheit mehr gefordert ist.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Nach der neuen Risikostratifizierung ist für die 'Standardherzgruppe' (ca. 50 % der Patienten) keine ärztliche Anwesenheit mehr erforderlich. Ein AED und ein qualifizierter Übungsleiter genügen.
Die Einteilung muss durch einen Facharzt für Innere Medizin oder durch eine kardiologische Rehabilitationseinrichtung (ambulant oder stationär) erfolgen.
Eine Reevaluation sollte regulär nach einem Jahr oder bei einer Änderung der klinischen Symptomatik erfolgen.
Hochrisikopatienten, z. B. mit NYHA III und LVEF < 40 %, schwerer Rechtsherzinsuffizienz, HOCM, mittelschweren Klappenvitien oder im ersten Jahr nach überlebtem plötzlichem Herztod.

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