Curriculum Präventions-Assistenz: Leitlinie (DGK)
📋Auf einen Blick
- •Nichtärztliche Präventions-Assistent*innen verbessern nachweislich die Einstellung kardiovaskulärer Risikofaktoren.
- •Das DGK-Zertifikat erfordert einen anerkannten Ausbildungskurs und mindestens 6 Monate praktische Tätigkeit.
- •Es müssen mindestens 75 dokumentierte Beratungsgespräche (Rauchen, Bewegung, Ernährung) nachgewiesen werden.
- •Die ärztliche Supervision muss durch einen entsprechend qualifizierten Kardiologen erfolgen.
Hintergrund
Eine verbesserte Einstellung kardiovaskulärer Risikofaktoren führt zu einer signifikanten Reduktion der Morbidität und Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da im klinischen Alltag oft Defizite in der Langzeitprävention bestehen, hat sich der Einsatz von nichtärztlichen kardiovaskulären Präventions-Assistent*innen bewährt. Studien (wie die IPP-Studie) zeigen, dass diese Assistent*innen Ärzte entlasten, kosteneffizient sind und die Patientenbindung sowie die klinischen Ergebnisse im Langzeitverlauf verbessern.
Um einen einheitlichen und qualitativ hochwertigen Ausbildungsstandard in Deutschland zu etablieren, hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) das Curriculum „Kardiovaskuläre Präventions-Assistenz“ eingeführt. Es richtet sich an Personen in medizinischen Berufen (z. B. MFA, Pflegekräfte) sowie Absolventen gesundheitswissenschaftlicher Studiengänge.
Voraussetzungen für das Zertifikat
Für den Erhalt des Zertifikats müssen zwei zentrale Ausbildungspunkte nachgewiesen werden:
- Erfolgreiche Teilnahme an einem Ausbildungskurs an einer von der DGK anerkannten Institution.
- Nachweis praktischer Tätigkeiten unter Anleitung eines verantwortlichen Arztes.
Inhalte des Ausbildungskurses
Der Kurs vermittelt theoretisches und praktisches Wissen und schließt mit einer Lernerfolgskontrolle (LEK) ab. Er ist in fünf Thementage gegliedert:
| Kurstag | Schwerpunkte der Ausbildung |
|---|---|
| Tag I | Grundlagen der kardiovaskulären Prävention und der KHK (Pathophysiologie, Diagnostik, Therapie), praktische Übungen |
| Tag II | Die wichtigsten Risikofaktoren (Rauchen, Lipide, Inaktivität, Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes, psychosoziale Faktoren) |
| Tag III | Lebensstil-Änderungen, motivierende Gesprächsführung, Stress-Management, Entspannungstraining |
| Tag IV | Praktische Umsetzung der Risikofaktoren-Modifikation (z. B. gemeinsames Kochen, Einkaufstraining) |
| Tag V | Bevölkerungsbezogene Prävention, Präventions-Programme, Reanimationstraining, Lernerfolgskontrolle |
Praktische Tätigkeiten
Die praktische Phase muss mindestens 6 Monate im Bereich der kardiovaskulären Prävention umfassen. In dieser Zeit müssen mindestens 75 Beratungsgespräche (Dauer jeweils >15 Minuten) dokumentiert werden. Die Dokumentation erfolgt anonymisiert und muss vom Kandidaten sowie dem Arzt abgezeichnet werden.
| Beratungsthema | Mindestanzahl | Geforderte Inhalte |
|---|---|---|
| Rauchen | ≥ 25 Gespräche | Nichtmedikamentöse und medikamentöse Optionen der Tabakentwöhnung |
| Körperliche Aktivität | ≥ 25 Gespräche | Aufklärung, Anleitung zu mehr Aktivität, Rezept auf Bewegung, Motivationsstrategien |
| Gesunde Ernährung | ≥ 25 Gespräche | Aufklärung und Anleitung zu präventiv sinnvollen Ernährungskonzepten |
Anforderungen an den verantwortlichen Arzt
Die Supervision muss durch einen Kardiologen erfolgen, der seine Qualifikation in der Präventivmedizin durch eines der folgenden Kriterien nachweist:
- Sachkunde „Spezielle kardiovaskuläre Prävention der DGK“
- „Kardiovaskulärer Präventivmediziner DGPR®“
- Langjährige Tätigkeit (>5 Jahre) in der kardiovaskulären Präventionsmedizin plus Nachweis von ≥3 Fortbildungsveranstaltungen zur kardiovaskulären Prävention in den letzten 3 Jahren.
💡Praxis-Tipp
Beginnen Sie frühzeitig mit der strukturierten und anonymisierten Dokumentation der 75 geforderten Beratungsgespräche (inklusive Dauer und Inhalt), um Verzögerungen bei der Zertifikatsbeantragung bei der DGK zu vermeiden.