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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Zusatzqualifikation Sportkardiologie: DGK-Positionspapier

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die EACPR hat ein europaweites Curriculum für eine Zusatzqualifikation Sportkardiologie vorgelegt.
  • Die DGK begrüßt die Initiative zur Qualitätssicherung, fordert für Deutschland jedoch spezifische Anpassungen.
  • Die Qualifikation soll in Deutschland ausschließlich auf Basis eines abgeschlossenen Facharztes für Kardiologie erworben werden.
  • Neben dem Leistungssport muss ein stärkerer Fokus auf der Primär- und Sekundärprävention sowie der Rehabilitation liegen.
  • Gefordert wird eine mindestens 12-monatige Weiterbildung an akkreditierten sportkardiologischen Zentren.
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Hintergrund

Die Bedeutung sportkardiologischer Fragestellungen nimmt stetig zu. Dies betrifft nicht nur den Leistungssport, sondern auch den Breiten- und Freizeitsport sowie die Primär- und Sekundärprävention. Körperliches Training gilt mittlerweile als feste Therapiesäule selbst bei fortgeschrittenen Herzerkrankungen. Die Differenzierung zwischen physiologischen Anpassungen (Sportherz) und potenziell malignen Herzerkrankungen mit der Gefahr eines plötzlichen Herztodes erfordert spezielles Fachwissen. Dieses wird in der regulären kardiologischen Weiterbildung bisher unzureichend abgebildet.

Das EACPR-Curriculum

Die European Association for Cardiovascular Prevention and Rehabilitation (EACPR) hat ein Positionspapier zur Etablierung eines europaweiten Curriculums für die Zusatzqualifikation Sportkardiologie veröffentlicht. Ziel ist die Standardisierung der kardiovaskulären Evaluation von Leistungs- und Freizeitsportlern.

Das europäische Curriculum umfasst zehn Kernbereiche:

BereichInhalte
GrundlagenAnatomie, Physiologie, kardiale Adaptation
DiagnostikKardiologische Untersuchung, diagnostische Grenzfälle
LeistungssportPlötzlicher Herztod, Screening, Doping und Substanzmissbrauch
Kranke PatientenSporttauglichkeit bei Herzerkrankungen, kardiale Rehabilitation
RahmenbedingungenEthische/legale Aspekte, Sicherheitsmaßnahmen in Sportstätten

Position und Kritik der DGK

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) begrüßt die europäische Initiative ausdrücklich, übt jedoch an einigen Punkten Kritik und fordert klare Anpassungen für das deutsche Weiterbildungssystem:

  • Fokus erweitern: Das EACPR-Curriculum fokussiert sich stark auf den Leistungssport und die Prävention des plötzlichen Herztodes. Die DGK fordert, dass Fragestellungen aus der Primär- und Sekundärprävention kardialer Erkrankungen mindestens ebenbürtig behandelt werden.
  • Klare Facharztbindung: Die EACPR schlägt vor, die Qualifikation auf Basis der Kardiologie oder der Sportmedizin zu erlangen. Da es in Deutschland keinen eigenständigen Facharzt für Sportmedizin gibt, fordert die DGK, dass die Zusatzqualifikation ausschließlich auf Basis eines Facharztes für Kardiologie erworben werden kann.
  • Ablehnung von Aufweichungen: Den von der EACPR vorgeschlagenen Titel "Arzt mit speziellem Interesse an Sportkardiologie" für Nicht-Kardiologen lehnt die DGK ab, da ein bloßes Interesse keine spezielle Zusatzqualifikation ersetzt.

Struktur der Weiterbildung in Deutschland

Für die Etablierung der Zusatzqualifikation in Deutschland werden folgende Rahmenbedingungen gefordert:

  • Dauer: Mindestens 12 Monate.
  • Ort: Akkreditierte sportkardiologische Zentren mit ausreichenden Untersuchungszahlen, entsprechender apparativer Ausstattung und wissenschaftlicher Aktivität.
  • Inhalte: Mindestens 80 % der Arbeitszeit sollen mit sportkardiologischen Themen besetzt sein.

Geforderte Ausbildungsinhalte

KategorieSpezifische Inhalte
Apparative DiagnostikSpezielle Anamnese, Ruhe-/Belastungs-EKG, Spiroergometrie, Echokardiographie, Langzeit-Messungen
Spezielle KompetenzenScreening im Leistungssport, Differenzialdiagnostik (Sportherz vs. Pathologie), Risikoevaluation
TrainingsberatungFreizeit-/Leistungssport, KHK, Herzinsuffizienz, angeborene Herzfehler, extreme Umweltbedingungen
Übergreifendes WissenGenetik, Dopingbekämpfung, ethische/legale Fragen, Notfallmedizin im Wettkampfsport

💡Praxis-Tipp

Beachten Sie bei der sportkardiologischen Beurteilung, dass die Differenzierung zwischen physiologischer Anpassung (Sportherz) und pathologischen Befunden (z.B. Kardiomyopathien) tiefergehende kardiologische Expertise erfordert. Ein pauschales Abraten von Sport wird dem präventiven Charakter von Bewegung oft nicht gerecht.

Häufig gestellte Fragen

Laut DGK soll die Zusatzqualifikation ausschließlich Ärzten mit einem abgeschlossenen Facharzt für Kardiologie vorbehalten sein.
Empfohlen wird eine mindestens zwölfmonatige Weiterbildung an einem akkreditierten sportkardiologischen Zentrum.
Neben der Prävention des plötzlichen Herztodes im Leistungssport umfasst sie vor allem die sportbezogene Prävention, die Trainingsberatung und die Rehabilitation von Patienten mit Herzerkrankungen.
Nein, die aktuellen Weiterbildungsordnungen decken spezifische sportkardiologische Kenntnisse (z.B. kardiovaskuläre Adaptation, Trainingssteuerung) bisher unzureichend ab.

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