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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Krankenhausbehandlung bei Rhythmus-Eingriffen: DGK-Kriterien

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Herzschrittmacher-Implantationen sollen gemäß AOP-Vertrag primär ambulant durchgeführt werden.
  • ICD- und CRT-Implantationen rechtfertigen in der Regel eine vollstationäre Überwachung für eine Nacht.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen (EPU) und Katheterablationen erfordern meist eine stationäre Aufnahme am Tag des Eingriffs.
  • Eine stationäre Aufnahme vor dem Eingriffstag ist nur bei schweren Begleiterkrankungen oder Akutbehandlungen indiziert.
  • Ein Bridging der Antikoagulation ist bei den meisten elektiven rhythmologischen Eingriffen nicht mehr erforderlich.
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Hintergrund

Die Entscheidung zwischen ambulanter und stationärer Durchführung elektiver rhythmologischer Eingriffe birgt häufig Konfliktpotenzial zwischen Krankenhäusern und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Die gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und der sozialmedizinischen Expertengruppe (SEG 4) definiert objektive Kriterien, um die Notwendigkeit und Dauer einer Krankenhausbehandlung transparent zu machen.

Ambulantes vs. Stationäres Operieren

Gemäß dem Wirtschaftlichkeitsgebot hat die ambulante Behandlung Vorrang vor der stationären. Dies betrifft insbesondere:

  • Herzschrittmacher: Primär ambulante Versorgung gemäß AOP-Vertrag (§ 115b SGB V).
  • Ereignisrekorder (Eventrekorder): Aufgrund der geringen Invasivität aus medizinischer Sicht ambulant durchführbar.
  • ICD- und CRT-Systeme: Bis zum Vorliegen aussagekräftiger Studien ist aufgrund der Schwere der Grunderkrankung eine stationäre Überwachung für eine Nacht gerechtfertigt.

Kriterien für eine stationäre Aufnahme am Operationstag

Bestimmte medizinische Sachverhalte rechtfertigen eine stationäre Aufnahme ab dem Tag der Device-Operation (Schrittmacher, ICD, CRT). In der Regel ist hierbei eine Überwachung bis zum Folgetag indiziert:

KategorieKriterien für stationäre Aufnahme
EingriffsartICD/CRT-Neuimplantation, Systemumstellung auf 2-/3-Kammersysteme, Sondenentfernung
KomplikationenSchwierige Sondenplatzierung (>10 Umpositionierungen), Fehlpunktionen, Perikarderguss
KomorbiditätenHerzinsuffizienz (NYHA III/IV), LV-EF ≤35%, schwere Klappenvitien, pulmonale Hypertonie
VitalparameterEntgleiste Hypertonie (>180/110 mmHg über 12h), Eigenrhythmus <35/min über >30s
MedikationZwingend fortgesetzte i.v. Heparingabe (z.B. bei mechanischem Klappenersatz)

Kriterien für eine Aufnahme VOR dem Eingriffstag

Voruntersuchungen und Aufklärungen müssen vorrangig ambulant oder vorstationär erfolgen. Eine stationäre Aufnahme einen oder mehrere Tage vor dem Eingriff (Device-OP oder Ablation) ist nur in Ausnahmefällen begründet:

IndikationKriterien
KardialAkute symptomatische Arrhythmien, dekompensierte Herzinsuffizienz (NYHA ≥ III)
RenalGFR < 60 ml/min/1,73 m² mit Notwendigkeit zur i.v.-Hydratation (ab 12h vor Kontrastmittel)
MetabolischInsulinpflichtiger Diabetes mit rezidivierenden Hypo-/Hyperglykämien und Überwachungsbedarf
MedikationZwingende Umstellung auf i.v. Heparin (Bridging)

Kriterien für eine verlängerte Überwachung (> 1 Tag)

Eine Verlängerung des stationären Aufenthaltes über den Folgetag hinaus muss medizinisch begründet und dokumentiert sein:

BereichKriterien für verlängerte Überwachung
Device-OPSondenfehlfunktion (Revisions-OP), Pneumothorax, Systeminfektion, anhaltende Nachblutung
AblationKreatinin-Anstieg ≥0,3 mg/dl, myokardiale Überhitzung ("steam pops"), epikardiale Punktion
AllgemeinNeuer Perikarderguss, kardiale Dekompensation, Reanimation, schwere Akuterkrankung (z.B. Pneumonie)

Antikoagulation und Bridging

Ein routinemäßiges Bridging (Umstellung auf Heparin) ist bei den meisten elektiven Eingriffen obsolet und rechtfertigt keine vorzeitige stationäre Aufnahme.

  • Vitamin-K-Antagonisten: Können bei Katheterablationen im Regelfall fortgeführt werden.
  • NOAC/DOAC: Erfordern kein Bridging. Sie können ununterbrochen beibehalten oder aufgrund der kurzen Halbwertszeit ambulant pausiert werden.
  • Schrittmacher-OP: Bei niedrigem Thrombembolierisiko (CHA2DS2-VASc <2 für Männer, <3 für Frauen) kann die orale Antikoagulation unterbrochen werden, was eine ambulante OP ermöglicht.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei elektiven Eingriffen (Schrittmacher, Ablation) auf ein routinemäßiges Bridging mit Heparin. Vitamin-K-Antagonisten können oft fortgeführt, NOACs kurzzeitig ambulant pausiert werden.

Häufig gestellte Fragen

Ja, nach aktuellem Konsens ist aufgrund der Schwere der kardialen Grunderkrankung eine stationäre Überwachung für eine Nacht im Anschluss an die Implantation gerechtfertigt.
Nur bei schweren Begleiterkrankungen (z.B. GFR < 60 ml/min mit Notwendigkeit zur i.v.-Hydratation) oder zur Akutbehandlung (z.B. dekompensierte Herzinsuffizienz oder akute Arrhythmien).
Ja, da es sich um kurze und wenig invasive Eingriffe handelt, kann die Implantation von Ereignisrekordern aus medizinischer Sicht ambulant durchgeführt werden.
Nein, eine perioperative Antibiotikaprophylaxe wird üblicherweise als Einmalgabe durchgeführt und begründet keine vollstationäre Aufnahme.

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