Arzneimittelinteraktionen Antiinfektiva: DDInter 2.0

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DDInter (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die DDInter 2.0 Datenbank aus dem Jahr 2024 bietet eine detaillierte Übersicht über Arzneimittelinteraktionen (Drug-Drug Interactions). Der Fokus der vorliegenden Auswertung liegt auf systemischen Antiinfektiva (ATC-Klasse J) sowie ausgewählten weiteren Wirkstoffen.

Die Erfassung und Bewertung von Wechselwirkungen ist essenziell, um unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu vermeiden und die medikamentöse Therapiesicherheit zu gewährleisten. Die Datenbank kategorisiert die Interaktionen in die Schweregrade schwerwiegend (Major), mittelschwer (Moderate) und leicht (Minor).

In der Auswertung werden spezifische Interaktionsprofile für Wirkstoffe wie Amprenavir, Abacavir, Bedaquilin sowie verschiedene Asparaginase-Präparate dargestellt. Diese Daten dienen als Grundlage für eine sichere medikamentöse Therapieplanung.

Empfehlungen

Die Datenbank liefert umfangreiche Interaktionsprofile für verschiedene Wirkstoffe. Es wird eine Einteilung in schwerwiegende (Major), mittelschwere (Moderate) und leichte (Minor) Wechselwirkungen vorgenommen.

Quantitative Übersicht der Interaktionen

Die Quelle erfasst für die untersuchten Wirkstoffe folgende Anzahl an dokumentierten Wechselwirkungen:

WirkstoffMajor (Schwerwiegend)Moderate (Mittelschwer)Minor (Leicht)Gesamt
Amprenavir16924936454
Abacavir527739
Asparaginase (Erwinia)044044
Asparaginase (E. coli)349052
Bedaquilin2202763499
Brentuximab vedotin368071
Cabozantinib4213257
Calaspargase pegol044044
Cannabidiol0332356

Spezifische Wirkstoffprofile

Für die einzelnen Substanzen lassen sich laut Auswertung folgende Schwerpunkte ableiten:

  • Amprenavir und Bedaquilin: Diese Wirkstoffe weisen ein sehr hohes Interaktionspotenzial auf. Es werden jeweils über 150 schwerwiegende Wechselwirkungen gelistet.

  • Abacavir: Hier zeigt sich ein moderates Interaktionsprofil mit wenigen schwerwiegenden Wechselwirkungen.

  • Asparaginase-Präparate: Diese weisen primär mittelschwere Interaktionen auf, insbesondere mit anderen Antiinfektiva wie Makroliden und Antimykotika.

  • Cannabidiol: Es werden ausschließlich mittelschwere und leichte Interaktionen beschrieben, häufig in Kombination mit antiviralen und antibakteriellen Substanzen.

Kontraindikationen

Die Quelle listet zahlreiche schwerwiegende (Major) Interaktionen auf, die bei der Verordnung zwingend beachtet werden müssen. Eine Kombination dieser Wirkstoffe birgt ein hohes Risiko für unerwünschte Ereignisse.

Schwerwiegende Interaktionen (Auswahl)

Für Amprenavir werden unter anderem folgende schwerwiegende Wechselwirkungen beschrieben:

  • Amiodaron und Dronedaron

  • Fentanyl und Oxycodon

  • Statine wie Atorvastatin und Simvastatin

  • Verschiedene Zytostatika (z.B. Paclitaxel, Dasatinib)

Für Bedaquilin listet die Datenbank unter anderem folgende Major-Interaktionen:

  • Antiarrhythmika (z.B. Amiodaron, Flecainid)

  • Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Citalopram, Fluoxetin)

  • Makrolid-Antibiotika (z.B. Azithromycin, Clarithromycin)

  • Antipsychotika (z.B. Clozapin, Haloperidol)

Für Cabozantinib wird vor schwerwiegenden Interaktionen mit diversen Antiinfektiva gewarnt, darunter:

  • Makrolide (Erythromycin, Azithromycin)

  • Azol-Antimykotika (Ketoconazol, Itraconazol)

  • Fluorchinolone (Ciprofloxacin, Levofloxacin)

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💡Praxis-Tipp

Die Auswertung zeigt, dass insbesondere bei der Verordnung von Bedaquilin und Amprenavir ein extrem hohes Risiko für schwerwiegende Wechselwirkungen besteht. Es wird dringend angeraten, vor Beginn einer Therapie mit diesen Substanzen einen vollständigen Interaktionscheck der gesamten Begleitmedikation durchzuführen. Besondere Vorsicht ist bei der gleichzeitigen Gabe von kardiologischen, psychiatrischen oder weiteren antiinfektiösen Medikamenten geboten.

Häufig gestellte Fragen

Laut der DDInter 2.0 Datenbank weist Bedaquilin 220 schwerwiegende Interaktionen auf. Dazu gehören unter anderem Antiarrhythmika wie Amiodaron, Antidepressiva wie Citalopram sowie Makrolid-Antibiotika.

Die Quelle verzeichnet für Cannabidiol keine schwerwiegenden (Major) Interaktionen. Es werden jedoch 33 mittelschwere und 23 leichte Wechselwirkungen, vor allem mit Antiinfektiva, gelistet.

Für Abacavir werden fünf schwerwiegende Interaktionen beschrieben. Diese umfassen die Wirkstoffe Leflunomid, Lomitapid, Mipomersen, Pexidartinib und Teriflunomid.

Amprenavir besitzt ein sehr hohes Interaktionspotenzial mit insgesamt 454 gelisteten Wechselwirkungen. Davon werden 169 als schwerwiegend (Major) eingestuft, beispielsweise mit Statinen oder starken Analgetika.

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Quelle: DDInter 2.0: Drug-Drug Interactions — ATC J (Antiinfectives for systemic use) (DDInter, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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