Colitis ulcerosa: Diagnostik, Therapie und Screening
Hintergrund
Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, deren Inzidenz und Prävalenz weltweit ansteigen. Die aktualisierte S3-Leitlinie bietet umfassende Empfehlungen für die Diagnostik, die medikamentöse und chirurgische Therapie sowie das Langzeitmanagement der Betroffenen.
Primäre Therapieziele sind das rasche Erreichen einer klinischen Remission sowie die Bewahrung einer langfristigen, steroidfreien klinischen und endoskopischen Remission. Eine nachgewiesene Mukosaheilung ist mit einem günstigen Krankheitsverlauf assoziiert und gilt als erstrebenswertes Ziel.
Zusätzlich legt die Leitlinie einen starken Fokus auf die Prävention des kolorektalen Karzinoms durch risikoadaptierte Überwachungskoloskopien. Auch besondere klinische Situationen wie die Behandlung von Kindern und Jugendlichen sowie das Management während der Schwangerschaft werden detailliert adressiert.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie wird bei einem schweren Schub, der nach 7 Tagen nicht auf systemische Steroide anspricht, von einem steroidrefraktären Verlauf ausgegangen. Es wird empfohlen, in dieser Situation zwingend eine Koinfektion mit Cytomegalievirus (CMV) oder Clostridioides difficile auszuschließen. Eine unkritische Verlängerung der ineffektiven Steroidtherapie sollte vermieden werden, um wirksamere Therapien oder eine notwendige chirurgische Intervention nicht zu verzögern.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine erste Kontrollkoloskopie zur Festlegung der Überwachungsstrategie 6 bis 8 Jahre nach Symptombeginn. Danach richtet sich das Intervall nach dem individuellen Risikoprofil der betroffenen Person.
Es wird eine rektale Monotherapie mit Mesalazin empfohlen. Die Dosierung sollte laut Leitlinie mindestens 1 g pro Tag betragen, wobei Suppositorien bevorzugt eingesetzt werden sollten.
Nein, die Leitlinie spricht eine starke Empfehlung dagegen aus. Kortikosteroide sollen aufgrund der irreversiblen Langzeitnebenwirkungen nicht zur Remissionserhaltung verwendet werden.
Gemäß der Leitlinie sollte eine Infektion mit Clostridioides difficile bei bestehender Colitis ulcerosa primär mit Fidaxomicin behandelt werden. Bei rezidivierenden Verläufen kann ein fäkaler Mikrobiomtransfer erwogen werden.
Methotrexat sowie Small Molecules wie JAK-Inhibitoren und S1P-Rezeptor-Modulatoren sind in der Schwangerschaft kontraindiziert. Diese Medikamente sollten laut Leitlinie bereits vor einer geplanten Konzeption mit ausreichendem Sicherheitsabstand abgesetzt werden.
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Quelle: S3-Leitlinie Colitis ulcerosa v7.0 (AWMF 021-009, 2025) (AWMF / DGVS, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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