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Bildgebung bei Melanom: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das maligne Melanom ist eine aggressive Form von Hautkrebs mit einem hohen Potenzial zur lymphogenen und hämatogenen Metastasierung. Eine präzise Ausbreitungsdiagnostik ist entscheidend, um die optimale therapeutische Strategie für die Betroffenen festzulegen.

Der Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht die diagnostische Genauigkeit verschiedener bildgebender Verfahren. Im Fokus stehen der Ultraschall, die Computertomographie (CT), die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET-CT).

Die Analyse differenziert zwischen dem primären Staging nach der Erstdiagnose und dem Re-Staging bei klinischem Verdacht auf ein Rezidiv. Zudem wird die Diagnostik vor einer Schildwächterlymphknoten-Biopsie (Sentinel Lymph Node Biopsy, SLNB) detailliert bewertet.

Empfehlungen

Die Auswertung der Evidenz liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Bildgebung:

Diagnostik vor Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLNB)

Die Auswertung zeigt, dass ein präoperativer Ultraschall in Kombination mit einer Feinnadelaspirationszytologie (FNAC) hochspezifisch ist. Laut den Autoren können dadurch etwa ein Fünftel der Personen mit nodalem Befall direkt einer adjuvanten Therapie zugeführt werden.

Ein vorheriger chirurgischer Eingriff zur SLNB kann in diesen Fällen entfallen. Die falsch-positiv-Rate ist bei dieser kombinierten Methode sehr gering.

Ganzkörperbildgebung beim primären Staging

Für das primäre Staging nach einer Melanom-Diagnose liegt laut Review nur eine begrenzte Datenbasis vor. Die Sensitivität der PET-CT wird in den eingeschlossenen Studien mit lediglich 30 % bis 47 % angegeben.

Es wird darauf hingewiesen, dass die PET-CT dennoch sensitiver als eine alleinige CT-Untersuchung ist. Zu MRT-Untersuchungen in dieser Indikation konnten keine verwertbaren Daten identifiziert werden.

Bildgebung beim Re-Staging

Beim Re-Staging aufgrund eines klinischen Rezidivverdachts zeigt die PET-CT eine deutlich höhere diagnostische Genauigkeit. Die zusammenfassende Sensitivität liegt hier bei 92,6 %.

Hinsichtlich der routinemäßigen Bildgebung des Gehirns mittels MRT oder CT lassen die vorliegenden Daten keine verlässlichen Schlussfolgerungen zu.

Vergleich der diagnostischen Genauigkeit

Die folgende Tabelle fasst die diagnostische Genauigkeit der untersuchten Verfahren zusammen:

VerfahrenIndikationSensitivitätSpezifität
Ultraschall (allein)Vor SLNB35,4 %93,9 %
Ultraschall + FNACVor SLNB18,0 %99,8 %
PET-CTVor SLNB10,2 %96,5 %
PET-CTRe-Staging92,6 %89,7 %
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💡Praxis-Tipp

Laut dem Review bietet der Ultraschall der Lymphknoten in Kombination mit einer Feinnadelaspirationszytologie (FNAC) vor einer geplanten Sentinel-Lymphknoten-Biopsie einen hohen klinischen Nutzen. Durch die extrem hohe Spezifität von 99,8 % kann bei einem positiven Befund oft direkt eine adjuvante Therapie eingeleitet werden, wodurch eine diagnostische Operation vermieden wird. Ein negativer Ultraschall schließt Metastasen jedoch nicht aus, sodass die SLNB in diesen Fällen weiterhin indiziert bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Der alleinige Ultraschall weist laut Review eine Sensitivität von 35,4 % und eine Spezifität von 93,9 % auf. In Kombination mit einer Feinnadelaspirationszytologie steigt die Spezifität auf 99,8 %, während die Sensitivität auf 18,0 % sinkt.

Die Datenlage zum primären Staging ist begrenzt. Die PET-CT zeigt hier eine eher niedrige Sensitivität von 30 % bis 47 %, wird aber von den Autoren als sensitiver als eine alleinige CT-Untersuchung bewertet.

Ja, beim Re-Staging aufgrund eines klinischen Rezidivverdachts zeigt die PET-CT eine hohe diagnostische Genauigkeit. Die Sensitivität wird in den analysierten Studien mit 92,6 % und die Spezifität mit 89,7 % angegeben.

Der Cochrane Review stellt fest, dass es einen erheblichen Mangel an Evidenz zur MRT gibt. Es konnten keine geeigneten Studien identifiziert werden, die die MRT für das Ganzkörper-Staging oder die routinemäßige Gehirnbildgebung in diesen Kohorten ausreichend evaluieren.

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Quelle: Cochrane Review: Ultrasound, CT, MRI, or PET-CT for staging and re-staging of adults with cutaneous melanoma (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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