Brustkrebs-Screening: Mammographie & Ultraschall (Cochrane)
Hintergrund
Brustkrebs ist die weltweit häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das Screening mittels Mammographie dient der Früherkennung und kann die brustkrebsspezifische Sterblichkeit senken.
Bei dichtem Brustgewebe ist die diagnostische Genauigkeit der Mammographie jedoch eingeschränkt, da Tumore verdeckt werden können. Daher wird häufig diskutiert, ob eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung die Erkennungsrate verbessern kann.
Ein aktueller Cochrane Review (2023) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombination aus Mammographie und Ultraschall im Vergleich zur alleinigen Mammographie. Die Zielgruppe der Untersuchung sind Frauen mit einem durchschnittlichen Brustkrebsrisiko.
Empfehlungen
Der Cochrane Review formuliert basierend auf der aktuellen Evidenz folgende Kernaussagen zum kombinierten Screening:
Erkennungsraten und Tumorcharakteristika
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Die Kombination aus Mammographie und Ultraschall entdeckt mehr Brustkrebserkrankungen als die Mammographie allein (hohe Evidenz).
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Es treten seltener Intervallkarzinome auf, also Tumore, die zwischen den regulären Screening-Terminen entdeckt werden (hohe Evidenz).
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Bei invasiven Karzinomen, die durch das kombinierte Screening entdeckt werden, ist der Lymphknotenbefall seltener (moderate Evidenz).
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Die Rate an falsch-negativen Ergebnissen wird durch den zusätzlichen Ultraschall signifikant gesenkt (moderate Evidenz).
Risiken und unerwünschte Effekte
Dem Nutzen der höheren Erkennungsrate stehen laut Review deutliche Risiken gegenüber. Es wird betont, dass die zusätzliche Ultraschalluntersuchung zu einer signifikanten Zunahme von falsch-positiven Befunden führt.
Zudem steigt die Anzahl der notwendigen, aber letztlich unbegründeten Biopsien durch die Kombinationstherapie deutlich an (hohe Evidenz).
Einfluss der Brustdichte
Bei Frauen mit dichtem Brustgewebe bestätigt die Evidenz, dass der zusätzliche Ultraschall mehr Krebsfälle aufdeckt.
Für Frauen mit nicht-dichtem Brustgewebe ist die Datenlage hingegen widersprüchlich. Während eine randomisierte Studie einen Vorteil zeigt, finden Kohortenstudien keinen signifikanten Unterschied zwischen den Screening-Methoden.
Auswirkungen auf die Sterblichkeit
Der Review stellt fest, dass bisher keine Studie untersucht hat, ob die höhere Entdeckungsrate durch den Ultraschall tatsächlich zu einer geringeren Brustkrebssterblichkeit führt.
Aufgrund der fehlenden Evidenz für einen Überlebensvorteil und der hohen Rate an falsch-positiven Befunden wird ein routinemäßiger Einsatz des Ultraschalls beim Screening von Frauen mit durchschnittlichem Risiko derzeit nicht durch die Datenlage gestützt.
Vergleich der Screening-Methoden
Der Review liefert folgende absolute Zahlen (pro 1000 untersuchte Frauen) für den Vergleich der beiden Strategien:
| Endpunkt | Mammographie allein | Mammographie + Ultraschall | Evidenzgrad |
|---|---|---|---|
| Entdeckte Krebsfälle | 3 von 1000 | 5 von 1000 | Hoch |
| Falsch-positive Befunde | 86 von 1000 | 123 von 1000 | Hoch |
| Notwendige Biopsien | 18 von 1000 | 45 von 1000 | Hoch |
| Intervallkarzinome | 1 von 1000 | 0,5 von 1000 | Hoch |
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane Review warnt davor, dass ein routinemäßiger Ultraschall beim Brustkrebs-Screening von Frauen mit durchschnittlichem Risiko zu einer Überdiagnostik führt. Es wird hervorgehoben, dass die Rate an falsch-positiven Befunden und unnötigen Biopsien stark ansteigt. Da ein Effekt auf die Sterblichkeit bisher nicht nachgewiesen ist, wird empfohlen, die Indikation zur ergänzenden Sonographie kritisch zu stellen.
Häufig gestellte Fragen
Ja, laut Cochrane Review werden durch die Kombination von Mammographie und Ultraschall mehr Brustkrebserkrankungen entdeckt als durch die Mammographie allein. Dies gilt insbesondere für Frauen mit dichtem Brustgewebe.
Bisher gibt es keine Evidenz dafür. Der Review stellt fest, dass keine der eingeschlossenen Studien untersucht hat, ob die höhere Entdeckungsrate auch zu einer geringeren brustkrebsspezifischen Sterblichkeit führt.
Die Auswertung betont, dass der zusätzliche Ultraschall die Rate an falsch-positiven Ergebnissen deutlich erhöht. Dies führt in der Folge zu einer signifikanten Zunahme von unnötigen Biopsien und psychischer Belastung bei gesunden Frauen.
Die Datenlage hierzu ist laut Review widersprüchlich. Während eine Studie mehr entdeckte Fälle zeigte, fanden andere Kohortenstudien keinen signifikanten Unterschied zur alleinigen Mammographie.
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Quelle: Cochrane Review: Mammography in combination with breast ultrasonography versus mammography for breast cancer screening in women at average risk (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.