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Melanom-Screening: Cochrane Review 2019

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das maligne Melanom verzeichnet in westlichen Populationen eine stark steigende Inzidenz, während die Mortalitätsraten weitgehend unverändert bleiben. Die Prognose der Erkrankung korreliert eng mit der Tumordicke zum Zeitpunkt der Diagnose.

Ein Screening zielt darauf ab, die Morbidität und Mortalität durch eine frühzeitige Erkennung zu senken. Dem potenziellen Nutzen stehen jedoch Risiken wie Überdiagnosen, unnötige operative Eingriffe und psychische Belastungen gegenüber.

Der vorliegende Cochrane Review (2019) untersucht die Evidenz für ein Screening auf maligne Melanome in der asymptomatischen Allgemeinbevölkerung. Personen mit genetischer Prädisposition oder Melanomen in der Eigenanamnese wurden von der Analyse ausgeschlossen.

Empfehlungen

Der Review formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende Kernaussagen zum Melanom-Screening:

Fehlende Evidenzbasis

Laut der Analyse wird ein Screening der allgemeinen erwachsenen Bevölkerung auf maligne Melanome durch die aktuelle Evidenz aus randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) weder belegt noch widerlegt. Es wird festgestellt, dass die Maßnahme derzeit nicht die etablierten Kriterien für die Einführung von bevölkerungsweiten Screening-Programmen erfüllt.

Ergebnisse der Endpunkte

In die Auswertung wurden zwei Studien mit insgesamt 64.391 Teilnehmenden eingeschlossen. Die Autoren betonen jedoch, dass in beiden Studien keine Daten zu den relevanten Endpunkten erhoben wurden.

Der Vergleich von Screening gegenüber keinem Screening zeigt folgende Datenlage:

EndpunktGemessen in RCTs
GesamtmortalitätNicht gemessen
Überdiagnosen von MelanomenNicht gemessen
Lebensqualität und psychosoziale FolgenNicht gemessen
Melanomspezifische MortalitätNicht gemessen
Falsch-positive und falsch-negative RatenNicht gemessen

Risiken des Screenings

Der Review warnt ausdrücklich vor den potenziellen Schäden eines Screenings. Es wird hervorgehoben, dass eine Zunahme von Diagnosen im Frühstadium ohne gleichzeitigen Rückgang von Spätstadien auf Überdiagnosen hindeutet.

Diese Läsionen erfüllen zwar die histologischen Kriterien für ein Malignom, hätten aber zu Lebzeiten nie Symptome verursacht. Dies führt laut den Autoren zu einer Übertherapie von gesunden Personen.

Anforderungen an zukünftige Forschung

Um den Nutzen und Schaden eines Melanom-Screenings abschließend zu beurteilen, wird die Durchführung einer sehr großen, methodisch strengen randomisierten Studie gefordert. Alternativ wird vorgeschlagen, Studien in Hochrisikopopulationen durchzuführen.

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💡Praxis-Tipp

Der Review weist nachdrücklich darauf hin, dass eine steigende Inzidenz von Melanomen im Frühstadium bei gleichbleibender Mortalität ein starker Indikator für Überdiagnosen ist. Es wird betont, dass diese Überdiagnosen zu unnötigen Exzisionen und psychischen Belastungen bei asymptomatischen Personen führen, weshalb ein bevölkerungsweites Screening ohne belastbare Evidenz kritisch zu betrachten ist.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review kommt zu dem Schluss, dass die aktuelle Evidenz aus RCTs ein Screening der Allgemeinbevölkerung weder stützt noch widerlegt. Daher erfüllt es derzeit nicht die Kriterien für die Einführung nationaler Screening-Programme.

Als Hauptrisiko nennt die Analyse die Überdiagnose von Läsionen, die ohne Screening nie symptomatisch geworden wären. Dies führt in der Folge zu unnötigen operativen Eingriffen, Übertherapie und psychosozialem Stress für die Betroffenen.

Laut der Auswertung liegen aktuell keine Daten aus randomisierten Studien vor, die einen Effekt auf die Gesamt- oder melanomspezifische Mortalität belegen. Die eingeschlossenen Studien haben diese Endpunkte nicht gemessen.

Die Ergebnisse des Reviews beziehen sich ausschließlich auf die asymptomatische Allgemeinbevölkerung. Personen mit einer genetischen Prädisposition oder einem Melanom in der Vorgeschichte wurden von dieser Analyse explizit ausgeschlossen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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