IQWiG2011Onkologie

PET bei malignem Melanom: IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2011 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2011)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das maligne Melanom macht zwar nur 5 % aller Hautkrebserkrankungen aus, ist jedoch für die Mehrzahl der durch Hautkrebs bedingten Todesfälle verantwortlich. Der Verlauf der Erkrankung wird maßgeblich durch das Stadium bei der Erstdiagnose bestimmt.

Bei bereits metastasierten Melanomen liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei unter 10 %. Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen ein heller Hauttyp, das Vorliegen von Leberflecken, familiäre Dispositionen sowie UV-Strahlung und Sonnenbrände.

Der vorliegende Bericht des IQWiG untersucht den patientenrelevanten Nutzen sowie die diagnostische und prognostische Güte der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und PET/CT. Der Fokus liegt dabei auf dem Primärstaging und der Rezidivdiagnostik.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende zentrale Bewertungsergebnisse zur PET und PET/CT:

Patientenrelevanter Nutzen

Laut Bericht ist ein patientenrelevanter Zusatznutzen der PET oder PET/CT beim Primärstaging oder in der Rezidivdiagnostik nicht belegt. Es konnten keine vergleichenden Primärstudien identifiziert werden, die Endpunkte wie eine verringerte Mortalität oder Morbidität untersuchten.

Diagnostische Güte beim Primärstaging

Die eingeschlossenen Studien zur diagnostischen Genauigkeit zeigten eine sehr hohe Heterogenität. Der Bericht hebt folgende Punkte hervor:

  • Es ließ sich keine gesicherte Überlegenheit der PET/CT gegenüber der alleinigen PET oder der Computertomographie (CT) feststellen.

  • Zwei Studien mit direktem Vergleich zeigten kaum Unterschiede in der diagnostischen Güte zwischen PET und CT.

  • Die diagnostische Genauigkeit der PET und PET/CT ist stark vom Tumorstadium abhängig.

Die Auswertung der Subgruppen nach Ausbreitungsstadium ergab folgende Werte für die diagnostische Güte:

TumorstadiumSensitivitätSpezifität
AJCC I und II (niedriges Stadium)0 % bis 17 % (in Einzelstudien bis 100 %)77 % bis 100 %
AJCC III und IV (fortgeschrittenes Stadium)68 % bis 87 %92 % bis 98 %

Rezidivdiagnostik und Prognose

Für die Rezidivdiagnostik konnten gemäß dem Bericht keine verlässlichen Aussagen getroffen werden. Es lag lediglich eine einzige Studie mit einer sehr geringen Fallzahl von 30 untersuchten Personen vor.

Zudem fand sich keine den Einschlusskriterien entsprechende Studie, welche die prognostische Güte der PET-Verfahren untersuchte. Der Bericht betont die dringende Notwendigkeit weiterer methodisch hochwertiger Studien.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist die Sensitivität der PET und PET/CT bei Melanomen in frühen Stadien (AJCC I und II) oft sehr gering. Es wird darauf hingewiesen, dass sich in direkten Vergleichen kaum Unterschiede in der diagnostischen Güte zwischen der PET und der herkömmlichen CT zeigten. Ein routinemäßiger Einsatz der PET zur reinen Primärdiagnostik früher Stadien lässt sich aus der aktuellen Evidenzlage nicht begründen.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht konnte keine gesicherte Überlegenheit der PET oder PET/CT gegenüber der herkömmlichen Computertomographie feststellen. In direkten Vergleichsstudien zeigten sich kaum Unterschiede in der diagnostischen Güte.

Bei Melanomen im niedrigen Ausbreitungsstadium (AJCC I und II) ist die Sensitivität der PET laut Bericht oft sehr gering und lag in mehreren Studien zwischen 0 % und 17 %. Die Spezifität ist in diesen Stadien mit 77 % bis 100 % hingegen deutlich höher.

Ein patientenrelevanter Nutzen, wie etwa eine verringerte Mortalität durch den Einsatz der PET, ist laut IQWiG nicht belegt. Es fehlen entsprechende vergleichende Studien zu diesen Endpunkten.

Der Bericht konnte keine verlässlichen Aussagen zur Rezidivdiagnostik treffen. Die Evidenzbasis war mit nur einer identifizierten Studie und sehr geringer Fallzahl unzureichend.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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