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Therapie der Ösophagusvarizenblutung: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Etwa 40 bis 95 Prozent der Menschen mit Leberzirrhose entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung Ösophagusvarizen. Bei rund 15 bis 20 Prozent dieser Personen kommt es innerhalb von ein bis drei Jahren nach der Diagnose zu einer akuten Blutung.

Zur Behandlung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem die endoskopische Sklerotherapie, die Gummibandligatur, Somatostatin-Analoga, Vasopressin-Analoga und die Ballontamponade.

Ein systematischer Cochrane Review (2021) untersuchte die Vor- und Nachteile dieser initialen Behandlungsstrategien. Die Meta-Analyse fokussiert sich auf Erwachsene mit dekompensierter Leberzirrhose und akuter Ösophagusvarizenblutung.

Empfehlungen

Der Review vergleicht verschiedene Interventionen mit der endoskopischen Sklerotherapie als Referenzbehandlung. Alle eingeschlossenen Studien wiesen laut den Autoren ein hohes Verzerrungsrisiko auf.

InterventionMortalitätUnerwünschte EreignisseSymptomatische NachblutungEvidenzgrad
Somatostatin-Analoga (Monotherapie)ErhöhtKeine AngabeKeine AngabeModerate Evidenz
Vasopressin-Analoga (Monotherapie)ErhöhtVerringertKeine AngabeModerate Evidenz
Gummibandligatur (Monotherapie)Keine AngabeVerringertKeine AngabeModerate Evidenz
Sklerotherapie + Somatostatin-AnalogaKeine AngabeKeine AngabeVerringertNiedrige Evidenz
Ballontamponade + SklerotherapieKeine AngabeStark erhöht (schwere UE)Keine AngabeNiedrige Evidenz

Mortalität

Laut den Ergebnissen der Meta-Analyse führt die alleinige Gabe von Somatostatin-Analoga oder Vasopressin-Analoga im Vergleich zur Sklerotherapie wahrscheinlich zu einer erhöhten Mortalität (moderate Evidenz).

Unerwünschte Ereignisse

Der Review zeigt, dass Vasopressin-Analoga als Monotherapie sowie die alleinige Gummibandligatur mit weniger unerwünschten Ereignissen assoziiert sind als die Sklerotherapie (moderate Evidenz).

Eine Kombination aus Ballontamponade und Sklerotherapie kann hingegen zu einer deutlichen Zunahme schwerer unerwünschter Ereignisse führen (niedrige Evidenz).

Rezidivblutungen

Es wird berichtet, dass die Kombination aus Sklerotherapie und Somatostatin-Analoga im Vergleich zur alleinigen Sklerotherapie möglicherweise zu einer starken Reduktion symptomatischer Nachblutungen führt (niedrige Evidenz). Für die übrigen Vergleiche besteht laut den Autoren eine erhebliche Unsicherheit bezüglich der Effekte.

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💡Praxis-Tipp

Die alleinige medikamentöse Therapie mit Somatostatin- oder Vasopressin-Analoga geht laut den Daten mit einer höheren Mortalität einher als die endoskopische Sklerotherapie. Zudem wird vor der Kombination aus Ballontamponade und Sklerotherapie gewarnt, da diese mit einer deutlichen Zunahme schwerer unerwünschter Ereignisse assoziiert ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Review sind die alleinige Gummibandligatur sowie Vasopressin-Analoga im Vergleich zur Sklerotherapie mit weniger unerwünschten Ereignissen verbunden. Die Evidenz hierfür wird als moderat eingestuft.

Etwa 15 bis 20 Prozent der Personen mit diagnostizierten Ösophagusvarizen erleiden innerhalb von ein bis drei Jahren eine Blutung. Dies unterstreicht die Relevanz einer effektiven initialen Therapie.

Die Datenlage zeigt, dass eine Ballontamponade in Kombination mit einer Sklerotherapie zu einem starken Anstieg schwerer unerwünschter Ereignisse führen kann. Die Autoren weisen jedoch auf die niedrige Evidenzqualität dieser Beobachtung hin.

Nein, die Meta-Analyse zeigt, dass die alleinige Gabe von Somatostatin-Analoga im Vergleich zur Sklerotherapie wahrscheinlich zu einer erhöhten Mortalität führt. Eine Kombination mit Sklerotherapie kann jedoch symptomatische Nachblutungen reduzieren.

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Quelle: Cochrane Review: Treatment for bleeding oesophageal varices in people with decompensated liver cirrhosis: a network meta-analysis (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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