Ösophagusvarizen: Gummibandligatur zur Primärprophylaxe
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines Cochrane Reviews aus dem Jahr 2019. Das Review untersucht die primäre Prävention von oberen gastrointestinalen Blutungen bei Erwachsenen mit Leberzirrhose und Ösophagusvarizen.
Ösophagusvarizen sind erweiterte Venen in der Speiseröhre, die häufig als Folge einer portalen Hypertension bei Leberzirrhose entstehen. Sie bergen ein hohes Risiko für lebensbedrohliche obere gastrointestinale Blutungen.
Zur Verhinderung einer ersten Blutung (Primärprophylaxe) wird häufig die endoskopische Gummibandligatur eingesetzt. Das Review vergleicht den Nutzen und die Risiken dieser Intervention mit einem Verzicht auf eine prophylaktische Behandlung.
💡Praxis-Tipp
Laut Review ist bei der Indikationsstellung zur Gummibandligatur die Varizengröße zu berücksichtigen. Es wird beschrieben, dass bei kleinen Varizen eine deutlich höhere Rate an Nebenwirkungen wie Ulzera (30,5 % vs. 8,7 %) und Sodbrennen (39,2 % vs. 17,4 %) im Vergleich zu großen Varizen beobachtet wird.
Häufig gestellte Fragen
Ja, laut Cochrane Review reduziert die prophylaktische Gummibandligatur von Ösophagusvarizen die Gesamtmortalität signifikant. Die Number Needed to Treat (NNTTB) zur Verhinderung eines Todesfalls liegt bei 6 Personen.
Das Review beschreibt nicht-schwerwiegende Nebenwirkungen wie Dysphagie, Schmerzen und Fieber. Das Risiko für Ulzera und Sodbrennen ist dabei bei kleinen Varizen deutlich höher als bei großen Varizen.
Der Review kommt zu dem Schluss, dass ein Verzicht auf eine Intervention aufgrund der klaren Vorteile der Gummibandligatur nicht zu rechtfertigen ist. Weitere Studien, die eine Ligatur mit dem Verzicht auf eine Intervention vergleichen, werden als unethisch eingestuft.
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Quelle: Cochrane Review: Band ligation versus no intervention for primary prevention of upper gastrointestinal bleeding in adults with cirrhosis and oesophageal varices (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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