Ösophagusvarizenblutung Sekundärprävention: Cochrane Review
Hintergrund
Etwa 40 bis 95 Prozent der Menschen mit einer Leberzirrhose entwickeln Ösophagusvarizen. Bei rund 15 bis 20 Prozent dieser Betroffenen kommt es innerhalb von ein bis drei Jahren nach der Diagnose zu einer Varizenblutung.
Zur Sekundärprävention einer erneuten Blutung stehen verschiedene Behandlungsansätze zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem die endoskopische Sklerotherapie, die Gummibandligatur, Betablocker sowie der transjuguläre intrahepatische portosystemische Shunt (TIPS).
Ein systematischer Cochrane Review (2021) untersuchte die relativen Vor- und Nachteile dieser initialen Behandlungsstrategien. Die zugrundeliegende Netzwerk-Metaanalyse schloss 48 randomisierte klinische Studien mit insgesamt 3526 erwachsenen Personen ein.
Empfehlungen
Der Review formuliert basierend auf der Metaanalyse folgende zentrale Ergebnisse:
Mortalität und Lebensqualität
Laut Metaanalyse besteht eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkungen der verschiedenen Interventionen auf die Mortalität. Keine der untersuchten Behandlungsstrategien konnte eine signifikante Überlegenheit gegenüber den anderen Ansätzen zeigen.
Zudem wird berichtet, dass keine der eingeschlossenen Studien Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Betroffenen erfasste.
Vermeidung von Rezidivblutungen
Die Auswertung zeigt verschiedene Effekte auf das Risiko einer erneuten Varizenblutung. Die Ergebnisse werden in der folgenden Übersicht dargestellt:
| Intervention | Vergleichsintervention | Effekt auf Rezidivblutungen | Evidenzgrad |
|---|---|---|---|
| Sklerotherapie | Keine aktive Intervention | Reduktion | Moderat |
| Betablocker + Sklerotherapie | Sklerotherapie (allein) | Reduktion | Moderat |
| TIPS | Sklerotherapie | Reduktion | Moderat |
| Portokavaler Shunt | Sklerotherapie | Reduktion | Moderat |
| TIPS | Gummibandligatur | Starke Reduktion (symptomatisch) | Niedrig |
Unerwünschte Ereignisse und Dekompensation
Bezüglich der Sicherheit der Verfahren liefert der Review folgende Erkenntnisse:
-
Die Gummibandligatur führt im Vergleich zur Sklerotherapie möglicherweise zu weniger schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (niedrige Evidenz).
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Eine Monotherapie mit Betablockern sowie die Anlage eines TIPS könnten im Vergleich zur Sklerotherapie zu einer Zunahme anderer Dekompensationsereignisse führen (niedrige Evidenz).
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Bei vielen anderen Vergleichen bleibt die Evidenz aufgrund kleiner Studien mit hohem Bias-Risiko sehr unsicher.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass die Anlage eines TIPS zwar das Risiko für symptomatische Rezidivblutungen im Vergleich zur Gummibandligatur stark senken kann, jedoch gleichzeitig mit einer Zunahme anderer hepatischer Dekompensationsereignisse assoziiert sein könnte. Es wird betont, dass die Wahl des Verfahrens aufgrund der insgesamt unsicheren Datenlage zur Mortalität individuell abgewogen werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review lässt sich diese Frage derzeit nicht eindeutig beantworten. Keine der untersuchten Interventionen zeigte in der Metaanalyse eine signifikante Überlegenheit bezüglich des Überlebens.
Ja, die Daten zeigen mit moderater Sicherheit, dass eine Sklerotherapie das Risiko für jegliche Varizenrezidivblutungen im Vergleich zu keiner aktiven Intervention senkt.
Der Review deutet darauf hin, dass die Gummibandligatur im Vergleich zur Sklerotherapie zu weniger schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen führt. Diese Erkenntnis basiert jedoch auf Evidenz von niedriger Qualität.
Ein TIPS reduziert das Risiko für symptomatische Rezidivblutungen im Vergleich zur Gummibandligatur deutlich. Allerdings könnte er im Vergleich zur Sklerotherapie vermehrt zu anderen Dekompensationsereignissen führen.
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Quelle: Cochrane Review: Secondary prevention of variceal bleeding in adults with previous oesophageal variceal bleeding due to decompensated liver cirrhosis: a network meta-analysis (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.