Nierensteine: Cochrane Review zu tubeless vs. Standard-PNL
Hintergrund
Die perkutane Nephrolitholapaxie (PNL) gilt als Standardverfahren zur Entfernung großer Nierensteine (über 2 cm). Nach Abschluss des Eingriffs gibt es verschiedene Strategien zur Versorgung des perkutanen Zugangs.
Dieser Artikel basiert auf dem Abstract eines Cochrane Reviews (2023), der die Effekte verschiedener PNL-Strategien bei Erwachsenen untersucht. Dabei wird zwischen Standard-PNL, "tubeless" PNL und "totally tubeless" PNL unterschieden.
Die Entscheidung für oder gegen eine Ableitung wird klinisch unterschiedlich gehandhabt. Die gewählte Methode kann potenziell die postoperativen Ergebnisse und die Genesung beeinflussen.
Empfehlungen
Der Cochrane Review vergleicht drei verschiedene Ausleitungsstrategien nach einer perkutanen Nephrolitholapaxie.
Definition der Verfahren
Die untersuchten Interventionen werden in der Meta-Analyse wie folgt definiert:
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Standard-PNL: Einlage einer Nephrostomie (ohne Ureterstent).
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Tubeless PNL: Keine Nephrostomie, aber Einlage eines Ureterstents.
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Totally tubeless PNL: Weder Nephrostomie noch Ureterstent.
Vergleich der PNL-Strategien
Da der Quelltext verschiedene Interventionen vergleicht, werden die Ergebnisse in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Verglichen wird jeweils mit der Standard-PNL.
| Endpunkt | Tubeless PNL vs. Standard | Totally tubeless PNL vs. Standard |
|---|---|---|
| Schwere unerwünschte Ereignisse (SAE) | Sehr ungewiss (sehr niedrige Evidenz) | Möglicherweise reduzierte Rate (niedrige Evidenz) |
| Schmerzen (postoperativer Tag 1) | Kaum bis kein Unterschied (niedrige Evidenz) | Möglicherweise geringere Schmerzen (niedrige Evidenz) |
| Operationszeit | Kaum bis kein Unterschied (moderate Evidenz) | Kaum bis kein Unterschied (moderate Evidenz) |
| Krankenhausaufenthaltsdauer | Möglicherweise verkürzt (niedrige Evidenz) | Wahrscheinlich verkürzt (moderate Evidenz) |
| Sepsis oder Fieber | Sehr ungewiss (sehr niedrige Evidenz) | Kaum bis kein Unterschied (niedrige Evidenz) |
Evidenzqualität und Forschungslücken
Die Autoren des Reviews betonen, dass die Evidenzqualität für die meisten Endpunkte niedrig bis sehr niedrig ist. Hauptgründe für die Herabstufung der Evidenz waren Studienlimitationen, Inkonsistenz und Ungenauigkeit.
Für den Vergleich von tubeless Mini-PNL oder totally tubeless Mini-PNL mit der Standard-Mini-PNL konnten keine randomisierten Studien identifiziert werden. Der Review schlussfolgert, dass weitere qualitativ hochwertige Studien erforderlich sind, um die klinische Praxis verlässlich zu leiten.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Review bietet die "totally tubeless" PNL (ohne Nephrostomie und ohne Ureterstent) möglicherweise Vorteile hinsichtlich postoperativer Schmerzen und der Krankenhausverweildauer. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die zugrundeliegende Evidenzqualität überwiegend niedrig ist, weshalb diese Ergebnisse im klinischen Alltag kritisch abgewogen werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Bei der tubeless PNL wird auf eine Nephrostomie verzichtet, es wird jedoch ein Ureterstent eingelegt. Die totally tubeless PNL verzichtet laut Review sowohl auf die Nephrostomie als auch auf den Ureterstent.
Der Review deutet darauf hin, dass die totally tubeless PNL im Vergleich zur Standard-PNL am ersten postoperativen Tag möglicherweise zu geringeren Schmerzen führt. Bei der tubeless PNL (mit Stent) zeigte sich hingegen kaum ein Unterschied zur Standardmethode.
Nein, die Meta-Analyse zeigt mit moderater Evidenz, dass es bei der Operationszeit kaum bis keinen Unterschied zwischen den verschiedenen PNL-Strategien gibt.
Sowohl die tubeless als auch die totally tubeless PNL können die Dauer des Krankenhausaufenthalts im Vergleich zur Standard-PNL mit Nephrostomie verkürzen. Für die totally tubeless Variante ist dieser Effekt laut Review wahrscheinlich.
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Quelle: Cochrane Review: Totally tubeless, tubeless, and tubed percutaneous nephrolithotomy for treating kidney stones (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.