Offene AAA-Reparatur: Cochrane zum operativen Zugang
Hintergrund
Die elektive offene Operation eines Bauchaortenaneurysmas (AAA) kann über verschiedene chirurgische Zugangswege erfolgen. In der chirurgischen Fachliteratur wird intensiv diskutiert, welcher Zugang zur infrarenalen Bauchaorta die optimalen klinischen Ergebnisse liefert.
Zur Wahl stehen primär der retroperitoneale (RP) und der transperitoneale (TP) Zugang. Bisherige Studien zeigten bezüglich der Überlegenheit einer Methode teils widersprüchliche Ergebnisse.
Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit beider Methoden. Verglichen werden unter anderem Mortalität, Komplikationsraten, Krankenhausaufenthaltsdauer und Blutverlust. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Reviews.
Empfehlungen
Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Auswertung von fünf randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) mit insgesamt 152 Teilnehmern folgende Kernergebnisse:
Mortalität und Komplikationen
Laut Review gibt es keine Evidenz für einen signifikanten Unterschied zwischen dem retroperitonealen (RP) und dem transperitonealen (TP) Zugang hinsichtlich der Mortalität. Auch bei den postoperativen Komplikationen zeigt sich kein klarer Vorteil für eine der beiden Methoden. Dies betrifft insbesondere:
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Hämatome
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Bauchwandhernien
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Chronische Wundschmerzen
Operationsdauer und Blutverlust
Es wird berichtet, dass sich die Aorten-Abklemmzeit sowie die reine Operationsdauer zwischen den beiden Zugängen nicht signifikant unterscheiden. Allerdings weist die Auswertung darauf hin, dass der RP-Zugang mit einem geringeren intraoperativen Blutverlust assoziiert sein könnte.
Aufenthaltsdauer
Der Review zeigt, dass der retroperitoneale Zugang wahrscheinlich zu einer kürzeren Verweildauer im Krankenhaus führt. Dies betrifft sowohl den Aufenthalt auf der Intensivstation als auch die gesamte Liegezeit in der Klinik.
Übersicht der klinischen Endpunkte
| Klinischer Endpunkt | Ergebnis (RP im Vergleich zu TP) | Vertrauenswürdigkeit der Evidenz |
|---|---|---|
| Mortalität | Kein signifikanter Unterschied | Sehr niedrig |
| Komplikationsrate | Kein signifikanter Unterschied | Sehr niedrig |
| OP- und Abklemmzeit | Kein signifikanter Unterschied | Sehr niedrig |
| Intensivaufenthalt | Kürzer (im Mittel -19 Stunden) | Niedrig |
| Krankenhausaufenthalt | Kürzer (im Mittel -3,3 Tage) | Niedrig |
| Blutverlust | Geringer (im Mittel -505 ml) | Sehr niedrig |
Die Autoren betonen, dass die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien gering ist und weitere groß angelegte RCTs benötigt werden.
💡Praxis-Tipp
Obwohl der retroperitoneale Zugang bei der offenen AAA-Reparatur laut Cochrane Review zu einer kürzeren Liegezeit und potenziell weniger Blutverlust führt, ist die Evidenzlage für beide Zugangswege insgesamt sehr schwach. Es wird darauf hingewiesen, dass sich bei harten Endpunkten wie Mortalität oder Komplikationsraten kein signifikanter Unterschied zwischen den Methoden belegen lässt. Die Wahl des Zugangs sollte daher weiterhin individuell und basierend auf der chirurgischen Expertise getroffen werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es keinen signifikanten Unterschied in der Mortalität oder der Komplikationsrate zwischen dem retroperitonealen und dem transperitonealen Zugang. Die Evidenz für diese Aussage wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.
Ja, die Auswertung zeigt, dass der retroperitoneale Zugang wahrscheinlich mit einem kürzeren Aufenthalt auf der Intensivstation und einer insgesamt kürzeren Liegezeit im Krankenhaus verbunden ist.
Der Review deutet darauf hin, dass der Blutverlust beim retroperitonealen Zugang geringer ausfallen könnte. Im Mittel betrug die Reduktion in den untersuchten Studien etwa 500 ml.
Es wird berichtet, dass es keine signifikanten Unterschiede bei der reinen Operationszeit oder der Aorten-Abklemmzeit zwischen den beiden Zugangswegen gibt.
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Quelle: Cochrane Review: Retroperitoneal versus transperitoneal approach for elective open abdominal aortic aneurysm repair (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.