ADHS bei Epilepsie: Medikamentöse Therapie-Empfehlung
Hintergrund
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) tritt bei bis zu 40 % der Menschen mit Epilepsie als Begleiterkrankung auf. In der klinischen Praxis besteht oft Unsicherheit bezüglich der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Stimulanzien und Non-Stimulanzien bei dieser Patientengruppe.
Dieser Artikel basiert auf einem systematischen Cochrane Review aus dem Jahr 2022. Ziel der Untersuchung war es, die Auswirkungen medikamentöser ADHS-Therapien auf die Anfallsfrequenz, ADHS-Symptomatik und Abbruchraten zu bewerten.
Die Evidenzbasis ist derzeit stark limitiert. Der Review identifizierte lediglich zwei randomisiert-kontrollierte Studien mit Kindern, weshalb die allgemeine Evidenzqualität als niedrig bis moderat eingestuft wird.
💡Praxis-Tipp
Bei der Behandlung von Kindern mit ADHS und Epilepsie ist besondere Vorsicht bei der Dosierung von Methylphenidat (OROS-MPH) geboten. Der Review weist darauf hin, dass höhere Dosen das tägliche Risiko für epileptische Anfälle erhöhen können. Es wird eine engmaschige klinische Überwachung der Anfallsfrequenz unter einer Stimulanzientherapie nahegelegt.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review führt Methylphenidat (OROS-MPH) nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung der Epilepsie und kann die ADHS-Symptome verbessern. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass hohe Dosen das Anfallsrisiko erhöhen können.
Der Review zeigt, dass Omega-3-Fettsäuren in Kombination mit Risperidon und Antiepileptika die Anfallsfrequenz bei Kindern senken können. Die Evidenz hierfür ist jedoch von niedriger Qualität und es wurden vermehrt Nebenwirkungen beobachtet.
Die Evidenzlage wird im Review als niedrig bis moderat eingestuft. Bislang gibt es nur sehr wenige randomisiert-kontrollierte Studien, weshalb die Autoren weiteren Forschungsbedarf, insbesondere bei Erwachsenen, betonen.
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Quelle: Cochrane Review: Stimulant and non-stimulant drug therapy for people with attention deficit hyperactivity disorder and epilepsy (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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