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Psychoonkologisches Screening: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Diagnose einer Krebserkrankung hat erhebliche Auswirkungen auf das körperliche und psychosoziale Wohlbefinden. Um eine ganzheitliche Krebsbehandlung zu gewährleisten, wird in der Praxis häufig ein systematisches psychoonkologisches Screening empfohlen.

Der vorliegende Cochrane Review (2019) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit solcher Screening-Interventionen. Dabei wurden sowohl patientenberichtete Endpunkte (PROMs) als auch strukturierte Interviews analysiert.

Ziel war es, den Effekt auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL), Distress und den Unterstützungsbedarf zu bewerten. Insgesamt wurden 26 Studien mit über 7600 erwachsenen Krebspatienten eingeschlossen.

Empfehlungen

Der Review formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende Kernaussagen:

Wirksamkeit des generellen Screenings

Laut Review stützt die aktuelle Evidenz kein generelles systematisches Screening des psychosozialen Wohlbefindens bei Menschen mit Krebs. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz wird insgesamt als sehr niedrig eingestuft.

Es wird darauf hingewiesen, dass in den eingeschlossenen Studien keine konsistenten positiven Effekte nachgewiesen werden konnten. Einige Studien zeigten sogar unerwünschte Wirkungen wie eine niedrigere Lebensqualität oder mehr unerfüllte Bedürfnisse.

Ergebnisse nach Endpunkten

Die Metaanalysen und narrativen Synthesen des Reviews zeigen folgende Effekte des Screenings im Vergleich zur Regelversorgung:

EndpunktEffekt durch ScreeningVertrauenswürdigkeit der Evidenz
Gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL)Kein eindeutiger NutzenSehr niedrig
DistressKeine signifikante ReduktionSehr niedrig
UnterstützungsbedarfKein nachweisbarer positiver EffektSehr niedrig

Implikationen für die Praxis und Forschung

Anstelle eines generellen Screenings wird empfohlen, den Fokus auf spezifische Hochrisikopopulationen zu legen. Dies betrifft beispielsweise jüngere, alleinstehende oder weibliche Personen sowie solche mit schlechterem klinischen Status.

Für zukünftige Studien wird die Verwendung validierter, international anerkannter Instrumente empfohlen. Dazu gehören laut Review unter anderem:

  • EORTC QLQ-C30

  • Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS)

  • Distress Thermometer (DT)

  • Supportive Care Needs Survey (SCNS)

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💡Praxis-Tipp

Obwohl Leitlinien häufig ein routinemäßiges Distress-Screening empfehlen, zeigt die aktuelle Evidenz keinen generellen Nutzen für alle Krebspatienten. Es wird stattdessen angeraten, die Aufmerksamkeit gezielt auf Hochrisikogruppen zu richten, die anfälliger für psychosoziale Belastungen sind. Zudem wird davor gewarnt, dass unreflektierte Screenings in Einzelfällen zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen können.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review lässt sich kein genereller positiver Effekt auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität nachweisen. Die Evidenz hierfür wird als sehr niedrig eingestuft.

Der Review empfiehlt die Nutzung validierter Standardinstrumente, um die Vergleichbarkeit zu erhöhen. Genannt werden unter anderem das Distress Thermometer (DT) und die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS).

Ja, der Review berichtet von einzelnen Studien, in denen das Screening zu einer niedrigeren Lebensqualität und mehr unerfüllten Bedürfnissen führte. Die genauen Ursachen für diese unerwünschten Wirkungen sind jedoch noch unklar.

Es wird empfohlen, den Fokus auf Hochrisikopopulationen zu legen. Dazu zählen laut Review beispielsweise jüngere Patienten, Alleinstehende oder Personen mit einem schlechten klinischen Status.

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Quelle: Cochrane Review: Systematic screening and assessment of psychosocial well-being and care needs of people with cancer (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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