CochraneIa2023

Thromboseprophylaxe bei COVID-19: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

COVID-19 ist mit einem erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE), einschließlich tiefer Beinvenenthrombosen (DVT) und Lungenembolien (PE), assoziiert. Diese thromboembolischen Komplikationen tragen weltweit maßgeblich zur Morbidität bei.

Antikoagulanzien werden eingesetzt, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Im ambulanten Setting muss der potenzielle Nutzen dieser Medikamente jedoch gegen das Risiko unerwünschter Ereignisse, wie etwa Blutungen, abgewogen werden.

Der vorliegende Cochrane Review (2023) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von prophylaktischen Antikoagulanzien bei nicht hospitalisierten Personen mit COVID-19. Es wurden fünf randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1777 Teilnehmenden und einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 90 Tagen ausgewertet.

Empfehlungen

Die Auswertung der Studien liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur ambulanten Thromboseprophylaxe:

Antikoagulanzien vs. Placebo

Der Review zeigt, dass prophylaktische Antikoagulanzien im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung das Risiko für venöse Thromboembolien und Lungenembolien wahrscheinlich senken. Die Number Needed to Treat (NNTB) zur Verhinderung eines zusätzlichen Ereignisses liegt bei 50.

Bei folgenden klinischen Endpunkten ergab sich laut den Daten kein oder nur ein sehr geringer Unterschied:

  • Gesamtmortalität

  • Schwere Blutungen

  • Tiefe Beinvenenthrombosen (DVT)

  • Notwendigkeit einer Hospitalisierung

  • Unerwünschte Ereignisse (z. B. leichte Blutungen)

EndpunktEffekt von Antikoagulanzien vs. PlaceboEvidenzgrad (GRADE)
Venöse Thromboembolie (VTE)Wahrscheinliche Reduktion (NNTB = 50)Moderat
Lungenembolie (PE)Wahrscheinliche Reduktion (NNTB = 50)Moderat
GesamtmortalitätGeringer oder kein UnterschiedNiedrig
Schwere BlutungenGeringer oder kein UnterschiedNiedrig
HospitalisierungGeringer oder kein UnterschiedModerat

Dosierungsvergleich und Alternativen

Ein Vergleich zwischen einer höheren Dosis und einer Standarddosis desselben Antikoagulans (Apixaban) zeigte keinen wesentlichen Unterschied bezüglich der Hospitalisierungsrate oder unerwünschter Ereignisse (niedrige Evidenz). Es traten in beiden Gruppen keine Todesfälle oder schweren Blutungen auf.

Ebenso ergab der Vergleich von Antikoagulanzien mit Thrombozytenaggregationshemmern (Aspirin) keinen signifikanten Unterschied bei der VTE-Inzidenz oder der Notwendigkeit einer Krankenhauseinweisung (niedrige Evidenz).

Limitationen der Evidenz

Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse aufgrund der kurzen Nachbeobachtungszeit und der geringen Studiengrößen mit Vorsicht zu interpretieren sind. Es wird auf den Bedarf an weiteren, ausreichend großen Studien mit längerer Follow-up-Dauer hingewiesen, um seltene Ereignisse und Langzeitfolgen besser bewerten zu können.

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💡Praxis-Tipp

Laut den Daten senken prophylaktische Antikoagulanzien im ambulanten Setting zwar das Risiko für Lungenembolien (NNTB = 50), zeigen jedoch keinen signifikanten Überlebensvorteil. Die Ergebnisse legen nahe, dass dieser moderate Nutzen zur Verhinderung von Thromboembolien stets im Kontext der fehlenden Reduktion von Hospitalisierungen und Mortalität betrachtet werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass prophylaktische Antikoagulanzien im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Einfluss auf die Gesamtmortalität haben. Die Evidenz für diesen Endpunkt wird als niedrig eingestuft.

Laut den ausgewerteten Daten liegt die Number Needed to Treat (NNTB) bei 50. Das bedeutet, dass 50 ambulante Personen behandelt werden müssen, um eine zusätzliche venöse Thromboembolie oder Lungenembolie zu verhindern.

Die Auswertung der Studien ergab keinen signifikanten Unterschied bei schweren Blutungen zwischen der Antikoagulanzien- und der Placebogruppe. Auch bei leichten Blutungen zeigte sich nur ein geringer bis kein Unterschied.

Ein Vergleich zwischen einer höheren Dosis und der Standarddosis zeigte keinen wesentlichen Unterschied hinsichtlich der Hospitalisierungsrate oder unerwünschter Ereignisse. Die Evidenz für diese Aussage ist jedoch niedrig und basiert auf einer kurzen Nachbeobachtungszeit von 45 Tagen.

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Quelle: Cochrane Review: Prophylactic anticoagulants for non-hospitalised people with COVID-19 (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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