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Scottish Intercollegiate Guidelines Network (SIGN)2021InfektiologieInnere Medizin

VTE-Prophylaxe bei COVID-19: Leitlinie (SIGN)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Scottish Intercollegiate Guidelines Network (SIGN) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Keine routinemäßige medikamentöse Thromboseprophylaxe bei COVID-19-Patienten im ambulanten Bereich.
  • Bei kritischem/schwerem COVID-19 wird eine Standard-Prophylaxedosis LMWH empfohlen.
  • Bei moderatem COVID-19 sollte eine therapeutische Dosis LMWH erwogen werden (für max. 14 Tage).
  • Bei bestätigter VTE sind Apixaban oder Rivaroxaban die Mittel der ersten Wahl.
  • Die therapeutische Antikoagulation bei VTE sollte für mindestens 3 Monate erfolgen.
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Hintergrund

COVID-19 geht mit einem erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) einher. Die Gesamtrate venöser thrombotischer Ereignisse bei hospitalisierten Patienten liegt bei etwa 21 %, auf Intensivstationen sogar bei 31 %. Die Pathophysiologie beruht auf der Virchow-Trias: Endothelschäden durch das Virus, venöse Stase (Immobilität) und ein hyperkoagulabler Zustand durch proinflammatorische Zytokine.

Definition der Krankheitsschwere

Die Leitlinie unterscheidet hospitalisierte Patienten anhand des Bedarfs an Organunterstützung:

SchweregradDefinition
ModeratHospitalisiert wegen COVID-19, kein Bedarf an intensivmedizinischer Organunterstützung
Schwer / KritischHospitalisiert mit Bedarf an Organunterstützung (High-Flow-Sauerstoff, Beatmung ≥20 L/min, ECMO, Vasopressoren/Inotropika)

VTE-Prophylaxe nach Setting und Schweregrad

Die medikamentöse Prophylaxe richtet sich nach dem klinischen Setting und der Schwere der Erkrankung.

Setting / SchweregradEmpfehlung zur AntikoagulationBemerkung
AmbulantKeine routinemäßige ProphylaxeBei multiplen Risikofaktoren Spezialisten konsultieren
Stationär (Moderat)Therapeutische Dosis LMWH erwägenDauer: max. 14 Tage, bis Entlassung oder >24h ohne O2-Bedarf
Stationär (Schwer/Kritisch)Standard-Prophylaxedosis LMWH-

Hinweis zur Verlegung: Patienten, die sich von einem schweren Verlauf erholen und von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt werden, sollten nicht auf eine therapeutische Dosis eskaliert werden, auch wenn sie nun die Kriterien für "moderat" erfüllen.

Besonderheiten bei Niereninsuffizienz und Blutungsrisiko

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance (CrCl) <30 mL/min oder einem sehr hohen Blutungsrisiko (bei dem die Antikoagulation schnell beendet werden muss) gelten folgende Anpassungen:

  • Schweres/Kritisches COVID-19: Dosisangepasste Standard-Prophylaxedosis von unfraktioniertem Heparin (UFH) oder LMWH.
  • Moderates COVID-19: Dosisangepasste therapeutische Dosis von UFH oder LMWH erwägen.

Therapie einer bestätigten VTE

Tritt unter COVID-19 eine VTE auf, entspricht die Behandlung weitgehend der Standardtherapie bei nicht-infizierten Patienten.

Klinische Situation1. WahlAlternative / Bemerkung
StandardApixaban oder RivaroxabanZugelassene Dosierungen verwenden
Medizinisch instabil / keine orale Gabe möglichLMWH oder UFHBis zur klinischen Stabilisierung
Terminale Niereninsuffizienz (CrCl <15 mL/min)Dosisangepasstes LMWH oder UFH (± VKA)DOAKs sind kontraindiziert

Die Dauer der Antikoagulation sollte mindestens 3 Monate betragen. Nach 3 Monaten ist eine Reevaluation unter Berücksichtigung von Risikofaktoren, Blutungsrisiko und Patientenpräferenz erforderlich.

Poststationäre Prophylaxe (Extended Thromboprophylaxis)

Eine routinemäßige verlängerte Thromboseprophylaxe nach der Krankenhausentlassung wird nicht empfohlen.

  • Alle Patienten sollten bei Entlassung auf ihr individuelles VTE-Risiko untersucht werden.
  • Die Entscheidung für eine verlängerte Prophylaxe (z. B. für 14 Tage mit LMWH oder DOAK) basiert auf dem klinischen Urteil und erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen VTE- und Blutungsrisiko.

💡Praxis-Tipp

Überprüfen Sie bei Verlegung von der Intensiv- auf die Normalstation die Antikoagulation: Patienten, die sich von einem schweren Verlauf erholen, benötigen keine Eskalation auf eine therapeutische Dosis, auch wenn sie nun formal in die Kategorie 'moderat' fallen.

Häufig gestellte Fragen

Nein, eine routinemäßige medikamentöse Prophylaxe wird im ambulanten Bereich nicht empfohlen.
Es wird eine Standard-Prophylaxedosis LMWH empfohlen.
Für maximal 14 Tage, bis zur Krankenhausentlassung oder bis der Patient für mindestens 24 Stunden keinen zusätzlichen Sauerstoff mehr benötigt (je nachdem, was zuerst eintritt).
Apixaban oder Rivaroxaban in den zugelassenen Dosierungen.
Die therapeutische Antikoagulation sollte für mindestens 3 Monate erfolgen.

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