Thromboseprophylaxe bei Krebs: Nutzen von DOAK und VKA
Hintergrund
Krebspatienten, die eine systemische Therapie wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder Immuntherapie erhalten, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien (VTE). Gleichzeitig besteht bei diesen Patienten therapie- und krankheitsbedingt ein erhöhtes Risiko für schwere Blutungen.
Bisher war unklar, ob eine routinemäßige medikamentöse Thromboseprophylaxe bei ambulanten Krebspatienten ohne spezifische Indikation sinnvoll ist. Antikoagulanzien könnten durch ihre antithrombotische Wirkung das Überleben verbessern, bergen aber die Gefahr lebensbedrohlicher Blutungskomplikationen.
Dieser systematische Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von oralen Antikoagulanzien in dieser spezifischen Patientengruppe. Dabei werden Vitamin-K-Antagonisten (VKA) und direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) hinsichtlich Mortalität, Thrombosereduktion und Blutungsrisiko mit keiner Prophylaxe verglichen.
💡Praxis-Tipp
Der Review betont, dass bei der Wahl der Thromboseprophylaxe DOAKs ein deutlich sichereres Profil aufweisen als Vitamin-K-Antagonisten. Während bei DOAKs der Nutzen der Thrombosereduktion das Blutungsrisiko überwiegt, ist dies bei Vitamin-K-Antagonisten umgekehrt, weshalb Letztere in dieser Indikation kritisch zu betrachten sind.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review empfiehlt eine individuelle Risikoabwägung vor Therapiebeginn. Eine Prophylaxe mit DOAKs wird insbesondere bei Patienten als sinnvoll erachtet, die ein klinisch erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien aufweisen.
Laut Review weisen DOAKs ein günstigeres Nutzen-Risiko-Profil auf. Bei Vitamin-K-Antagonisten könnte das Risiko für schwere Blutungen den Nutzen einer Thrombosevermeidung überwiegen.
Die Evidenz zeigt, dass DOAKs das Risiko für schwere Blutungen im Vergleich zu keiner Prophylaxe wahrscheinlich nicht erhöhen. Es kann jedoch laut Review zu einer Zunahme von leichten Blutungen kommen.
Der Review hebt als praktischen Vorteil der DOAKs hervor, dass keine regelmäßigen Kontrollen des INR-Wertes erforderlich sind. Dies erleichtert die ambulante Therapie im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten erheblich.
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Quelle: Cochrane Review: Oral anticoagulation in people with cancer who have no therapeutic or prophylactic indication for anticoagulation (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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