Plasmaexpander bei Aszitespunktion: Cochrane Review
Hintergrund
Bei Patienten mit Leberzirrhose und ausgeprägtem Aszites werden im Rahmen einer Parazentese (Aszitespunktion) häufig Plasmavolumenexpander eingesetzt. Ziel ist es, eine Reduktion des effektiven Plasmavolumens zu verhindern.
Ein solcher Volumenabfall kann das hämodynamische Gleichgewicht stören und zu erhöhter Morbidität sowie Mortalität führen. Albumin gilt in diesem Zusammenhang als Standardpräparat.
Der vorliegende Cochrane-Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Vor- und Nachteile verschiedener Plasmaexpander. Verglichen werden unter anderem Albumin, andere Kolloide, Kristalloide oder Mannitol mit keiner Volumengabe oder untereinander.
Empfehlungen
Der Review fasst die Ergebnisse aus 27 randomisierten klinischen Studien zusammen. Es werden folgende zentrale Erkenntnisse formuliert:
Plasmaexpansion vs. keine Plasmaexpansion
Laut Meta-Analyse gibt es keine Evidenz für einen Unterschied zwischen der Gabe von Plasmaexpandern und dem Verzicht auf eine Volumensubstitution. Dies betrifft folgende Endpunkte (sehr niedrige Evidenzqualität):
-
Mortalität
-
Nierenfunktionsstörungen
-
Andere leberbezogene Komplikationen
-
Nicht schwerwiegende unerwünschte Ereignisse
Alternative Plasmaexpander vs. Albumin
Der Review vergleicht experimentelle Plasmaexpander (wie Dextrane, Hydroxyethylstärke, Polygeline, Kristalloide oder Mannitol) mit dem Standardpräparat Albumin. Auch hier zeigt sich keine Evidenz für einen Unterschied hinsichtlich der untersuchten klinischen Endpunkte (sehr niedrige Evidenzqualität).
Übersicht der Vergleiche
| Vergleich | Untersuchte Endpunkte | Ergebnis | Evidenzqualität |
|---|---|---|---|
| Plasmaexpander vs. Keine Gabe | Mortalität, Nierenfunktion, Komplikationen | Kein Unterschied belegt | Sehr niedrig |
| Alternative Expander vs. Albumin | Mortalität, Nierenfunktion, Komplikationen | Kein Unterschied belegt | Sehr niedrig |
Qualität der Evidenz
Die Autoren des Reviews betonen, dass die verfügbaren Daten aus wenigen, kleinen und meist kurzzeitigen Studien stammen. Es besteht ein hohes Risiko für systematische und zufällige Fehler.
Daher kann laut Review weder ein Nutzen der Plasmaexpansion gegenüber keiner Expansion noch ein Vorteil eines bestimmten Präparats gegenüber einem anderen bewiesen oder widerlegt werden.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass der routinemäßige Einsatz von Albumin oder anderen Plasmaexpandern bei der Aszitespunktion aktuell nicht durch hochwertige Evidenz gestützt wird. Es wird hervorgehoben, dass aufgrund der sehr niedrigen Studienqualität weder ein klarer Nutzen noch ein Schaden der Volumensubstitution belegt ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane-Review gibt es keine hochwertige Evidenz, die einen klaren Vorteil von Albumin gegenüber dem Verzicht auf eine Plasmaexpansion belegt. Die Datenlage ist jedoch von sehr niedriger Qualität, sodass ein Nutzen weder bewiesen noch ausgeschlossen werden kann.
In den Studien wurden unter anderem Dextrane, Hydroxyethylstärke (HES), Polygeline, Kristalloide und Mannitol untersucht. Der Review zeigt keinen signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit oder Sicherheit dieser Alternativen im Vergleich zu Albumin.
Die Meta-Analyse fand keine Evidenz dafür, dass der Einsatz von Plasmaexpandern die Mortalität der Patienten beeinflusst. Auch hier wird auf die sehr niedrige Qualität der zugrundeliegenden Studien verwiesen.
Es konnte kein signifikanter Unterschied bezüglich des Auftretens von Nierenfunktionsstörungen zwischen Patienten mit und ohne Plasmaexpansion festgestellt werden. Der Review stuft die Evidenz für diesen Endpunkt als sehr niedrig ein.
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Quelle: Cochrane Review: Plasma expanders for people with cirrhosis and large ascites treated with abdominal paracentesis (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.