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Glukokortikoide bei alkoholischer Hepatitis: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die alkoholische Hepatitis ist eine Form der alkoholischen Lebererkrankung, die durch Steatose, nekrotisierende Entzündungen und Fibrose gekennzeichnet ist. Sie tritt typischerweise bei Personen zwischen 40 und 50 Jahren auf.

Eine vollständige Alkoholabstinenz ist entscheidend für die Prognose. Das Sterblichkeitsrisiko hängt jedoch stark vom Ausmaß der Leberschädigung ab.

Der vorliegende Cochrane Review (2019) untersucht die Nutzen und Risiken einer Therapie mit Glukokortikoiden bei dieser Erkrankung. Bisherige randomisierte klinische Studien lieferten hierzu widersprüchliche Ergebnisse.

Empfehlungen

Der Review schließt Studien mit erwachsenen Personen ein, bei denen eine alkoholische Hepatitis klinisch oder biochemisch diagnostiziert wurde.

Schweregrad der Erkrankung

Die Autoren klassifizieren die alkoholische Hepatitis anhand des Maddrey-Scores in zwei Schweregrade:

SchweregradMaddrey-Score
Milde alkoholische Hepatitis< 32
Schwere alkoholische Hepatitis≥ 32

Mortalität und Lebensqualität

Laut der Meta-Analyse gibt es keine Evidenz für einen Effekt von Glukokortikoiden auf die Gesamtmortalität bis zu drei Monate nach Randomisierung (sehr niedrige Evidenzqualität). Auch für die leberbedingte Sterblichkeit in diesem Zeitraum konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden.

Bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigt die Auswertung ebenfalls keine signifikanten Verbesserungen durch die Steroidgabe (niedrige Evidenzqualität).

Unerwünschte Ereignisse

Der Review kommt zu folgenden Ergebnissen hinsichtlich der Sicherheit:

  • Es gibt keine Evidenz für einen Unterschied bei schweren unerwünschten Ereignissen während der Behandlung.

  • Die Rate an allgemeinen Komplikationen bis zu drei Monate nach Randomisierung unterschied sich nicht signifikant.

  • Aufgrund unzureichender Berichterstattung in den Primärstudien kann ein Anstieg unerwünschter Ereignisse jedoch nicht sicher ausgeschlossen werden.

Schlussfolgerung der Autoren

Aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität und breiter Konfidenzintervalle bleibt der Effekt von Glukokortikoiden sehr ungewiss. Es können weder signifikante Vorteile noch erhebliche Schäden durch die Therapie sicher ausgeschlossen werden.

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💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass die aktuelle Studienlage keinen sicheren Überlebensvorteil durch Glukokortikoide bei alkoholischer Hepatitis belegt. Aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität und möglicher unerwünschter Ereignisse wird eine kritische Abwägung der Indikationsstellung zur Steroidtherapie nahegelegt.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine Evidenz dafür, dass Glukokortikoide die Gesamtmortalität oder die leberbedingte Sterblichkeit innerhalb von drei Monaten senken. Die Evidenzqualität hierfür wird als sehr niedrig eingestuft.

Der Schweregrad wird in den Studien häufig anhand des Maddrey-Scores bestimmt. Ein Score von unter 32 definiert eine milde Form, während ein Wert von 32 oder höher als schwere alkoholische Hepatitis gilt.

Die Meta-Analyse zeigt keine Evidenz für einen positiven Effekt von Glukokortikoiden auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Auch hier ist die Qualität der zugrundeliegenden Daten niedrig.

Es konnte kein signifikanter Unterschied bei schweren unerwünschten Ereignissen im Vergleich zu Placebo festgestellt werden. Die Autoren betonen jedoch, dass aufgrund mangelhafter Berichterstattung ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden kann.

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Quelle: Cochrane Review: Glucocorticosteroids for people with alcoholic hepatitis (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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