StatPearls2026

Akute Belastungsstörung (ASD): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die akute Belastungsstörung (Acute Stress Disorder, ASD) beschreibt akute Stressreaktionen, die zwischen drei Tagen und vier Wochen nach einem traumatischen Ereignis auftreten. Halten die Symptome länger als vier Wochen an, kann die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) gestellt werden.

Laut der StatPearls-Zusammenfassung wurde die ASD im DSM-5 in die Kategorie der trauma- und stressorbezogenen Störungen eingeordnet. Dissoziative Symptome sind für die Diagnosestellung nicht mehr zwingend erforderlich.

Obwohl ein großer Teil der Bevölkerung traumatische Ereignisse erlebt, entwickelt nur ein kleiner Prozentsatz langfristige symptomatische Erkrankungen. Die genaue Pathophysiologie ist nicht vollständig geklärt, wird aber mit einer gestörten Furchtkonditionierung und einer Überaktivierung bestimmter Hirnareale in Verbindung gebracht.

Empfehlungen

Diagnostik

Die Diagnose wird klinisch anhand der DSM-5-Kriterien gestellt. Es wird eine sorgfältige Anamnese und Verhaltensbeobachtung empfohlen.

Für die strukturierte Erfassung können validierte psychometrische Fragebögen eingesetzt werden. Hierzu zählen die "Acute Stress Disorder Scale" für Erwachsene oder die "Child Stress Reaction Checklist" (CSDC) für Kinder.

Es wird empfohlen, bei jedem Besuch das Suizidrisiko zu evaluieren. Dies gilt insbesondere bei Vorliegen komorbider psychiatrischer Erkrankungen.

Allgemeine Maßnahmen

Die Leitlinie betont folgende Basisinterventionen:

  • Gewährleistung der Patientensicherheit nach dem Trauma (Nahrung, Unterkunft)

  • Bereitstellung von emotionaler und praktischer Unterstützung im Alltag

  • Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen über einen Zeitraum von sechs Monaten

Psychotherapie

Als Therapie der Wahl wird die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (CBT) empfohlen. Diese kann das Risiko einer späteren PTSD-Entwicklung signifikant senken.

Ein routinemäßiges psychologisches "Debriefing" in den ersten 72 Stunden wird nicht empfohlen. Es konnte keine Wirksamkeit zur Prävention einer PTSD nachgewiesen werden.

Pharmakotherapie

Es gibt keine spezifisch für ASD zugelassenen Medikamente mit hoher Evidenz, weshalb die Empfehlungen aus der PTSD-Behandlung abgeleitet werden. Die Leitlinie formuliert folgende medikamentöse Ansätze:

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) gelten als Erstlinientherapie.

  • Atypische Antipsychotika (SGA) können bei unzureichendem Ansprechen auf SSRI und CBT erwogen werden.

  • Zur Behandlung spezifischer Schlafstörungen und Albträume wird der Alpha-1-Blocker Prazosin als wirksam beschrieben.

Dosierung

WirkstoffStartdosisMaximaldosisAnmerkung
Fluoxetin20 mg/Tag80 mg/TagDosissteigerung um 5 mg alle 2-4 Wochen
Paroxetin20 mg/Tag60 mg/TagDosissteigerung um 10 mg alle 2-4 Wochen
Venlafaxin (Retard)37,5 mg/Tag300 mg/TagDosissteigerung um max. 75 mg/Tag (Intervall ≥ 4 Tage)
Quetiapin25 mg/Tag800 mg/TagBei unzureichendem Ansprechen auf SSRI
Prazosin1 mg zur Nacht6 mg zur NachtBei Schlafstörungen/Albträumen; Blutdruckkontrolle erforderlich

Kontraindikationen

Benzodiazepine: Diese Wirkstoffklasse wird für die Behandlung oder Prävention nicht empfohlen. Sie gelten aufgrund signifikanter Nebenwirkungen und schlechterer klinischer Verläufe als relativ kontraindiziert.

SSRI bei Bipolarer Störung: SSRI können manische Episoden auslösen und sollten bei einer bipolaren Störung in der Anamnese nicht eingesetzt werden. Ein abruptes Absetzen von SSRI ist zur Vermeidung von Entzugssymptomen zu vermeiden.

Prazosin: Vorsicht ist geboten bei eingeschränkter Leberfunktion. Es besteht zudem das Risiko einer orthostatischen Hypotonie nach der ersten Dosis, weshalb eine Blutdrucküberwachung empfohlen wird.

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💡Praxis-Tipp

Ein routinemäßiges psychologisches "Debriefing" unmittelbar nach dem Trauma wird von der Leitlinie ausdrücklich nicht empfohlen, da es die Entstehung einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht verhindert. Stattdessen wird die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie als evidenzbasierter Standard hervorgehoben. Zudem wird vor dem Einsatz von Benzodiazepinen gewarnt, da diese mit schlechteren klinischen Verläufen assoziiert sind.

Häufig gestellte Fragen

Die akute Belastungsstörung (ASD) ist durch Symptome definiert, die zwischen drei Tagen und vier Wochen nach dem Trauma anhalten. Dauern die Beschwerden länger als vier Wochen an, wird laut Leitlinie die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) gestellt.

Als Therapie der Wahl wird die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (CBT) empfohlen. Diese beinhaltet unter anderem eine kontrollierte Expositionstherapie, um die traumatischen Erinnerungen zu verarbeiten.

Nein, die Leitlinie rät vom Einsatz von Benzodiazepinen ab. Sie gelten als unwirksam zur Prävention und sind aufgrund von Nebenwirkungen und schlechteren Outcomes relativ kontraindiziert.

Zur Behandlung von Schlafstörungen und Albträumen wird der Alpha-1-Rezeptorenblocker Prazosin als wirksam beschrieben. SSRI und Benzodiazepine zeigten für diese spezifische Symptomatik keine ausreichende Wirkung.

Um das Risiko eines Rückfalls zu verringern, wird empfohlen, eine etablierte Pharmakotherapie für mehr als sechs Monate bis zu einem Jahr fortzusetzen. Ein abruptes Absetzen der Medikation sollte vermieden werden.

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Quelle: StatPearls: Acute Stress Disorder (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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